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Babyliebe auf den zweiten Blick

„Schon bevor du empfangen wurdest, wollten wir dich.
Schon bevor du geboren wurdest, liebten wir dich.
Schon bevor du eine Stunde auf Erden warst, hätten wir alles für dich gegeben. Das ist das Wunder unseres Lebens.“

- Maureen Hawkins

Mutter mit Baby im Tragetuch

Ein schönes Zitat, oder?

Und die allermeisten von euch werden sicher seufzen, sich an die ersten Stunden mit Baby erinnern und verliebt lächeln. Oder es ist genau dieses Bild, was ihr vor Augen habt, wenn ihr an die bevorstehende Zeit denkt. Und das ist ja auch genau richtig so, versteht mich nicht falsch.
Aber ich ärgere mich trotzdem ein bisschen über diese rosa-rote Wolke, die da immer wieder gezeichnet wird. Denn es ist einfach mal so, dass nicht alle Eltern sofort voller Liebe für ihr Baby sind. Manche Frauen sind nach der Geburt einfach viel zu platt für die großen Gefühle, andere sind überfordert mit der neuen Situation. Immerhin sind wir da plötzlich für ein neues Leben verantwortlich. Diese Verantwortung ist gerade am Anfang ja auch ein stückweit überwältigend. 

Manchmal dauert es ein bisschen länger

Meiner Meinung nach wird zu wenig darüber gesprochen, dass es eben durchaus Eltern gibt, die nicht sofort verliebt sind, sondern die dafür einen Moment länger brauchen. Das heißt ja nicht, dass sie sich weniger um ihr Kind kümmern, es heißt einfach nur, dass der Weg zur Elternliebe ein wenig länger dauert.
„Es verlieben sich ja auch nicht alle Menschen auf den ersten Blick“, erklärte mir eine Hebamme mal im Gespräch. Sie hätte öfter mit Eltern zu tun, die total verunsichert wären, weil sie zwar glücklich seien, dass das Baby auf der Welt ist, aber diese vielbeschriebene Liebe, die würden sie nicht spüren.
„Es dauert manchmal eben einfach ein bisschen länger“, genau das sagte die Hebamme zu mir. Genau das sagt sie Eltern, die sich Vorwürfe machen. Denn das tun die allermeisten. Sie haben Angst und fürchten sich davor, zuzugeben, dass sie nicht in ihre Kinder verliebt sind. Sie kümmern sich, kuscheln ihre Kinder und ja, auch diese Eltern würden alles für ihre Kinder geben. Aber genau das ist das Problem. Dass sie nicht darüber reden dürfen. Weil es ein Tabu ist.

Anfangsschwierigkeiten oder postnatale Depressionen

Versteht mich nicht falsch, ich rede hier nicht von >>postnatalen Depressionen. Die sind für die Mütter viel schlimmer, und da brauchen sie jede Unterstützung, die sie bekommen können. Ich rede hier wirklich nur von einigen Wochen der Startschwierigkeiten, in den man sich eben über das Kind freut, aber nicht so richtig die Schmetterlinge im Bauch fliegen. Natürlich ist der Grad schmal, aber ein erster Schritt wäre sich eben der Hebamme anzuvertrauen.
Ich bin dafür, dass sowohl über postnatale Depressionen mehr gesprochen werden sollte, als auch über die verwirrenden Gefühle der ersten Wochen. Denn nur, wenn wir uns darüber austauschen, dann können wir das Tabu enttabuisieren. Das könnt ihr auch hier auf ElternLeben.de tun, zum Beispiel in der Gruppe >>Schwangerschaft, Geburt & Babyblues!
Die Zeit mit einem Baby ist aufregend, alles ist neu und viele Eltern sind verunsichert, wie das alles so funktioniert, dieses neue Leben mit dem neuen Menschen. Sich da noch zusätzlich Gedanken machen zu müssen, ist nicht so einfach. Deswegen hoffe ich, dass euch dieser Artikel ein kleiner Trost ist. Ihr seid nicht allein, es gibt viele, denen es so geht. Wenn ihr Fragen dazu habt, wendet euch vertrauensvoll an die >>Online-Beratung. Die Experten helfen gerne! 

Experten Gruppe Leben m Baby schlafen, schreien, Glücksmom.

Wenn du weiterführende Fragen hast, stelle sie unseren ExpertInnen in der Gruppe >>Leben mit Baby: Schlafen, Schreien, Glücksmomente oder direkt in unserer >>Online-Beratung!

Autorin-Andrea Zschocher

Dieser Artikel wurde von Andrea Zschocher verfasst. 
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