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Medienkompetenz - Kurzüberblick 7 Jahre - 10 Jahre

Medien faszinieren Kinder. Von Anfang an. Wer heute aufwächst, kennt sich in der Welt der ständig präsenten Medien meist sehr gut aus. Dies ist im digitalen Zeitalter unvermeidlich. Daher ist ein achtsamer Umgang mit den Medien umso wichtiger. Nur durch eine bewusste Nutzung lassen sich Chancen und Herausforderungen ergreifen und Gefahren vorzeitig erkennen. Der Umgang mit den digitalen Medien sollte also sehr früh geübt werden.
Wir haben im Folgenden eine Kurz-Orientierung zur Medienkompetenz für euch zusammengestellt. Zur detaillierteren und tieferen Beleuchtung empfehlen wir euch die Initiative des Bundesfamilienministeriums „SCHAU HIN“

Drei Grundschulkinder am Laptop

Die Empfehlung der Nutzungszeit im Folgenden ist ein Richtwert, eine Orientierung. Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf mediale Einflüsse. Um ein gutes Zeitmaß zu finden, ist es empfehlenswert euer Kind zu beobachten. Ist es beispielsweise wiederholt nach dem Computer, Smartphone oder TV Konsum teilnahmslos, aggressiv oder gelangweilt, hat es höchstwahrscheinlich zu lange vor dem Bildschirm gesessen.

Grundsätzliche Tipps zum Medienverhalten

  • feste Regeln für die unterschiedlichen Medienangebote aufstellen (altersgerecht, typgerecht und familiengerecht). Vielleicht vereinbart ihr einen >>Mediennutzungsvertrag BEVOR die Pubertät beginnt.
  • lasst euer Kind (0J. - 6J.) nicht im Cyberspace allein.
  • unterstützt und begleitet euer Kind in der Entwicklung seiner eigenen Medienkompetenz. Eine empfehlenswerte Internetseite mit Suchmaschine und sicherem Surfraum für Kinder ist >>fragFINN
  • Übt das Surfen, gemeinsam!
  • Wenn euer Kind doch mal allein vor dem Smartphone, Tablet etc. sitzen darf, habt sorgfältig den Inhalt ausgewählt (gemeinsam) und stets die Zeit im Überblick.
  • Zeigt Interesse an den Inhalten, die eurem Kind gefallen (z.B. Videos, Spiele, Bilder)
  • Klärt eure heranwachsenden Kinder (3 J. - 16J.) im Laufe der Zeit immer wieder über die Gefahren im Internet auf (z.B. Cybermobbing, Suchtgefahr, Datenklau, die Folgen vom Posten persönlicher Inhalte etc.) Dies funktioniert nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Aufklärung -spielerisch im besten Fall- von Anfang an.
  • Zögert ein eigenes Smartphone für euer Kind solange wie möglich hinaus. In der Grundschule ist dies noch nicht nötig. Wenn euer Kind erreichbar sein soll, dann ist ein Handy ohne Internet ab 10J. zu empfehlen.
  • Räumt Ausnahmen der Regeln ein.
  • Seid Vorbild, von Anfang an.
  • Seid nicht frustriert, wenn das mit dem Vorbild nicht immer klappt, ABER: arbeitet daran, macht euch euer eigenes Verhalten bewusst, da es eurer Kind in den ersten sieben Jahren maßgeblich prägt.

7 Jahre - 10 Jahre - Grundschulkind

Der inhaltliche, mediale Einfluss ist in dieser Wachstumsphase extrem groß. Daher ist der geschulte, begleitete Umgang mit den digitalen Medien als Teil des Grundschulunterrichts wichtig. Medienkompetenz gilt inzwischen als sogenannte Schlüsselkompetenz wie das Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen. In Zeiten des ‚interaktiven Whiteboards’ in Klassenzimmern (digitale Tafel, die mit dem Computer verbunden ist), ist die mediale Einsatzmöglichkeit dort sehr breit gefächert. Mit zunehmendem Wachstum des Kindes wächst auch die Wichtigkeit für das Kind, Medien eigenständiger nutzen zu können und zu dürfen. Dies ist die Zeit, in der Eltern mehr und mehr ins Vertrauen gehen können/sollten. In dieser Phase beginnt die Vermischung der schulischen und außerschulischen Bereiche zur Mediennutzung, z.B. WhatsApp Klassenchat, um (meist) schulische Themen zu klären.

Chancen / Vorteile:

  • großes Angebot an Lern- und Spaßsoftware für Schule und zu Hause.
  • Kreative Prozesse können in Gang gesetzt werden. Mit Unterstützung (Begleitung) der Eltern und Schule z.B. Herstellung eines Videos, Fotos, Foto- u. Filmbearbeitung.
  • Bewussteres Wahrnehmen sowohl der realen als auch virtuellen Welt. Weiterentwicklung der konstruktiven Kritikfähigkeit beider Welten. Reflektionsvermögen schulen. „Ist wirklich immer alles ‚cool’ im Internet“?   „Wie lassen sich beide Welten miteinander vereinbaren“?

Gefahren:

  • Unkontrollierter Medienkonsum kann langfristige Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung hervorrufen.
  • Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Bewegungsmangel, Tendenz zur Gewichtszunahme und soziale Schwierigkeiten.
  • Wachsende, einseitige Identitätsentwicklung durch Medien z.B. zu starke Identifizierung mit YouTube Stars.

Empfehlung:

  • Kommunikation und Austausch ist durch alle Wachstumsphasen wichtig, in dieser Zeit jedoch hat es einen besonderen Stellenwert. Die Kinder sind noch nicht in der Pubertät, d.h. der bisher gewohnte Umgang (verbal und körperlich) funktioniert meist noch. Und gleichzeitig sind sie für neue "Kommunikations-Tiefen" reif genug. Zum Thema Medienkompetenz können hier noch etwas "williger" Abmachungen getroffen und gehalten werden.
    Mediensensibilisierung kann weiterentwickelt werden. 
  • gemeinsame Aktivitäten unternehmen, solange es vom Kind gewünscht ist. Auch gern mal etwas fernab der medialen Welt. 
  • Nutzungszeit: nicht länger als 45-60 Min. tägl. Evtl. einen >>Mediennutzungsvertrag miteinander abschließen.

Autorin-Sabine Linz

Dieser Artikel wurde von Sabine Linz verfasst. 
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