Pro / Contra

Babys Alltag: verspielt oder verplant?

Endlich Elternzeit! Mach Dir den Alltag mit dem Baby so schön, wie möglich. Auch außer Haus gibt es viele Möglichkeiten. Was Euch beiden gut tut, weißt Du bald –denn auch Dein Baby wird Dir deutlich zu verstehen geben, was es von diesen Angeboten hält...

Pro und Contra
Baby spielt auf Spieltplatz

Sybille Lichtenberg: "Eine Mischung aus allem"

Sybille Lichtenberg, 37, ist verheiratet und hat einen Sohn (1,5). Die Unternehmensberaterin hat ihre Listen bereits aktualisieren müssen, denn „seitdem Moritz läuft ist alles wieder anders“. Dafür gibt es nun zusätzliche freie Termine – für Moritz und Sybille. Seit zwei Monaten kommt – zu einer festen Zeit – der Babysitter.

Natürlich hatte ich so gar keine Vorstellung, was mich mit meinem kleinen Baby erwarten würde: Schlafkoma, geistige Unterforderung oder einfach nur Glück. Ganz ehrlich: es war ein Mischung aus allem. Und um dem zu begegnen habe ich mir meinen eigenen Plan erstellt. Das hatte mir im Job bei großen Projekten immer geholfen, den Überblick über meine zeitlichen Ressourcen zu behalten. Auf die Liste kamen die Unbedingt-Termine (Arzt/Hebamme etc), die Zeit für tägliche Routinen (einkaufen/füttern/wickeln)  und die besonderen Dinge (Besuche bei Oma, Freunden, Ausflüge, Kurse etc). Die Termine vereinbarte ich schon mal komplett für das nächste halbe Jahr. Danach versuchte ich das Einsparpotential beim Haushalt und Einkauf zu optimieren. Da wir den Mindestbestellwert beim Drogeriemarkt locker erreichten, konnten Moritz und ich statt zu Budni nun in den Park schieben. Das fanden wir beide sehr schön. Für den Haushalt nutzte ich die Stunden, nach Moritz erstem „Frühstück“. Wenn er zufrieden im Bettchen lag, wischte und wusch ich. Das klappte natürlich nicht immer hundertprozentig, aber dann wusste ich wenigstens genau, was liegen blieb. 

Dr. Damaris Nehrdich: "Langeweile kam nie auf"

Dr. Damaris Nehrdich, Apothekerin, war selbst überrascht, nach einem trubeligen Arbeitsalltag eine ruhige Elternzeit zuhause so genießen zu können.

Vor der Geburt von Hanne habe ich mich immer wieder gefragt, wie die Tage mit ihr wohl aussehen werden, so ganz ohne Arbeit. Würde ich mich einsam fühlen oder würde mir langweilig sein? Ich habe mich nach Babyschwimmkursen, Krabbelgruppen und Stillcafes erkundigt um das drohende Loch zu stopfen. Und dann kam alles anders. Elf Monate Elternzeit liegen hinter mir, die wir größtenteils zuhause verbracht haben. Hanne hat stundenlang auf der Krabbeldecke gelegen, rumgespielt und ich habe Lieder gesungen und den Haushalt geschmissen oder kaffeeschlürfend mit ihr rumgetobt. Klar gab es Momente, in denen ich genug von Wäsche, Putzen und Kochen hatte und mir die Decke auf den Kopf fiel. Dann hab ich sie geschnappt und wir sind stundenlang spazieren gegangen. Ein Mamatreff in der Woche hat mir völlig gereicht. Langeweile kam nie auf. Vielmehr habe ich durch die Tage zuhause so viel Ruhe gefunden, die mir, und ich denke auch Hanne, richtig gut getan hat.