Pro / Contra

Mein Büro: Babyfreie Zone?

Bei der Frage, wie viel Familie auf Schreibtisch soll bzw. darf, gehen die Meinungen auseinander. Während die Einen gerne ihre Lieben um sich haben und Fotos und Bilder als Bereichernde Motivation empfinden, verbannen die Anderen alle Anzeichen eines persönlichen Umfeldes, um den neutralen und professionellen Auftritt zu erzielen. Hier stellvertretend zwei Standpunkte als Impuls zum Nachdenken für euch. 

Pro und Contra
Mutter arbeitet im Büro

Florian Z.: "Fotos und erste Malversuche dürfen an der Pinnwand nicht fehlen"

Florian Z., 34, lebt in Hamburg, ist verheiratet und Vater von zwei Mädchen. Er arbeitet als Journalist und ist stolzer Besitzer eines Einzelbüros. In diesem werden auch die Werke und Bilder seiner Kinder präsentiert.

Als Journalist bin ich so etwas wie ein Jäger und Sammler: Auf, neben und unter meinem Schreibtisch stapeln sich Massen von Zeitungen, Magazinen, Notizen und Ordner. Klar, dass dort auch Fotos und erste Malversuche meiner Töchter nicht fehlen dürfen und an der Pinnwand hängen. Es ist mir wichtig auch im Redaktionsstress - wenn ich gerade vielleicht mal keine Zeit habe, kurz mit meinen Kindern zu telefonieren - sie trotzdem präsent zu haben. Häufig spielen mir gerade in dieser Phase, wo alles schnell gehen muss, ihre Bilder ein Lächeln aufs Gesicht. Glücklicherweise habe ich ein Einzelbüro und keinen Kundenkontakt, sodass diese persönlichen Dinge Anderen nicht zu viel von meiner Familie und mir Preis geben.

Thi-Thanh-Thao Dao: "Büro ist Büro. Privat ist Privat."

Thi-Thanh-Thao Dao, 41, Mutter von einer Tochter (7), ist diplomierte Betriebswirtin und seit einem Jahr als Verantwortliche der ENDO CLUB Academy Hamburg tätig. Sie ist überzeugt, dass mit Freude, Freundschaft und Fairness imLeben alles machbar ist.

Für mich sind klare Strukturen wichtig und daher trenne ich meine Welten. Im Beruf wie im Privatleben will ich 100% geben. Ich arbeite während der Arbeitszeit und bin Mutter während des Feierabends. Seit meine Tochter auf der Welt ist, sind für mich die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben noch deutlicher geworden. Früher habe ich die Arbeit mit nach Hause genommen und verbrachte sehr viel Zeit im Büro und mit Kollegen.
Heute heißt es für mich: Büro ist Büro. Privat ist Privat. Und daher gibt es auf meinem Schreibtisch auch keine Schnappschüsse, keine Krakelbilder, keine handgeschriebenen Briefchen. Nichts davon. Meine Lieblingsfotos habe ich auf meinem iPhone und somit immer bei mir. Aufgeteilt und abgezirkelt ist auch meine Zeit, denn ich will sowohl im Job, aber natürlich auch für meine Familie Zeit haben. Bei meiner Arbeit möchte ich meine Familie, insbesondere mein Kind, ganz bewusst im Hintergrund lassen. Ich möchte nicht als engagierte Mutter, sondern in erster Linie als engagierte Mitarbeiterin gesehen werden.