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Die richtige Förderung finden

Babys wollen die Welt entdecken und mit allen Sinnen erkunden. Es gibt darum viele Kurse, von Early English bis Babyyoga. Das kann Spaß machen, ist aber kein Muss. Denn auch zu Hause kann das Baby lernen!

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Mutter liest Baby auf dem Schoß vor

Gute Eltern fördern ihr Kind - aber wie?

Jeden Tag entdeckt das Baby seine Welt ein wenig mehr. Die meisten Kinder zeigen Mama und Papa irgendwann, dass sie auch quengeln können, wenn ihnen langweilig ist. Kein Wunder, denn die Natur hat es ja auch so vorgesehen, dass kleine Menschenkinder lernen. Millionen Nervenzellen warten im Hirn des Babys darauf, alles aufzunehmen und jedes Mal, wenn dein Baby etwas lernt, verbinden sich die Nervenzellen.
Selbstverständlich möchtet ihr als Eltern Euer Kind optimal unterstützen. Doch wie geht das? Da müssen doch Experten her, oder? Das glauben viele und scheuen weder Aufwand noch Kosten: Sie melden ihren Nachwuchs für tolle Programme an: Early English, Baby-Yoga, PeKip oder Babyzeichensprache füllen schnell den Terminkalender.

Es gibt wirklich viele Kurse, die Babys und ihren Eltern gut tun. Ein Kurs zur Babymassage etwa kann wunderbar sein, denn die Mutter kann sich von der erfahrenen Kursleiterin zeigen lassen, was dem Baby gefällt. Und eine Mama-Baby-Gruppe ist auch für den Austausch schön. Aber es gibt auch Babys, die so ein Gruppenerlebnis überhaupt nicht schätzen. Es kann ziemlich unruhig sein mit vielen Winzlingen, die manchmal mit lautem Schreien auf das Ungewohnte reagieren.
Mit Unterstützung etwas zu lernen kann eine tolle Erfahrung sein – aber auch die besten Kurse sind nicht für jedes Kind geeignet. Und auch nicht für jede Mama oder für jeden Papa.

Wie finde ich einen Kurs, der zu uns passt?

Auf das eigene Bauchgefühl hören. Bei der Suche nach einem richtigen Kurs sollte dein eigenes Bauchgefühl entscheiden. Wie gut passt der Termin zum Rhythmus deines Kindes? Kennst du schon andere Eltern dort? Wie wohl fühlst du dich? Und wie wohl fühlt sich dein Baby?
Wenn Mama gern auf Englisch singt, ist das schön. Das Kind mag ihre Nähe und spürt, dass die Stimmung prima ist. Eine Fremdsprache kann es natürlich noch nicht lernen. Wie auch? Es formt ja gerade erst Laute und lernt fängt mit dem Kommunizieren an. Aber wenn beide Spaß haben, dann ist der Kurs für Mutter und Kind gut.
Babyschwimmen kann ein tolles Training mit viel Hautkontakt für Eltern und Kind sein. Hebammen, Schwimmbäder, und private Schulen bieten solche Kurse für Babys ab sechs Wochen an. Für die meisten Babys sind Schwimmbäder unbedenklich. Das Umweltbundesamt (UBA) rät allerdings vom Badespaß für die Kleinsten ab, wenn in der Familie gehäuft Allergien vorkommen. Für alle andern gilt: erlaubt ist, was gefällt. Einige Babys lieben das nasse Element. Aber es gibt auch ausgesprochene Wasserhasser, die ihren Eltern meist laut deutlich machen, dass sie an so einem Kurs nicht teilnehmen möchten.

Die beste Förderung ist der Alltag

Das klingt einfach, aber Babys mögen es am meisten, wenn sie von ihren Eltern lernen können. Wenn sie ihre Eltern beim Einkaufen begleiten und in der Küche beim Essenzubereiten zugucken können. Im Tragetuch getragen kann das Kleine einen Blick in den Kochtopf werfen, vielleicht mal eine Mohrrübe anfassen und spüren, wie unterschiedlich sich ‚weich’ und ‚hart’ anfühlen. Je wacher und neugieriger das Kind ist, desto eher wird es gern Ausflüge unternehmen. Es kann auch jetzt schon das Lichtspiel von Sonne und Blättern in einem Wald begeistert beobachten. Und sich eine bunte Blume lange anschauen.

Babys lieben Bücher

Schon Neugeborene mögen kontrastreiche Bilder. Bücher für Minis können knistern und dürfen auch angekaut werden. Auf der Krabbeldecke aufgestellt können sie helfen, die für manche Babys ungewohnte Bauchlage zu üben. Beim „Lesen“ klappt das Kopf hochhalten viel besser. Babys hören gern Mama und Papas Stimme und das Vorlesen kann ein richtiges Kuschelritual werden. So eine Leserunde schenkt Nähe und Geborgenheit fördert die Kreativität und das Sprachverständnis des Kindes.

Kein Programm fördert auch!

Es gibt Kinder, die stundenlang die eigenen Händchen betrachten können und sich mit der gleichen Ausdauer auch allein ihrem Spielzeug oder einem Kuscheltier widmen können. Oft reichen Kleinigkeiten, um das Baby zu beschäftigen. Was macht es mit zwei bunten Eierlöffeln? Scheinbare Langeweile kann den Einfallsreichtum anregen und ist wichtig.
Aber nicht jedes Baby mag sich allein beschäftigen. Einige fühlen sich nur sicher, wenn sie spüren, dass Mama oder Papa in der Nähe sind. Dann ist es wichtig, ihnen diese Geborgenheit auch zu geben und sich zu ihnen auf die Krabbeldecke zu legen. Erst ein wenig mitspielen und dann immer mehr das Spiel dem Kind allein überlassen. So lernt es sich selbst zu beschäftigen, wenn auch in Begleitung. Denn Lernen und Spielen sollte Babys vor allem eines bringen: ganz viel Spaß!

Ein wichtiger Tipp zum Schluss

Auf keinen Fall sollte ein Babykurs Stress verursachen. Hetzen von einem Termin zum nächsten setzt zu sehr unter Druck – das Baby und dich selbst. Weniger ist hier definitiv mehr! Denke daran: die Babyzeit ist eine der wenigen Phasen ohne feste Termine. Die kommen mit KiTa, Schule & Co. noch reichlich auf euch zu. Nutze also diese besonderen Monate ohne die Sorge zu haben, irgend etwas zu versäumen. Dein Baby und du – ihr selbst seid das größte Abenteuer!