Eltern leben
Pro / Contra

Unsere Wohnung - der Kindertreff der Nachbarschaft?

Wenn das Wetter mies ist, langweilen sich die Kinder. Und treffen sich gern bei Freunden. Eigentlich schön, wenn so viel Leben in der Bude ist. Oder etwa nicht? Zwei Mütter sehen das sehr unterschiedlich.

Pro und Contra
Kindertreff der Nachbarschaft: Vielzahl an Schuhen im Flur

Andrea Simon: "Unmöglich, dass immer alle Kinder bei uns sind"

Andrea, 41, hat einen Sohn, Simon. Der Achtjährige bringt gern die Kinder aus der Nachbarschaft mit. Und irgendwie klingelt immer noch ein weiterer Kumpel. Andrea nervt das.

„Unsere Wohnung scheint irgendwie immer der allgemeine Nachbarschaftstreff der Kinder in der Straße zu sein. Meist fängt es damit an, dass sich Simon mit zwei Klassenkameraden verabredet, die auch hier in der Nachbarschaft wohnen. Da beide ihr Zimmer mit ihren Geschwistern teilen, finden sie es bei uns viel gemütlicher. Drei Jungs, ok das geht noch. Aber ganz oft kommen noch die Brüder der beiden hinzu oder die anderen drei gleichaltrigen Kinder. Im Sommer toben sie bei uns im Garten, bei Regenwetter sitzen bis zu acht Kinder in Simons Zimmer. Mich nervt vor allem, dass die anderen Eltern das selbstverständlich finden, dass ich alle Kinder mit Snacks und Getränken versorge. Ich habe mir für das nächste Jahr vorgenommen, dass ich mit Simon ausmachen werde, dass es nur ein paar Besuchertage gibt. Und ich will auch nicht mehr als vier Kinder auf einmal hier haben. Das ist mir einfach zu laut. Vielleicht hätte ich da schon eher eine Grenze ziehen sollen.“

Dirk Hagemann: "Ich weiß, wo meine Kinder sind und die haben Spaß"

Dirk, 38, ist Grundschullehrer und Vater von drei Kindern (6, 8 und 9). Auch bei Familie Hagemann treffen sich häufig ziemlich viele Kinder. Der Vater mag den Trubel.

„Offensichtlich mögen meine Kinder ihr Zuhause sehr gern. Auch andere Kinder fühlen sich bei uns wohl. Ein ziemliches Kompliment. Ich weiß noch, als ich Kind war, trafen wir uns gern bei einem Kumpel, der jederzeit Fernsehen durfte, das fanden wir cool. Mir gefällt es, dass ich weiß, wo meine Kinder sind und dass ich ihre Freunde kenne. Klar, man muss schon ein wenig aufpassen. Ich bin zwar am Nachmittag zu Hause, aber oft muss ich auch Arbeiten korrigieren. Ein gewisser Lärmpegel darf daher nicht überschritten werden, das wissen meine Kinder. Ich finde es auch wichtig, dass nach dem Spielen gemeinsam wieder aufgeräumt wird. Und natürlich sind auch Absprachen mit anderen Eltern wichtig. Dass die es selbstverständlich finden, dass ihr Nachwuchs bei uns immer etwas zu essen bekommt und ein trockenes Spielplätzchen hat, mag ich allerdings nicht. Also einen Anruf nach dem Motto: „Ist das ok, wenn Timmi bei euch am Donnerstag ist?“ finde ich auch wichtig. Und eine Obergrenze nach oben ziehen wir auch. Im Sommer darf jedes Kind drei Freunde mitbringen, der Garten ist groß genug. Aber sonst ist schon bei so acht Kindern im Haus Schluss.“

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