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Urlaub ohne Kinder - Freiraum für die Großen

Die Zeit mit der Familie ist wunderbar und wertvoll. Aber manchmal fehlt etwas. Ein paar Tage ganz allein oder zu zweit. Manchmal sehnen sich Eltern einfach nach ein paar Tagen, an denen sie nicht auf die Bedürfnisse von Kindern achten müssen.

Mutter und Vater im Urlaub ohne Kinder auf einer Bank

"Einfach mal ein Wochenende ganz allein sein..."

Ein egoistischer Gedanke, fand Johanna. Denn ihre Kinder sind für sie das Wichtigste. Doch je älter der Nachwuchs wird, desto größer wurde der Wunsch nach so einer Auszeit. Einfach mal nur für sich allein sein. Ohne den kräftezehrenden Alltag.

Als sie ihrem Mann davon erzählt, rechnet sie damit, dass er sie verständnislos anstarrt. Denn der engagierte Papa liebt jede freie Minute, die er mit den Kindern herumtollen kann. Er braucht tatsächlich lange, bis er antwortet. „Du, das wäre wunderschön. Nur wir beide allein im Urlaub. Ausschlafen, im Bett liegen. Nichts tun. Oder fast nichts. So wie damals auf Kreta...“ Johanna wird rot. Sie erinnert sich noch sehr gut an diesen ersten gemeinsamen Urlaub, den sie sehr viel im Bett verbrachten. Nicht unbedingt um zu schlafen. Damals in einem früheren Leben, ohne so viel Reibereien und Alltagspflichten. Vor acht Jahren, als sie noch kinderlos und frisch verliebt waren.

Egoistische Gedanken? Eigentlich nicht. Denn je älter die Kinder werden, desto eher haben Eltern auch das Bedürfnis wieder allein und für sich zu sein. Auch als Paar. Geht es dir oder euch auch so? Kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Spätestens wenn du dich leer, müde und ausgebrannt fühlst und merkst, dass du dünnhäutig und leicht gereizt bist, dann brauchst du eine Auszeit. Vielleicht erst einmal allein für dich – dann übernimmt dein Partner die Kinder. Und dann gemeinsam? Das ist nicht egoistisch, sondern für alle gut. Auch die Kinder freuen sich über entspannte Eltern.

Wohin mit dem Kind?

Wenn ihr wirklich gemeinsam eine Woche verreisen möchtet, sollte der Nachwuchs schon geübt darin sein, woanders zu übernachten. Idealerweise versucht ihr es erst einmal mit einem Wochenende. Vielleicht haben Oma und Opa oder die Paten Lust auf kleine Gäste? Vielleicht findet sich auch eine Gastfamilie. Denn oft haben Kinder beste Freunde, bei denen sie gern ein oder zwei Nächte übernachten möchten. Das muss natürlich mit den anderen Eltern gut abgesprochen werden – im Gegenzug könnt ihr auch das andere Kind dann zu euch einladen, so dass auch die anderen Eltern „kinderfrei“ haben.
Schulkinder mögen auch gerne kleine Ausreisen mit Gruppen. Oft bieten Turnvereine, Kirchengemeinden oder andere Institutionen Feriencamps an. Einige Kinder finden die Idee wunderbar mit anderen Kindern zusammen so ein Abenteuer zu erleben. 

Tipps für den Urlaub ohne Kinder:

  • Euer Kind sollte die Zeit ohne euch mit Menschen verbringen, bei denen es sich sicher fühlt und denen es vertraut – das ist auch für euch wichtig. Ab dem Grundschulalter kommen – je nach Charakter und Persönlichkeit – auch Ausreisen oder Ferienlager in Frage.
  • Weiht die Kinder in die Planung mit ein: wenn sie sich auf die Zeit bei Oma freuen, haben sie nicht das Gefühl, dass sie etwas verpassen, wenn die Eltern einen Wanderurlaub machen.
  • Übt langsam, nicht gleich 14 Tage ohne Nachwuchs verreisen, erst einmal nur ein Wochenende und zwar so, dass ihr im Notfall zu den Kindern oder zum Kind fahren könntet.
  • Kinder verstehen, dass ihr wiederkommt. Je jünger sie sind, desto ewiger erscheinen ein paar Tage. Grundschulkinder wissen aber, dass ihre Eltern wieder kommen und können die Tage am Kalender zählen.
  • Überlegt gut, ob ihr in der Abwesenheit telefoniert und wenn ja, wann. Durch die Stimme der Eltern bekommen auch „große“ Kinder eher Heimweh.
  • Habt kein schlechtes Gewissen. Zeit ohne Kinder ist wertvoll und wichtig. Genießt sie!