Eltern leben
Pro und Contra
Pro / Contra

Soll man die Hochbegabung des Kindes testen lassen?

Manchmal gibt es schon bei Kindern im Vorschulalter den Verdacht einer Hochbegabung, weil das Kind z.B. schon lesen kann. Lässt man das dann vor der Einschulung testen oder wartet man ab, was in der Schule passiert?

Kompass auf Holzuntergrund

"Durch den Test haben wir Sicherheit bekommen“

Sandra ist Mutter der fünfjährigen Maja und des siebenjährigen Timo. Sie hat Maja jetzt testen lassen. „Die Schule wollte Maja keine anderen Aufgaben geben, weil sie nicht zeigte, was sie konnte. Durch den Test haben wir Sicherheit bekommen und stehen nicht als über-ehrgeizige Eltern da.“

„Bei Timo klappte alles, da haben wir auch Maja einfach eingeschult, obwohl sie auch schon lesen und schreiben konnte. In der Schule wollte Maja dann lieber so sein, wie die anderen Kinder auch. Also versteckte sie ihr Wissen. Sie wurde immer unglücklicher, zeigte immer weniger und so wurde uns empfohlen, sie noch ein Jahr zurückzustellen. Ihr Lehrer glaubte uns nicht, dass Maja schon alles konnte und wegen der Langeweile so unglücklich war.  Da haben wir uns dann eine Testpsychologin gesucht, die einen Intelligenztest mit Maja gemacht hat. Da konnte sie frei zeigen, was sie konnte.  Sie war nach dem Test wie ausgewechselt, so glücklich haben wir sie lange nicht gesehen. Wir haben dann zusammen mit der Psychologin noch einmal mit der Schule gesprochen, was an Förderung notwendig wäre. Mal sehen, was sich da machen lässt. Vielleicht müssen wir auch eine andere Schule für Maja suchen.“

"Die Lehrer der Grundschule schauen doch sowieso, was das Kind schon kann"

Maria, Mutter vom siebenjährigen Paul, hat einfach abgewartet. „Die Lehrer der Grundschule schauen doch sowieso, was das Kind schon kann. Da brauche ich keinen Test.“

„Bekannte haben mich schon früh darauf angesprochen, dass Paul für seine fünf Jahre viel kann. Weil er im Kindergarten nicht zurecht kam, hatten wir ihn dort abgemeldet. Er war das letzte halbe Jahr zu Hause, wo er sich beschäftigen und mit seinen Brüdern spielen konnte, wie er wollte. So war die Einschulung ein echter Neustart. Nach der Einschulung habe ich seine Lehrerin erst beim normalen Gespräch nach sechs Wochen vorsichtig auf den Verdacht einer Hochbegabung angesprochen. Sie sagte sofort, dass sie das auch vermuten würde, weil Paul sein großes Wissen gerne zeigt. Da sie im Unterricht immer unterschiedlich schwere Aufgaben anbietet, findet auch Paul immer etwas zum Lernen. Ihr ist wichtig, dass er ihr kurz zeigt, wenn er ein Thema schon beherrscht, dann bekommt er sofort schwerere Aufgaben. Paul gefällt die Schule gut und einen Test finde ich noch immer unnötig, weil alles gut klappt.“