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Leistungsdruck in der Grundschule - Das können Eltern tun!

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Das spüren Kinder schon im Kindergarten, wenn Eltern darüber sprechen, was ihre Kinder schon alles können. Die positiven und negativen Reaktionen auf ihre erbrachten Leistungen lassen sie schnell verstehen, was gewünscht wird und ob sie „gut“ oder „schlecht“ sind.
Zu erkennen, ob euer Kind sich erhöhtem Druck aussetzt und wie ihr eurem Kind helfen könnt diesen abzubauen, lest ihr in diesem Artikel.

Grundschulkind Mädchen sitzt frustriert am Schreibtisch

Spätestens in der Grundschule...

...vergleichen sich die Kinder dann mit ihren MitschülerInnen und definieren sich mehr und mehr über ihre erbrachten Leistungen. Sie setzen sich unter Druck, was zu Stress führt, aber eben oft nicht zu der gewünschten Leistungssteigerung. Ein Teufelskreis.

Gerade leistungsstarke Kinder setzen sich einem hohen Druck aus, aus Angst vor einem Leistungsabfall. Außerdem gehen sie unbewusst davon aus, dass ihr Umfeld gute Noten von ihnen erwartet. Leistungsdruck kann jedes Kind treffen. Daher sollten Eltern von Schulkindern dieses Thema immer mit im Blick haben.

Warnsignale

Auf diese Warnsignale für Leistungsdruck solltet ihr achten:

  • Müdigkeit
  • Niedergeschlagenheit, Traurigkeit
  • Sinkende Lernmotivation, weniger Lernen aus Interesse
  • Körperliche Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen (insbesondere am Morgen vor einer Prüfungssituation)
  • Selbstwertgefühl sinkt (von schulischen Leistungen abhängig)
  • Konzentrationsprobleme
  • Spricht viel über Zensuren, Schule, vergleicht sich viel mit anderen Kindern

Ursachen

Folgende Gegebenheiten bzw. Ursachen führen zu Leistungsdruck oder erhöhen den Druck:

  • Zensuren
  • Schullaufbahnempfehlung
  • Vergleiche mit MitschülerInnen oder Geschwistern
  • Leistungsabfall
  • Teilleistungsschwäche: LRS, Dyskalkulie, ADHS führen bei Kindern oft zu der Annahme mehr leisten zu müssen, um Defizite auszugleichen
  • Druck durch die Lehrkraft
  • Belohnungen und Bestrafungen:
    Gerade Eltern und Großeltern versuchen die Motivation ihrer Kinder gerne durch externe Anreize zu erhöhen. Dieses gut gemeinte Vorgehen erhöht nur leider bei Kindern den Druck und lenkt den Fokus noch stärker auf die schulischen Leistungen. Bei dem Kind verinnerlichen sich Sätze wie diese:
    „Meine Eltern wollen, dass ich gut in der Schule bin, sonst würden sie mich ja nicht belohnen, wenn ich eine 1 schreibe. Über eine 1 freuen sie sich mehr als über eine 2, da bekomme ich schließlich weniger. Und eine 3 ist schlecht, da bekomme ich gar nichts.“

    Zudem ist vielen Erwachsenen nicht klar, dass eine ausbleibende Belohnung wie eine Bestrafung wirkt.

Das könnt ihr tun:

  • Euer Kind annehmen wie es ist und es spüren lassen, dass ihr es unabhängig von den schulischen Leistungen liebt, unterstützt und an es glaubt
  • Selbstwertgefühlt ausbauen: Stärken benennen und Talente fördern, auch außerhalb der Schule. Eine häufige Reaktion von Eltern auf einen Leistungsabfall ihres Kindes ist das (vorübergehende) Einstellen der Ausübung eines Hobbys. Dadurch wird allerdings gerade Kindern mit schwächeren Leistungen genau der Bereich genommen, in dem sie ihre Selbstwirksamkeit und ihre Stärken erfahren.
  • Mit dem Kind im Gespräch bleiben. Fragen stellen:
    - Wie fühlst du dich bei Klassenarbeiten?
    - Was gefällt dir/gefällt dir nicht in der Schule?
    - Wovor hast du Angst?
    - Was würdest du gerne ändern, wenn du könntest?
    - Was fällt dir schwer?
    - Wobei bräuchtest du Unterstützung?
  • Entspannungsstrategien trainieren: Yoga, Autogenes Training, Atemübungen
  • Wissbegierde des Kindes fördern und unterstützen: Museumsbesuche, Naturerlebnisse, Bibliothek, etc.

Das könnt ihr tun:

  • Gespräch mit der Lehrkraft führen und nach Möglichkeiten der Entlastung in der Schule suchen:

    1. Lernorte verändern (z.B. Arbeit in einem anderen Raum schreiben, wo das Kind weniger abgelenkt ist
    2. Schallisolierende Kopfhörer verwende
    3. Ruhige Musik die dein Kind von Zuhause kennt, über Kopfhörer hören dürfen
    4. Sitzplatz verändern (einige Kinder können sich beispielsweise schlechter konzentrieren, wenn  jemand hinter ihnen sitzt)
    5. Lehrkraft für das Thema sensibilisieren
      Lehrkräfte bemerken oft nicht, dass sie mit bestimmten Aussagen Druck auf ihre SchülerInnen ausüben. Daher ist eine Rückmeldung der Eltern wichtig.
    6. Bewegungspausen nutzen dürfen oder im Unterricht installieren
    7. Entspannungsstrategien im Unterricht lernen und anwenden
    8. Leistungsdruck in der Klasse thematisieren

  • Nachhilfe oder Lerntherapie: um ggfs. vorhandene Lernschwierigkeiten oder schwächen von Experten zu beheben.
  • Klasse wiederholen. Wenn ihr das Gefühl habt, euer Kind ist in seiner Entwicklung einfach noch nicht so weit wie die anderen Kinder in der Klasse, kann eine Wiederholung für Entlastung sorgen. Dies sollte gut mit der Klassenlehrkraft besprochen werden.
  • Elternabend zu dem Thema veranstalten:
    - Austausch
    - Ideen für ein entspannte Lernatmosphäre entwickeln
    - Zusammenarbeiten
  • Gespräche mit MitschülerInnen über das Thema führen

Am Wichtigsten...

...für den Schulerfolg ist die Lernmotivation deines Kindes, diese aufrecht zu erhalten sollte daher oberste Priorität haben. Mit Freude kommt ihr leichter ans Ziel!

allgemeine Beratung

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Autorin - Malena Böse

Dieser Artikel wurde von >>Malena Böse verfasst. 
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