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Selbstfürsorge für Teenager-Eltern

Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder große Sorgen … könnte dieser Satz auch von dir sein? Dann gehörst du zu den Eltern, die sich gerade in der Phase mit einem großen Kind besonders viele Gedanken machen. Aber denkst du auch genug an dich?

Teenagereltern: Entspannte Füße mit Blumen auf Wiese

Wo bleibe ich?

Oft fühlen sich Eltern von Heranwachsenden ziemlich ausgelaugt. Kein Wunder, denn sie sind meist berufstätig, organisieren den Haushalt, kümmern sich um Verwandte  - und dann ist da noch das große Kind, das immer wieder seine Grenzen sucht. Grund zum Nachdenken gibt es genug: Während dein Sohn fröhlich feiert, sorgst du dich, ob er wirklich genug für die Mathearbeit geübt hat, oder fragst dich, ob deine Tochter dir alles von der Schule erzählt und grübelst, ob das Zeugnis für eine gute Lehrstelle oder für ein bestimmtes Studium reichen wird.

Die durchwachten Nächte, weil das Baby wegen Zahnschmerzen weint sind längst vorbei – aber nun liegst du wach, weil du dich fragst, ob das große Kind sicher nach Hause kommt. Die Gedanken kreisen um die Bedürfnisse des Heranwachsenden – aber was ist mit deinen Bedürfnissen? Denen als Frau, als Mann? Wo bleibst du? Sorgst du dich denn auch um bzw. für dich selbst? Nicht nur dein Kind lernt gerade das Loslassen, auch du solltest das tun und nun wieder mehr an dich denken.  Dein Wohlbefinden und deine Gelassenheit wirken sich auch auf das Familienklima positiv aus – und davon profitieren wiederum auch die „Sorgenkinder“. 

Hier einige Tipps zum Auftakt deiner Selbstfürsorge:

1. Tausche dich aus

Erinnerst du dich noch an die Krabbelgruppe? An das Gefühl, wie gut es tut, mit anderen Müttern oder Vätern in einer ähnlichen Situation zu sprechen? Heute siehst du wahrscheinlich die Eltern der anderen Kinder kaum noch, aber vielleicht ist es an der Zeit, wieder alte Kontakte zu pflegen? Oder die eine Mutter anzurufen, mit der du dich auf dem Elternabend so nett unterhalten hast? Denn auch jetzt ist ein Austausch mit Anderen, die in einer ähnlichen Lebensphase sind sehr stärkend. Es tröstet, wenn du hörst, das auch andere Teenies manchmal sehr herausfordernd sind, ihr könnt euch Tipps geben und einfach auch gemeinsam Lachen.

2. Tu dir etwas Gutes

Gerade, wenn du das Gefühl hast nur noch zu funktionieren, solltest du die Notbremse ziehen. Warum fühlst du dich gerade so angespannt? Was kann helfen? Und was wünschst du dir überhaupt für dich selbst? Was sind gerade deine größten Wünsche und Bedürfnisse? Beginne mit erreichbaren Zielen: ein regelmäßiger Spaziergang, jede Woche ein frischer Blumenstrauß, eine monatliche Massagebehandlung, ein neues Lieblingsparfum.

3. Nutze die neue Freiheit

In den letzten Jahren warst du ganz schön oft fremdbestimmt. Du musstest auf die Kinder, den/die Chef/in, deine/n Frau/Mann, deine Eltern und auf so viele andere Menschen Rücksicht nehmen. Mal eben mit Freunden am Abend ins Kino? Als die Kinder klein waren, war immer Logistik nötig, wer betreut in der Zeit den Nachwuchs? Wer kauft ein? Das ist jetzt nun alles viel entspannter. Dein Teenager möchte gar nicht mehr ständig betreut werden. Endlich hast du nun Zeit für ein neues Hobby, für ein Ehrenamt oder Sport. Suche dir etwas, das du schon lange machen wolltest und das dir Spaß macht.

4. Freue dich auf mehr Zeit für die Partnerschaft

Endlich wieder zu zweit am Abend. Noch ein wenig ungewohnt? Als Teenager-Eltern habt ihr wieder mehr Zeit als Paar. Nützt, sie um euch nach den Interessen des anderen zu erkunden, schmiedet gemeinsame Pläne und überlegt euch, was ihr euch für euch wünscht. Was habt ihr als Paar für Ziele, für Träume? Vielleicht ist jetzt der gemeinsame Tanzkurs an der Reihe oder die kleine Wochenend-Flucht in euer altes Lieblingshotel. Ein gemeinsamer Abend nur für euch sollte jetzt nicht mehr die Ausnahme sein, sondern wieder die Regel werden, damit ihr euch nicht aus den Augen verliert, sondern euch gemeinsam weiterentwickeln könnt.

5. Suche dir neue Ziele

Das Haus ist gebaut, der Garten angelegt und die Kinder aus dem Gröbsten raus – wunderbar. Doch wer viele Jahre auf ein Ziel hingearbeitet hat, kann sich nun auch merkwürdig leer fühlen. Dann wird es wieder Zeit für langfristige Ziele. Vielleicht solltest du (am besten mit deinem Partner) anfangen, Träume zu spinnen. Gibt es im Job noch Dinge die du erreichen willst? Oder eine Traumreise, auf die du sparen möchtest? Wolltest du schon immer einen Hund haben? Wo möchtet ihr langfristig wohnen, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Die Zeit für neue Pläne ist nun da – es liegt an dir, sie zu nutzen.