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Ernährungstipps zur Beikost - Von der Flasche zum Brei

Dein Kind ist „reif für den Löffel“? Du überlegst was du wann füttern sollst, welche Produkte geeignet sind und was dein Baby braucht? Hier findest du Ernährungstipps zur Beikost. Die praktischen Tipps findest du im Artikel >>Essen mit dem Löffel will gelernt sein - praktische Tipps.

Baby wird mit Löffel gefüttert

Welche Breie?

Welche Breie wann eingeführt werden sollen, wird sehr gut auf der Seite des Netzwerks Junge Familie >> Gesund ins Leben beschrieben. Zur schnellen Orientierung eine kurze Zusammenfassung: zunächst kommt der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, ca.1 Monat später der Milch-Getreide-Brei oder ein Getreide-Obst-Brei und wieder einen Monat später der dritte Brei (derjenige, der noch bis dahin noch fehlt, also entweder Milch-Getreide oder Getreide-Obst)

unterschiedliche Nährstoffe

Jeder dieser Breie liefert unterschiedliche Nährstoffe, die die Nährstoffe aus der Muttermilch bzw. aus dem Fläschchen ergänzen. Deshalb ist es wichtig, dass dein Baby jeden dieser drei Breie bekommt, wenn alle Breie eingeführt sind.  Alle anderen Mahlzeiten während der Beikosteinführung sind entweder Stillmahlzeiten oder Flaschenmilch. Je mehr Breimahlzeiten das Baby bekommt, desto weniger Still- oder Fläschchenmahlzeiten werden es und umgekehrt.

Gläschen oder selbstgekocht?

Diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten. Jede Variante hat Vor- und Nachteile, die an dieser Stelle nicht aufgezählt werden sollen. Jede Familie sollte ihre eigene Entscheidung treffen. Wenn du Zeit und Lust hast und es dir wichtig ist selber zu bestimmen, was dein Baby bekommt, dann ist Selberkochen eine gute Idee. Wenn es dir aber Stress macht, dann nimm fertige Gläschen. Worauf du dann achten kannst, findest du weiter unten im Text. Vielleicht ist auch eine Mischung aus Fertigkost und Selbstgekocht eine gute Lösung für alle.

auf Vorrat kochen

Wenn du selberkochen möchtest, aber den Aufwand begrenzen willst, kannst du Breie auch auf Vorrat kochen und einfrieren. Prima Rezepte gibt es auf >> www.gesund-ins-leben.de. Oder du schaust in das Buch von Edith Gätjen „Lotta lernt essen“.

Gläschennahrung

Wenn du Gläschen nimmst, schau aufs Etikett. Bevorzuge Gläschen mit einer ähnlichen Rezeptur wie das „Netzwerk junge Familien“ bzw. das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfehlen. Hier eine Faustregel: je länger die Zutatenliste, desto ungeeigneter ist das Produkt für dein Kind. Die Namen der Gerichte im Babyregal mögen an Gerichte in einem Restaurant erinnern, aber das ist nicht das, was Babys wirklich brauchen. Das Gläschen ist für dein Baby gedacht – nicht für dich.

Geschmacksunterschiede kennenlernen

Weil Gläschen sehr lange haltbar sind, sind sie geschmacklich immer gleich, während Selbstgekochtes unterschiedlicher schmeckt. Neue Studien zeigen, dass Babys und später Kleinkinder offener für neue Lebensmittel sind, wenn sie Selbstgekochtes bekommen. Deshalb ist es eine gute Idee, wenn du zumindest ab und zu auch mal einen Brei selber machst, damit das Kind Geschmacksunterschiede kennenlernt. Manche Kinder verweigern diese Breie zwar, aber probiere es aus, um die Neugier deines Babys zu fördern.

Allergien

Auch allergiegefährdete Kinder (Eltern oder Geschwister mit Allergien), können nach diesem Schema an Beikost herangeführt werden. Bis vor einigen Jahren wurde empfohlen starke Allergene wie Milch, Ei, Nüsse, Fisch, Soja oder Weizen im ersten Lebensjahr zu meiden. Diese Empfehlung wurde korrigiert, denn es konnte kein Zusammenhang mit der Bildung von Allergien nachgewiesen werden. Leider hört man diese alte Empfehlung immer noch! Es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass der kindliche Körper diese Lebensmittel akzeptiert und nicht mit seinem Immunsystem dagegen kämpft, wenn sie im ersten Lebensjahr gefüttert werden. Das trifft auch bei den allergiegefährdeten Kindern zu. Ähnliches gilt für glutenhaltige Getreidesorten (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer).

Kuhmilch

Immer wieder gibt es Verwirrung, ob Kuhmilch im 1. Lebensjahr geeignet ist. Es ist ganz einfach: für den Milch-Getreidebrei kannst du normale Kuhmilch aus dem Supermarkt verwenden (3,5 % Fettgehalt, H-Milch geht auch). Für die Flasche nimmst du jedoch weiterhin Säuglingsmilchnahrung, also Pulver aus der Packung. Bis zum Ende des 1. Lebensjahres kannst du das so machen.

Fisch, Fleisch, vegetarisch

Gesunde Babys können 3x Fleisch, 1-2x Fisch und bis zu 3 vegetarische warme Mahlzeiten pro Woche bekommen. Bei vegetarischen Mahlzeiten gib bitte noch 10g Vollkornflocken dazu. Die Flocken enthalten das Eisen, das sonst aus dem Fleisch stammt (Anmerkung: in manchen älteren Rezepten ist das noch nicht berücksichtigt). Babys, die sich gut entwickeln, können auch ausschließlich vegetarische Ernährung bekommen.

zusätzliche Flüssigkeit

Ab wann braucht das Baby zusätzliche Flüssigkeit? Am besten fängst du schon beim ersten Brei damit an, dein Kind an zusätzliche Flüssigkeit zu gewöhnen. Und zwar an Wasser pur! Nötig ist die zusätzliche Flüssigkeit am Anfang noch nicht, weil Brei und Still-oder Flaschenmahlzeiten genügend Flüssigkeit enthalten. Es ist eher eine Art Signal für das Baby: Essen gibt es ab jetzt vom Löffel, und Trinken gibt es aus der Flasche. Vorher war ja beides in einem „Produkt“. Ab dem 3. Brei braucht das Baby noch zusätzliches Wasser, ca. 200 ml pro Tag.

vegane Ernährung

Nach aktuellem Kenntnisstand raten alle Fachgesellschaften von veganer Ernährung für Babys und Kleinkinder ab. Babys haben einen enormen Nährstoffbedarf für ihre gesamte Entwicklung. Vegane Ernährung deckt einige der sehr wichtigen Nährstoffe nur unzureichend ab (Eiweiß, Calcium, Jod, Vit. B12 etc.). Mit der veganen Ernährung eines Babys riskiert man Schäden in der Entwicklung, die unter Umständen nie mehr reparierbar sind! Eltern, die das dennoch machen wollen, sollten sich auf jeden Fall bei einer qualifizierten ErnährungsberaterIn Expertenpool des >> Verbandes der Oecotrophologen  beraten und das Baby medizinisch regelmäßig checken lassen.

Finger Food

Mit ca. 8-9 Monaten ist dein Baby auch bereit für „Finger-Food“ und kann sich damit selber füttern. Brotrinde, Banane, reife Birne, Zwieback, Reiswaffeln und ähnliches kann man dann parallel zum Brei geben. So lernt es neue Konsistenzen kennen und bekommt Spaß am „selber essen“. Hier geht es nicht um Mengen oder Nährstoffe, sondern um einen weiteren Entwicklungsschritt, nämlich abbeißen und kauen lernen für den nächsten Schritt, das Familienessen.

Baby led weaning

Dies ist eine neue, aus den USA kommende Methode, bei der es keine Breiphase und kein Füttern vom Löffel durch Mutter oder Vater gibt. Das Kind füttert sich von Anfang an selbst, es bekommt die entsprechenden geeigneten Lebensmittel auf einen Teller oder in die Hand. In Deutschland wird diese Methode aktuell kritisch gesehen. Einerseits, weil manche Babys motorisch noch nicht so weit sind, ausreichende Mengen mit der Hand zu essen. Und weil sich auch nicht alle Lebensmittel „stückig“ zubereiten lassen (z.B. Milchprodukte). Kritisch deshalb, weil durch diese Methode wahrscheinlich zu wenig Nährstoffe und/oder Kalorien aufgenommen werden. Wenn es dir jedoch wichtig ist, dass dein Baby sich auch selber füttert, so kannst du ihm natürlich auch zusätzlich „Finger Food“ geben.

allgemeine Beratung

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Autorin-Renate Lieberknecht

Dieser Artikel wurde von >>Renate Lieberknecht verfasst. 
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