Eltern leben
Pro und Contra
Pro / Contra

Schnuller - Ja oder Nein?

Diese Frage stellen sich viele Eltern. Wir haben die unterschiedlichen Meinungen zweier Baby-Eltern gesammelt, um dich bei der Entschiedung zu unterstützen.

Schnuller an einer Leine

Enno: "Babys sind nunmal Säug-linge"

Enno 35J., Vater von Sarah 7J., Kira 4J. und Paul 1J.

Wir haben allen drei Kindern einen Schnuller gegeben bzw. Paul hat ihn jetzt noch und Kira auch noch, aber nur noch für kurze Zeiten. Wir finden den Schnuller einfach praktisch und gut, weil Babys nun einmal „Säug-linge“ sind, also das Saugen brauchen, ebenso wie kleine Kinder. Und da meine Frau keine Lust hatte, dass ihre Brust als ständige Beruhigungsmethode herhalten muss, war für uns schnell klar, dass wir Schnuller nutzen werden. Natürlich haben wir nach der Geburt gewartet, bis sich das Stillen ein wenig eingespielt hatte, damit es zu keiner Saugverwirrung kommt – darauf hatte uns die Hebamme hingewiesen.

Sarah wollte anfangs gar keinen Schnuller, das haben wir dann erstmal so hingenommen, aber es wurde dann doch anstrengend, weil sie dann ständig gestillt werden wollte, um zu nuckeln. Deshalb haben wir es immer mal wieder versucht, ihr einen Schnuller anzubieten und irgendwann wollte sie ihn dann auch.
Es ist einfach sehr entspannend, immer einen kleinen Tröster dabei zu haben. Wobei man da natürlich auch aufpassen muss, dass man das Kind nicht immer direkt „zustöpselt“. Bei Sarah haben wir das manchmal aus Bequemlichkeit gemacht und dann erfahren, dass man erstmal versuchen soll, das Baby einfach im Arm zu halten. Oder auch, wenn das Baby weint, den Schnuller nicht immer wieder neu reinzustecken, sondern das Weinen auch mal zuzulassen.

Babys brauchen das manchmal einfach, um Stress abzubauen. Sarahs Zähne haben durch unseren sorglosen Umgang dann auch etwas gelitten, was sich dann aber zum Glück wieder von selbst geregelt hat, als wir das Nuckeln reduziert haben. Beim zweiten Kind wussten wir es dann besser und haben den Schnuller sparsamer eingesetzt. Allerdings ist Kira dann so ab einem Jahr ein ziemlicher Schnuller-Freak geworden und jetzt fällt es ihr immer noch schwer, damit aufzuhören. Wir mussten schon stark drauf achten, dass sie den Schnuller nur zwischendurch drin hat und dann auch wieder rausnimmt.

Wir suchen noch nach einem guten, möglichst sanften Weg, ihr den Nucki abzugewöhnen und schränken das Nuckeln natürlich auch zeitlich ein. Dadurch sind ihre Zähne völlig okay und deshalb sehen wir das recht entspannt. Einige Kinder von Freunden haben keinen Schnuller, nuckeln dafür aber viel am Daumen – und einige haben davon ziemliche Zahnfehlstellungen entwickelt! Da ist mir der Nucki lieber, denn da kann ich besser kontrollieren, wann die Kinder ihn nutzen.

Anna: "Ein Schnuller hat zuviele Nachteile"

Anna 29J., Mutter von Jule 4J. und Mio 2 Monate

Ich gebe meinen beiden Kindern keinen Schnuller, weil dieser meiner Meinung nach zu viele Nachteile hat: Das Risiko für Ohrenentzündungen ist erhöht und als Logopädin weiß ich, dass Kleinkinder durch den Schnuller öfter mal Sprachprobleme entwickeln. Die kann man zwar dann durch Üben beseitigen, aber ich finde, das muss nicht sein. Außerdem hört man doch auch immer mal wieder von Schadstoffbelastung bei Babys - und für die Zähne ist der Nucki auch ziemlich schädlich.

Allerdings ist mir auch klar: Babys und auch noch Kleinkinder haben ein natürliches Saugbedürfnis. Um dieses zu erfüllen, stille ich nach Bedarf – und lasse meine Kinder über den Zeitpunkt des Abstillens entscheiden. Tatsächlich stille ich meine vierjährige Tochter Jule daher auch noch – das beläuft sich aber inzwischen auf etwa zwei bis drei Mal am Tag, in der Regel zuhause. Und wenn  sie zwischendurch mal saugen möchte und es mir gerade unangenehm ist, dann habe ich immer eine Nuckelflasche mit Wasser dabei, woran Jule dann ein paar Minuten saugen kann. Phasenweise hat sie allerdings auch an ihrem Daumen genuckelt, was wir dann zugelassen haben. Zwischendurch habe ich mir auch Sorgen über ihre Zähne gemacht, aber glücklicherweise wurde das Nuckeln dann auch langsam wieder weniger.

Ich finde es einfach auch super anstrengend, mir vorzustellen, den lieb gewonnen Schnuller dann später wieder loszuwerden. Die Kinder gewöhnen sich schließlich total daran! Bei meinem Neffen war die Sache mit der Schnullerfee ein ziemlicher Stress und das möche ich meinen Kindern (und auch uns als Eltern) gern ersparen.
Klar wäre ich manchmal auch gern flexibler – der kleine Mio will zurzeit noch ziemlich oft gestillt werden und deshalb kann ich nie länger ohne ihn unterwegs sein. Andererseits genieße ich jetzt, wo er so klein ist, auch noch dieses intensive Beisammensein. Wenn es mir dann zu viel wird, versuche ich, ihn ebenfalls an die Wasserflasche zu gewöhnen oder pumpe mal Milch ab, die er dann per Flasche trinkt. Und zur Not tut es auch mal ein (natürlich sauberer) Finger vom Papa zum Nuckeln!

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Melanie Schüer

Autorin-Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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