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Urlaub mit Baby!

Kleine runde Füße im warmen Sand, lässige Städtetouren mit Babytrage und als Familie gemeinsam Unbekanntes erkunden? Davon träumen viele Eltern. Aber schon die erste Planung zeigt – Reisen mit Nachwuchs ist etwas völlig anderes. Worauf solltest du achten, wenn ein Säugling mitfährt? Und wann ist die beste Zeit für den ersten langen Familienausflug? Urlaub mit Baby kann herrlich sein, wenn die Bedürfnisse des jüngsten Familienmitgliedes in die Planung einbezogen werden. Denn natürlich nützt die schöne Umgebung wenig, wenn die Reisegruppe aus einem unruhigen unglücklichen Kind und gestressten Eltern besteht.

Reisen mit Baby im Auto

Die Babyzeit ist eine unkomplizierte Reisezeit!

Das Wichtigste hat ein Baby immer dabei: seine Eltern. Im Tragetuch oder in der Tragehilfe können sie fast überall hinkommen. Sicher, Babys ist es eigentlich ziemlich egal, wohin die Reise geht, denn Spielen, Kuscheln und die Nähe zu Mama und Papa – darauf legen sie Wert.

Es gibt keine Faustregel, ab wann Babyreisen erlaubt sind. Aber es ist sicher sinnvoll, sich gemeinsam zu Hause kennen zu lernen und abzuwarten, bis sich ein Rhythmus einpendelt. Ziemlich oft haben reiselustige Eltern auch reiselustige Kinder – wenn sich die Eltern selbst fit fühlen, Lust auf Reisen haben und das Baby gesund ist, dann steht dem Urlaub nichts im Wege. Aber überfordert Euch nicht gleich: Eine gute Idee ist ein erster Kurzurlaub. Vielleicht zu den Oma und Opa, wenn die nicht in der gleichen Stadt wohnen?

So ein erster Tapetenwechsel kann gut tun – aber auch eine Herausforderung sein. Was muss alles eingepackt werden? Was ist zu bedenken? Wenn der erste „Testlauf“ unkompliziert ist, kann die Planung für eine längere Reise losgehen. Wenn schon ein paar Tage nervig waren, etwa weil der Winzling gar nicht zur Ruhe kam und auch die Eltern sich gestresst fühlten, ist Zeit für eine Fehleranalyse. Was lief schief? Was genau war denn so anstrengend? War es doch noch für alle zu früh? Was könnte den Urlaub zu einem guten Erlebnis werden lassen?

All-Inclusive oder Abenteuertour? Welcher Urlaub soll es sein?

Wichtig ist es, die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder zu klären und die Erwartungen realistisch an die Möglichkeiten anzupassen. Mama träumt von Wellness-Anwendungen, Papa möchte Surfen und das Baby entdeckt die Welt gerade mit runden Augen - wie wäre es dann z.B. mit Urlaub an der Ostsee.
Das Gute liegt durchaus nah. Es gibt viele Hotels, die sich mittlerweile auf junge Familien spezialisiert haben. Wer lieber für sich bleiben möchte, zieht eventuell eine Reise in ein Ferienhaus vor. Auch Städtereisen sind mit Baby möglich – aber reines Sightseeing kann mit Baby sehr anstrengend werden. Ob Strand- oder Bauernhofurlaub ist schlichtweg Typfrage. Was für Reisen habt ihr als Paar gemacht? Wer schon immer Campen hasste wird es jetzt auch nicht zu schätzen wissen – und umgekehrt. Aber sicher habt ihr euch auch vor dem Baby schon einigen müssen. Wichtig ist eine gute Planung.

Wichtige Baby-Urlaubsfragen

  • Wie soll der Urlaubsalltag aussehen (Ausflüge, Ruhezeiten usw.)? 
  • Wie babyfreundlich ist die Unterkunft?
  • Wie weit ist die Anreise?
  • Kann das Baby das Klima vertragen?
  • Ist ein Kinderwagen, Babybett etc. vor Ort? 
  • Wie ist die Verpflegung?
  • Gibt es medizinische Versorgung?

Fahrrad – E-Bike – Bahn – Auto – Flugzeug?

Mit welchem Fahrzeug ihr euren Urlaub plant, will gut überlegt sein. Hier einige Vorschläge und Anregungen zu unterschiedlichen Reisemöglichkeiten:

Fahrrad / E-Bike
Inzwischen gibt es sehr praktische Lastenfahrräder, mit denen ein Familienurlaub mit Baby gut planbar ist.
Babys und Kleinkinder lassen sich hier sicher in einen entsprechenden Kindersitz platzieren. Diese Fahrräder sind meist E-Bikes und geeignet, um ‚Strecke machen‘. Natürlich müssten dann alle Familienmitglieder mit einem E-Bike ausgestattet werden, um gemeinsam gut voran zu kommen.
Diese Art der Fortbewegung hat natürlich den Vorteil, sehr umweltschonend unterwegs sein zu können. Außerdem hält es fit und man kann sich an der ‚vorbeifahrenden Umgebung‘ erfreuen. Plant Pausen ein. Gerade wenn Babys mobiler werden, mögen sie das Reisen oft gar nicht so gern.

Bahn
Hier könnt ihr natürlich weiter und schneller an euer Urlaubsziel kommen. Angenehm am Bahnreisen ist die Möglichkeit, sich zwischendurch bewegen zu können. Dies wird eurem Baby gefallen. Erkundigt euch, ob es in der Bahn ein Familienabteil gibt. Denkt daran, Spielzeug und angemessene „Bespaßung“ griffbereit zu haben. Für eine längere Bahnfahrt haben Babys oft nicht die Geduld. Ökologisch betrachtet liegt das Bahnfahren sicher in einem vertretbaren Bereich.

Auto
Selbstverständlich gilt auch hier: weite Strecken in relativ überschaubarer Reisezeit sind mit dem Auto gut möglich. Manche Babys fahren jedoch gar nicht gern Auto – schon eine dreistündige Fahrt mit ungnädigem Baby ist reichlich anstrengend, für alle. Am besten in der Nacht fahren und viele Pausen einplanen. Idealerweise sitzt ein Elternteil hinten beim Kind, um es zu beschäftigen. Aus ökologischen Gründen, ist das Reisen mit dem Auto nicht zu empfehlen.

Flugzeug
Im ‚Sauseschritt‘ ist das Reiseziel erreichbar. Oft gibt es klimatische Umstellungen, die eurem Baby durchaus zu schaffen machen können. Euch selbst geht es ja, bei starken Temperaturschwankungen, nicht anders. Einige Airlines bieten einen speziellen Babykorb an – doch der ist für ältere Babys oft zu eng. Dann wird das Baby auf dem Schoß der Eltern angeschnallt. Für Eltern, Kind und Mitreisende nicht immer leicht. Beim Starten und Landen sollte das Kind trinken, denn durch Schlucken kann es den Ohrendruck ausgleichen. Nicht vergessen werden sollte auf jeden Fall eine prall gefüllte Wickeltasche. Tipp: Immer darauf einrichten, notfalls 24 Stunden ohne Gepäck auszukommen!

Inzwischen wissen wir, das eine Flugreise, ökologisch gesehen, so ziemlich das Schlimmste ist, was eine einzelne Person der Umwelt antun kann. Daher legen wir euch ans Herz, zu überdenken, ob eine Flugreise wirklich die einzige Möglichkeit für euch ist, einen schönen Urlaub zu verbringen?

Die Formalien nicht vergessen:

Vor Reiseantritt ins Ausland ist es wichtig, dass das Baby einen Kinderreisepass hat. Auch auf Impfungen und Auslandskrankenschutz sollte – auch beim Kurztrip nach Dänemark oder in die Schweiz - unbedingt geachtet werden. Sicherheitshalber bei der Krankenkasse nachfragen!

Und was muss mit?

Klingt stressig – hilft aber ungemein: vor der Reise unbedingt eine Packliste machen. So kann an alles gedacht werden. Gibt es im Urlaubsort die bevorzugte Windelmarke?  Auch der Inhalt von Fertiggläschen variiert von Land zu Land. Ein Pürierstab muss eventuell auch mit, wenn du den Brei selbst zubereitest. Auch Medikamente und Waschpulver sollten dabei sein. Und bei Urlaub in der Sonne ist Sonnenschutz in jeder Hinsicht das Nonplusultra für euer Baby.

Das Wichtigste zum Schluss

Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Eltern wollen immer irgendwohin – Kinder wollen immer irgendwo sein. Dieser Satz gilt auch schon für Babys. Je mehr ihr euch seinem Rhythmus anpasst, desto entspannter wird euer Urlaub sein. Es sind die kleinen Glücksmomente, die zählen: warmen Sand unter den Füßen zu spüren, ohne Zeitdruck gemeinsam zu dösen und einfach zusammen lachen – das macht das Abenteuer Familie so toll! 

Autorin - Silke Plagge

Dieser Artikel wurde von Silke Plagge verfasst.