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Mein Baby ist mobil – alles wird ausgeräumt!

Kennst du das? Gerade eben ist dein Baby mobil geworden und kann sich krabbelnd, robbend oder rollend fortbewegen. Nun kommt es ganz eigenständig zu den Orten, an die es gerne möchte. Eigentlich eine wunderbare Zeit. Es kehrt wieder mehr Zufriedenheit ein, denn die meisten Babys wissen die neu errungene Mobilität zu schätzen. Doch was passiert dann? Du verlässt mal kurz den Raum und schon sind Bücherregal, CDs und sämtliche Spielzeugkisten ausgeräumt. Scheinbar destruktiv und ohne Ziel wüten kleine Krabbelmonster nun durch die Wohnung und nichts ist mehr sicher.

Baby krabbelt. Mutter sitzt im Hintergrund.

Eine neue Entwicklungsphase beginnt bei deinem Baby

Das nervt? Ich sage – Freu dich! Dein Kind hat einen ganz wichtigen Entwicklungsschritt getan. Es hat festgestellt, dass Dinge in anderen Dingen „versteckt“ sein können. Bücher in Regalen, Socken in Schubladen und Spielsachen in Spielzeugkisten. Hier hat sich die Wahrnehmung deines Babys ganz erheblich geschärft.

Wenn dein Kind eine durchsichtige Dose mit Perlen einfach nur als bunte Dose wahrgenommen hat, weiß es inzwischen, dass diese Perlen auch aus der Dose raus können. Ebenso wie Bücher aus Regalen, Socken aus Schubladen…

Wie immer, wenn dein Kind etwas Neues gelernt hat, möchte es auch diese Fähigkeit immer und immer wieder ausprobieren und neu Gelerntes umsetzen. Dein Kind will die „dritte Dimension“ erobern. Deshalb macht es Sinn wertvolle Gegenstände vorrübergehend in Sicherheit zu bringen. Aber du kannst auch aktiv mit diesem Interesse umgehen und deinem Baby die Möglichkeit geben, die Dinge im Spiel aus- und einzuräumen.

Ab wann ist das Aus- und Einräumen interessant?

In der Regel beginnt das Interesse an Inhalt-Behälter-Spielen mit ca. acht bis neun Monaten und bleibt bis zum Ende des zweiten Lebensjahres interessant. Ausräumen ist die erste Art von Sortierspielen. Später beginnt dein Kind Dinge wieder in die Behälter einzuräumen. Noch später beginnt es Freude an Sortierspielen zu haben. Hier kannst du in Sachen Ordnungserziehung ganz leicht einhaken.

Spielideen, die deinem Kind jetzt Spaß machen

Die Plastikdosen-Schublade

Wenn Du in der Küche eine Schublade mit Vorratsbehältern hast, ist das hervorragend. Suche dir eine Schublade, die dein Kind gut erreichen kann und bewahre dort die Behälter auf. Du kannst ihm dann quasi die „Lizenz zum Ausräumen“ geben. Oft können die Kinder leicht zu erreichende Schubladen schon schnell selbst öffnen. Wenn du in der Küche bist, hast du mit dieser Spielinsel sicherlich für einige Zeit deine Ruhe. Denn das macht erstmal Spaß. Leergeräumt? – räum kurz wieder ein. Damit bist du deinem Kind ein Vorbild und bietest ihm die Möglichkeit, dass Ganze nochmal von vorne zu beginnen. Herrlich!

Müll? – nicht zu schnell wegwerfen!

Du hast leere Müsli- oder Kaffeedosen? Wirf sie bloß nicht weg. Diese festen Behälter kannst du jetzt mit allerhand bunten Dingen befüllen. Achte darauf, dass sie keinen scharfkantigen Rand haben – und los geht´s. Als Füllung eignen sich Deckel von Glaskonserven besonders gut. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen und Farben. Sie glänzen schön und machen tolle Geräusche, wenn man sie aneinander klopft.

Karton mit Loch

Kartons sind in allen Größen und Formen beliebt. Du kannst z.B. einen Karton mit bunter Folie bekleben. Schneide dann verschiede große Löcher hinein. Dort können Dinge wie Deckel oder Bälle versteckt werden. Auch zum Rein- und rauskrabbeln eignet sich ein Karton nun besonders gut. Schneide eine oder mehrere Türen und Fenster in einen großen Karton.

Ordnung machen

Wenn dein Kind aus den Behältern und Inhalten ein großes Kuddelmuddel veranstaltet hat, verliert es oftmals die Freude am Spiel. Es ist überfordert mit dem Durcheinander und unzufrieden, weil es mit leeren Behältern seinem Lieblingsspiel nicht mehr nachgehen kann. Hier bringt es viel, wenn du zwischendurch immer wieder für Ordnung sorgst. Sortiere die Utensilien kurz und du wirst sehen, dass dein Kind neue Freude an seiner Tätigkeit gewinnt. Hier hast du auch die Möglichkeit, mit deinem Kind in Kontakt zu gehen und ihm zu zeigen, wie man wieder einräumt. Gemeinsam macht´s noch mehr Spaß.

Ein Beobachtungs-Tipp zum Schluss:

Ist dir aufgefallen, dass dein Baby sich inzwischen erinnert, wo Dinge sind? Vor einigen Wochen noch war ein Ball, den du in eine Dose gesteckt hast, einfach verschwunden. Inzwischen weiß dein Kind, wo der Ball gelandet ist und wird sich anstrengen, ihn wieder aus dem Behälter zu holen. Ganz schön clever!

allgemeine Beratung

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Autorin - Sandra Lößl

Dieser Artikel wurde von Sandra Lößl verfasst. 
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