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Sprachentwicklung bei Kindern – Schritt für Schritt

Weißt du noch, was die ersten Wörter deines Kindes waren? Und wie fängt das Sprechen eigentlich an?
Die Sprachentwicklung verläuft Schritt für Schritt, benötigt ein gutes Hörvermögen und eine gesunde Stimme. Auch die Zunge, die Lippen und der Gaumen müssen gesunde Voraussetzungen mitbringen, um Laute zu bilden. Du darfst nicht vergessen, dass die Sprachentwicklung nicht in Stein gemeißelt ist. Wie bei der motorischen Entwicklung, verläuft auch die Sprachentwicklung individuell. Kein Kind gleicht dem anderen. Die hier vorgegebenen Zeitspannen dienen der Orientierung.

Kleinkind Mädchen Nahaufnahme von der Seite mit Kopftuch.

1. bis 6. Monat – Schreien als erste Kommunikation

Schon ab dem ersten Tag beginnt dein Baby zu kommunizieren. Mit Schreien verlangt es nach unterschiedlicher Bedürfnisbefriedigung. Du hörst von deinem Baby in den ersten Monaten Gurren, Lallen oder Brabbeln („gr-gr“, „ech-ech“, „eh-eh“).

7. bis 12. Monat – Fröhliches Gebrabbel klingt wie erzählen

Diese Geräusche intensiviert dein Baby und bildet daraus Silbenketten, die in der Tonhöhe variieren. Ein fröhliches „ra-ra-ra-ra-ra“ oder „ga-ga-ga“ kann klingen, als würde dein Baby dir schon etwas „Richtiges“ erzählen wollen, beispielsweise wie schön der Besuch bei den Großeltern war. Eine Reaktion deines Babys, die nun vermehrt auftritt, ist das Juchzen vor Freude und Spaß, wenn ihr so kleine Spiele wie „Kuckuck“ oder „killekille“ spielt.

Der erste Geburtstag – Ein Meilenstein

Um den ersten Geburtstag herum kannst du erste vereinfachte Wörter hören. Dein Baby verfügt über viele unterschiedliche Laute und ein „Ma-ma“ oder „Pa-pa“ ist sicherlich auch dabei. Dein Kind merkt, dass es mit diesen Worten etwas erreichen kann. Es zeigt beispielsweise auf die Banane und sagt „ham-ham“ und schon gibst du ihm die ersehnte Banane.

1 bis 1,5 Jahre – Die Bedeutung der Worte ist noch unklar

Die Bedeutung der ersten Wörter (ca. 10 bis 15) kennt dein Kind zu Beginn noch nicht genau. Es experimentiert viel mit den sogenannten Ein-Wortsätzen. Das Wort „Auto“ kann bedeuten: „Wo ist mein Spielzeugauto?“. Zeigt dein Kind jedoch auf ein Auto auf der Straße und sagt „Papa!“ kann es bedeuten, dass mit so einem Fahrzeug der Papa immer nach Hause kommt.

In dieser experimentierfreudigen Phase gibt es Kinder, die viel drauflos plappern und andere, die sich lieber die Wörter aus der Umwelt erstmal nur anhören.

1,5 bis 2 Jahre – Der Wortschatz explodiert

Nach und nach kommen neue Wörter, Zwei- und Dreiwortsätze mit Hauptwörtern und einfache Verben hinzu. Mit „Nane ham“ (ich möchte die Banane haben) und „Oma weg nein?“ (Oma soll nicht weggehen), kann dein Kind inhaltlich mehr ausdrücken.

Im sogenannten ersten Fragealter stellt dein Kind endlose Fragen („Is das?“), die du am laufenden Band beantworten darfst. Dein Kind entdeckt das Wörtchen „Nein“ und der Wortschatz scheint regelrecht zu explodieren – pro Tag kommen ca. 8 neue Worte hinzu.

2 bis 2,5 Jahre – Lustige Wörter und Sätze

Dein Kind spricht nun häufiger in der Ich-Form. Kreative Wortschöpfungen wie „Stoppverkehr“ (Stau) oder „Briefemann“ (Briefträger) oder Mehrwortsätze mit Hauptwörtern, Verben und Adjektiven in kunterbunter Reihenfolge („ich auch Saft noch“) solltest du dir unbedingt notieren.

2,5 bis 3 Jahre – Wieso? Weshalb? Warum?

Leichte Nebensätze mit „und“ oder „oder“ kommen hinzu. Im zweiten Fragealter kennt dein Kind weitere Fragewörter (wo, warum, wie, was) und du kommst aus dem Fragen beantworten nicht mehr heraus.

3 bis 4 Jahre – Gestern, heute und morgen passiert ganz viel

Es tauchen nun immer häufiger Farben auf. Durch Fürwörter (er, sie, ihr) und Erzählversuche in der Gegenwart und Vergangenheit kann dein Kind detaillierter berichten.

4 bis 5 Jahre – Erzählen und Quatschen

Du wunderst dich nun manchmal über die komplizierten Satzformulierungen, die dein Kind nutzt: „Bei Julius zu Hause steht auch so eine Schüssel, aus der wir die Kirschen essen durften, aber die großen mussten wir für den Papa zurücklegen.“

Dein Kind erzählt nun viel und gerne, kann prima Geschichten wiedergeben und mit dir Bilderbücher besprechen. Noch kleine Lautunsicherheiten und Wortkreationen sind normal. Du merkst: Bis zum sechsten Lebensjahr ist bei deinem Kind im Bereich Sprache viel los. Bist du unsicher, ob dein Kind die Schritte der Sprachentwicklung normal durchläuft, ist dein erster Ansprechpartner der Kinderarzt. In den U-Untersuchungen wird auch ein Augenmerk auf die Sprache gelegt.

allgemeine Beratung

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Helen Mensen

Autorin - Helen Mensen

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