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Schlaf-Tipps für Grundschulkinder

Kinder im Grundschulalter haben oft schon einen richtig vollen Tag und brauchen ihren Schlaf, um all die großen und kleinen Abenteuer des Alltags gut verarbeiten zu können. Doch auch in diesem Alter fällt Kindern das Abschalten manchmal schwer. Deshalb findest du hier Tipps, wie du deinem Grundschulkind beim Ein- und Durchschlafen helfen kannst: 

Halbmond am Sternenhimmel

1. Pausen zum Auftanken einplanen:

Die meisten Grundschulkinder benötigen keinen Mittagsschlaf mehr. Es ist aber sinnvoll, pro Tag zumindest 20-30 Minuten einzuplanen, in denen dein Kind ruhig eine CD hört, mit dir kuschelt oder leise im Zimmer spielt. Auch eine Massage ist eine tolle Möglichkeit für eine kleine Entspannungseinheit.

2. Mediennutzung begrenzen:

Kinder in diesem Alter sollten täglich nicht mehr als 30-45 Minuten lang Medien wie Fernsehen, Konsolen, etc. konsumieren. Achte darauf, dass dein Kind nicht vor dem Schlafengehen fernsieht oder Computer spielt, weil dadurch das Gehirn überreizt wird und somit Einschlafen und Durchschlafen sehr viel schwieriger wird.

3. Gesundes Abendessen:

Zucker sollte generell sparsam eingesetzt werden – besonders abends. Zum Abendbrot sollte es kein Nutella, Marmelade, Saft, Kakao o.ä. geben und auch das Müsli sollte keinen Zucker enthalten. Allerhöchstens kann man mal eine kleine Menge Knuspermüsli mit zuckerfreien Haferflocken mischen oder Naturjoghurt mit ein paar Löffeln Fruchtjoghurt mischen. Toll schmeckt Naturjoghurt aber auch mit Apfelmus ohne Zuckerzusatz. Wenn s Kakao geben soll, kann man den leicht selbst auf gesunde Art machen: Dazu z.B. Hafermilch (sie hat eine natürliche Süße) warm machen und währenddessen in einer Tasse ungezuckerten Back-Kakao mit etwas Milch und Wasser glattrühren und dann in die warme Hafermilch geben. Hafer ist übrigens grundsätzlich schlaffördernd, ähnlich wie Hirse.

4. Auch große Kinder lieben Rituale:

Lass' den Abend ruhig ausklingen und gebe deinem Schatz nochmal eine Extraportion Zuwendung und Nähe. Auch Grundschulkinder genießen es, von ihren Eltern ins Bett gebracht zu werden, weil sie dadurch Geborgenheit und Liebe tanken können: Lesen, Kuscheln, evtl. eine Massage, Beten, o.ä.. Wenn noch kleinere Geschwister da sind, ist die Zeit natürlich begrenzt, aber zumindest 10 Minuten sollten drin sein. Sprecht nochmal ein wenig über das, was am Tag passiert ist – abschließen sollte man diese Tages-Reflexion damit, was heute schön und gut gelaufen ist.

5. Sorgen und Ängste ernst nehmen:

Ein Kuscheltier wie ein Sorgenfresser kann helfen, gewisse Ängste loszulassen. Die Kinder malen die Sorge dann auf oder lassen sie von den Eltern aufschreiben und stecken den Zettel dann in das Maul des Sorgenfressers. Alternativ kann man auch eine Sorgen-Box basteln. Wenn dein Kind Ängste hat, ist es wichtig, diese ernst zu nehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dabei reicht es nicht, nur zu erklären, dass es z.B. keine Monster oder Gespenster gibt. Hilfreicher ist es, Lösungen zu erfinden, die in der Phantasie des Kindes helfen, z.B.: „Eigentlich gibt es gar keine Monster. Aber wenn du dich trotzdem so fühlst, können wir ja mal überlegen, was helfen könnte. Vielleicht basteln wir ein Schild auf dem steht „Monster verboten! Monster landen sofort im Gefängnis!“ oder wir machen ein Monster-Abwehr-Spray (eine Sprühflasche mit Wasser und ggf. etwas Lavendelöl).“ Oder: „Wir denken uns aus, was dir in einem Alptraum hilft– z.B. ein Zauberschwert oder ein unsichtbarer Held, der dich beschützt?“

6. Bedürfnisse äußern:

Mit Grundschulkindern kann man schon sehr gut über verschiedene Bedürfnisse reden. Deshalb ist es gut, wenn Eltern ihrem Kind ehrlich erklären, weshalb sie sich Veränderungen beim Schlaf wünschen, z.B.: „Ich brauche abends mal Zeit, in der ich meine Ruhe habe.“ oder „Ich kann nachts nicht schlafen, wenn du bei mir im Bett liegst, weil du dich so viel drehst.“ Dann ist es gut, nach Kompromissen zu suchen – das kann beispielsweise bedeuten, dass das Kind nachts in seinem Bett bleibt, aber morgens zum Kuscheln in das Elternbett schlüpfen darf oder z.B. eine Nacht am Wochenende bei den Eltern übernachten darf.

7. Dunkelheit fördert den Schlaf:

Je dunkler es ist, desto besser kann der Körper das Schlafhormon Melatonin ausschütten. Versuche also, es zum Schlafen möglichst dunkel zu machen. Wenn dein Kind ein Nachtlicht braucht, dann schau‘ am besten mal nach einem roten Nachtlicht, da dieses den Schlaf am wenigsten stört.

8. Eigenständigkeit beim Einschlafen üben:

Kindern fällt das Einschlafen oft schwer, weil Einschlafen eine Trennung von den Eltern bedeutet. Gleichzeitig ist es für eine gute Nacht wichtig, dass ein Kind lernt, selbstständig in seinem Bett einzuschlafen. Man kann das schrittweise üben, indem man zuerst zum Einschlafen neben dem Bett sitzt und Abend für Abend weiter wegrückt. Sobald das klappt, wartet man nur noch, bis das Kind ruhig und schläfrig im Bett liegt (aber noch nicht schläft), streichelt es dann noch einmal und flüstert „Gute Nacht!“ und verlässt das Zimmer, sodass das Kind allein einschläft. Wenn es weint, kann man an der Tür nochmal Sicherheit vermitteln oder, wenn es sein muss, das Kind nochmal kurz streicheln und es dann erneut versuchen.

9. Erklärungen helfen:

„Ich gehe jetzt raus, aber wenn du lieb liegen bleibst, streichle ich dich in ein paar Minuten nochmal.“ Das macht man dann auch und wiederholt das anfangs ein paar Mal, wobei man aber die Wartezeiten etwas verlängert (anfangs ca. 3 Minuten, dann drei Mal wiederholen und dabei jedes Mal die Wartezeit um 3 Minuten steigern). Am dritten Abend sollte man dann möglichst nur noch zwei bis drei Mal wiederkommen und am fünften bis sechsen Abend möglichst nur noch ein Mal.

10. Belohnungen gezielt einsetzen:

Ein Belohnungssystem kann helfen, neue Schlafgewohnheiten zu erlernen. Dazu bespricht man mit dem Kind zuerst welche Veränderung man sich beim Schlafen wünscht – z.B., dass es abends nicht mehr aufsteht (außer zur Toilette) oder, dass es nachts in seinem Bett bleibt. Dann überlegt man gemeinsam, was dem Kind dabei helfen könnte (z.B. ein Kuscheltier, ein rotes Nachtlicht, die Mama schaut später nochmal nach dir, etc.). Man erklärt dem Kind, dass es für jede Nacht, in der das neue Verhalten funktioniert hat, morgens einen Sticker aufkleben darf (oder einen Stempel oder ein Fensterbild ...). Diese werden gesammelt und eine bestimmte Anzahl an Stickern kann gegen ein kleines Geschenk eingelöst werden: Zum Beispiel kann es nach sechs Stickern eine zusätzliche Folge der Lieblingssendung geben, nach neun Stickern eine Zeitschrift oder eine andere Kleinigkeit und nach zehn Stickern eine besondere Unternehmung wie Schwimmen, Kino, der Besuch eines größeren Spielplatzes, gemeinsames Backen oder Kneten oder etwas Anderes. Wichtig ist, dass der Belohnungsplan nur für ein bestimmtes Verhalten gilt (z.B. Schlafen) und nichts mit anderem „guten Benehmen“ zu tun hat. Denn Kinder sollten nie das Gefühl bekommen, sich die Zuwendung ihrer Eltern „verdienen“ zu müssen. 

11. Entspannungsmethoden helfen:

Kinder in diesem Alter können oft schon viel mit Entspannungsmethoden anfangen. So kann man ihnen erklären, wie sie ihre Faust ballen und die Anspannung fühlen und dann wieder loslassen und fühlen, wie locker sich die Hand jetzt anfühlt. Das Gleiche übt man dann abwechselnd mit beiden Beinen und mit den Schultern, die hochgezogen und dann wieder lockergelassen werden.  Oder man kann üben, den Bauch wie einen Ballon beim Einatmen aufzublasen und dann die Luft wieder herauszulassen. 

12. Bücher zum Thema:

Tolle Anregungen finden sich in Anke Prechts Buch „Einschlafzauber“. Außerdem gibt es tolle Fantasiereisen für Kinder („Fantasiereisen für Kinder“ von Sabine Kalwitzki)

13. Unser Tipp zum Schluss:

Wenn du dir noch immer unsicher bist und du weitere Fragen hast: >>dann stell uns deine Frage! Unser Expertenteam hilft dir gerne in unserer Online-Beratung weiter.

Melanie Schüer

Autorin-Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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