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Wie viel Schlaf braucht mein Baby?

Auch wenn das Schlafbedürfnis nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch schon bei Babys individuell ist, gibt es doch einige Erfahrungswerte. Sie können dir helfen, besser einzuschätzen, in welchem Alter dein Baby wie viel und wie lange schlafen sollte. Vielleicht werden dadurch auch eure Nächte wieder ruhiger, denn der Schlaf tagsüber steht mit dem Nachtschlaf in enger Verbindung.

Süsses Baby schläft auf dem Bauch mit rosa Mütze

0-4 Wochen

Nach der Geburt sind die meisten Säuglinge sehr müde und erschöpft. Daher solltest du deinem Baby möglichst viel Ruhe gönnen – lass‘ dein Kind also so viel schlafen, wie es möchte. Nur selten müssen Babys zum Füttern geweckt werden; das sollten eher Ausnahmen bleiben. Vermeide in dieser sensiblen Zeit Besuch und Trubel, denn das verhindert oft die nötige Erholung für Mutter und Kind.

  • Neugeborene brauchen meist nach ca. einer Stunde Wachzeit wieder ein Schläfchen – ziehe dich dann mit deinem Kind zurück und schau, ob es entweder im Bettchen oder auf dem Arm zur Ruhe kommt. In diesem Alter ist es auch ganz normal, dass Babys an der Brust oder Flasche einschlafen und viel Nähe brauchen, um in den Schlaf zu finden.

  • In den ersten 2-4 Wochen ist es meist sinnvoll, das Kind tagsüber im Hellen schlafen zu lassen, damit es sich langsam an Tag und Nacht gewöhnen kann. Wenn es aber dann tagsüber kaum zur Ruhe kommt, dunkle den Raum am besten auch zwischendurch tagsüber ab, damit dein Baby genügend Schlaf bekommt.

  • Oft schlafen Neugeborene selbst ein, wenn sie müde sind, es gibt aber auch Ausnahmen. Wenn dein Baby also von sich aus sehr lange am Stück wach ist, dann versuche, ihm zu regelmäßigen Nickerchen zu verhelfen.

  • Wenn dein Baby Probleme hat einzuschlafen, können Pucksäcke oder Babyhörnchen Halt geben und auch Tragehilfen und Federwiegen sind oft sehr hilfreich.

  • Typische Müdigkeitsanzeichen sind z.B.: Augen reiben, starrer Blick, glasige Augen, Kopf wegdrehen, quengeln, ruckartige Bewegungen.

5-12 Wochen

Die meisten Babys werden in diesem Alter deutlich wacher und neugieriger. Sie schlafen nicht mehr ganz so viel und beginnen, die Welt immer interessierter zu erkunden. Das ist unglaublich bezaubernd und beglückend – allerdings sollte man dabei beachten: Oft schlafen Säuglinge nun nicht mehr einfach „von selbst“ ein, wie es in den ersten Lebenswochen häufig der Fall ist. Es braucht nun deine Unterstützung, um zur Ruhe zu finden, denn regelmäßige Schläfchen auch tagsüber sind nach wie vor wichtig.

  • Nach etwa anderthalb Stunden Wachzeit (ab ca. 8-10 Wochen sind oft auch zwei Stunden okay) wird es Zeit für ein Nickerchen. Wichtig ist, dass es sich dabei auch tagsüber nicht nur um kurze „Power Naps“ handelt, sondern dass dein Baby zumindest zwei bis drei Mal am Tag anderthalb Stunden oder länger schläft. Nur so kommt es auch mal länger in den Tiefschlaf, was wichtig für die Erholung ist.

  • Um das zu erreichen, ist es sinnvoll, das Zimmer auch tagsüber abzudunkeln und sich zumindest für eine Weile ein- oder zwei Mal am Tag mit dem Baby zusammen schlafen zu legen. So fühlen sich die Kleinen sicherer und gewöhnen sich an längere Schlafenszeiten. Wenn ein Nachtlicht nötig ist, dann am besten ein rotes, weil das die Produktion des Schlafhormons Melatonin weniger stört.

  • Orientiere dich an den Müdigkeitszeichen, die du schon kennst: Augen reiben, starrer Blick, glasige Augen, Kopf wegdrehen, quengeln, ruckartige Bewegungen.

  • Aber Vorsicht: Nicht alle Babys zeigen so deutliche Signale. Schau‘ also auch auf die Uhr und biete deinem Baby spätestens nach anderthalb bis zwei Stunden Wachzeit ein Nickerchen an.

  • Auch in diesem Alter ist es noch völlig in Ordnung, wenn dein Baby beim Stillen oder an der Flasche oder auf dem Arm einschläft. Auch Tragen durch den Raum ist okay, allerdings sollte man das möglichst nicht als feste Gewohnheit etablieren, weil das mit zunehmendem Gewicht des Kindes anstrengend wird.

3-7 Monate

Oft pendelt sich in diesem Alter langsam ein Rhythmus ein. Zwei bis drei Tagesschläfchen pro Tag sind für die meisten Babys passend, wobei mindestens ein bis zwei länger dauern sollten (wenigstens anderthalb Stunden), damit es in den Tiefschlaf kommt. Zu kurze Schläfchen führen zu Überreizung und oft auch zu nächtlichen Schlafproblemen.

  • Den Schlaf am Tag kann man meist gut verlängern, indem man sich einmal am Tag dazu legt und selbst schläft oder per Kopfhörer ein Hörbuch genießt. Auch Dunkelheit am Tag ist förderlich für ein längeres Nickerchen.

  • Das Alter von drei bis vier Monaten stellt beim Schlafen einen wichtigen Übergang dar: In dieser Phase sollten Eltern langsam beginnen, mit ihrem Baby ein gewisses Maß an Eigenständigkeit beim Schlafen einzuüben. Es ist nicht schlimm, wenn dein Kind ab und zu an der Brust oder Flasche einschläft. Suche aber nach Gelegenheiten, ihm beizubringen, auch ohne diese Hilfe ins Reich der Träume zu finden.

  • Tragen sollte kein ständiger Ersatz sein, da das auf Dauer auch sehr anstrengend wird. Wenn dein Baby ein oder zwei Nickerchen im Tragetuch macht, ist das wunderbar, aber es wäre gut, wenn es auch an einem Nickerchen am Tag oder zumindest beim Abendschlaf die Erfahrung macht, dass es in seinem Bettchen einschläft.

  • Das geht meist am besten, indem man im dunklen Raum mit dem Baby kuschelt, bis es ruhig und schläfrig wird. Notfalls anfangs kurz herumtragen oder schaukeln, aber das möglichst nur, bis dein Kleines ruhiger wird – die Hilfen sollten schrittweise reduziert werden. Wenn dein Kind kurz davor ist, einzuschlafen, legst du es in sein Bettchen und beruhigst es dort weiter, indem du es streichelst. Sobald das gut funktioniert, kannst du es nach dem Kuscheln und Ablegen nur noch kurz streicheln und dann einschlafen lassen, während du nur noch daneben sitzt/stehst.

  • Am besten fängst du im Alter von drei Monaten an, dieses Vorgehen immer mal wieder zu üben – ohne Druck. Denn ab dem sechsten Lebensmonat wird es oft schwieriger, weil dann Trennungsängste häufig zunehmen.

8-12 Monate

Mit 8-10 Monaten haben die meisten Babys weiter gewisse Trennungsängste und das kann auch den Schlaf erschweren. Denn Schlaf bedeutet auch einen Abschied – besonders, wenn er nicht im Arm der Eltern stattfindet. Erwarte also nicht, dass dein Kind schon die Nacht allein durchschläft – es ist normal, dass es noch viel Nähe braucht, um sich sicher zu fühlen und schlafen zu können.

  • Für die meisten Babys sind nun ein Vormittags- und ein Nachmittagsschläfchen passend – zumindest eines sollte möglichst anderthalb Stunden oder länger dauern, damit dein Kind auch mal tagsüber im Tiefschlaf ist und sich richtig erholen kann.

  • Manche Babys stellen sich ab ca. 10 Monaten auf einen längeren Mittagsschlaf um – auch das ist ok. Wenn du aber merkst, dass dein Kind dann am frühen Abend extrem müde ist, kann es besser sein, den Mittagsschlaf etwas vorzuverlegen (z.B. auf 10:30 oder 11 Uhr) und dann gegen 15:30 Uhr nochmal ein kleines Nickerchen anzubieten.

  • Wichtig ist in jedem Fall, dass möglichst drei bis dreieinhalb Stunden zwischen letztem Nickerchen und Abendschlaf liegen.

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Melanie Schüer

Autorin-Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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