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Medienkompetenz - Kurzüberblick 3 Jahre - 6 Jahre

Medien faszinieren Kinder. Von Anfang an. Wer heute aufwächst, kennt sich in der Welt der ständig präsenten Medien meist sehr gut aus. Dies ist im digitalen Zeitalter unvermeidlich. Daher ist ein achtsamer Umgang mit den Medien umso wichtiger. Nur durch eine bewusste Nutzung lassen sich Chancen und Herausforderungen ergreifen und Gefahren vorzeitig erkennen. Der Umgang mit den digitalen Medien sollte also sehr früh geübt werden.
Wir haben im Folgenden eine Kurz-Orientierung zur Medienkompetenz für euch zusammengestellt. Zur detaillierteren und tieferen Beleuchtung empfehlen wir euch die Initiative des Bundesfamilienministeriums „SCHAU HIN“

Kleiner Junge auf dem Bett vor Smartphone

Die Empfehlung der Nutzungszeit im Folgenden ist ein Richtwert, eine Orientierung. Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf mediale Einflüsse. Um ein gutes Zeitmaß zu finden, ist es empfehlenswert euer Kind zu beobachten. Ist es beispielsweise wiederholt nach dem Computer, Smartphone oder TV Konsum teilnahmslos, aggressiv oder gelangweilt, hat es höchstwahrscheinlich zu lange vor dem Bildschirm gesessen.

Grundsätzliche Tipps zum Medienverhalten

  • feste Regeln für die unterschiedlichen Medienangebote aufstellen (altersgerecht, typgerecht und familiengerecht). Vielleicht vereinbart ihr einen >>Mediennutzungsvertrag BEVOR die Pubertät beginnt.
  • lasst euer Kind (0J. - 6J.) nicht im Cyberspace allein.
  • unterstützt und begleitet euer Kind in der Entwicklung seiner eigenen Medienkompetenz. Eine empfehlenswerte Internetseite mit Suchmaschine und sicherem Surfraum für Kinder ist >>fragFINN
  • Übt das Surfen, gemeinsam!
  • Wenn euer Kind doch mal allein vor dem Smartphone, Tablet etc. sitzen darf, habt sorgfältig den Inhalt ausgewählt (gemeinsam) und stets die Zeit im Überblick.
  • Zeigt Interesse an den Inhalten, die eurem Kind gefallen (z.B. Videos, Spiele, Bilder)
  • Klärt eure heranwachsenden Kinder (3 J. - 16J.) im Laufe der Zeit immer wieder über die Gefahren im Internet auf (z.B. Cybermobbing, Suchtgefahr, Datenklau, die Folgen vom Posten persönlicher Inhalte etc.) Dies funktioniert nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Aufklärung -spielerisch im besten Fall- von Anfang an.
  • Zögert ein eigenes Smartphone für euer Kind solange wie möglich hinaus. In der Grundschule ist dies noch nicht nötig. Wenn euer Kind erreichbar sein soll, dann ist ein Handy ohne Internet ab 10J. zu empfehlen.
  • Räumt Ausnahmen der Regeln ein.
  • Seid Vorbild, von Anfang an.
  • Seid nicht frustriert, wenn das mit dem Vorbild nicht immer klappt, ABER: arbeitet daran, macht euch euer eigenes Verhalten bewusst, da es eurer Kind in den ersten sieben Jahren maßgeblich prägt.

3 Jahre - 6 Jahre - Kita Kind

In dieser Zeit entwickeln sich die motorischen Fähigkeiten deutlich weiter. Fahrrad- und Laufradfahren werden gelernt, Sozialverhalten und sprachliche Kompetenz nehmen „an Fahrt“ auf und Rollenspiele gehören zum „täglich Brot“. Die meist stark ausgeprägte Phantasie ist in dieser Phase sehr faszinierend. Parallel wächst das Interesse an Medien aller Art, u.a. auch Hör-CD’s, in rasantem Tempo. Kinder fordern mehr medialen Input sowohl im Elternhaus als auch in der Kita. 

Chancen / Vorteile:

  • großes Angebot an Lernsoftware und Spielen, die die kognitive und kreative Entwicklung fördern können.
  • kindgerechte Hör-CD’s erzählen Geschichten und können die Phantasie beflügeln. 
  • praktische und emotionale Öffnung seitens der Kita (Leitung, Erzieherinnen und Erzieher), mit den Medienerfahrungen der Kinder  geschult umzugehen. Begleitete Weiterentwicklung der Medienkompetenz. z.B. Die Medienerfahrungen in den Kitaalltag zu integrieren, um bei der medialen Verarbeitung zu unterstützen.

Gefahren:

  • frühzeitige Beeinflussung bzw. Prägung einseitiger Weltbilder durch Medien.
  • Medien als zeitliches Diktat der Wochenplanung- u. Freizeitaktivität, z.B. TV: schnell weg vom Spielplatz, damit die Sendung ‚xyz’ geguckt werden kann. Generell kann der Wunsch nach Medienkonsum stärker werden und die Tagesorganisation (Struktur) stark beeinflussen.
  • Ein Übermaß des Medienkonsums kann Entwicklungsstörungen auslösen. Hierzu gehören Störungen der Sprachentwicklung, Einschlaf- u. Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Bewegungsmangel, Tendenz zur Gewichtszunahme und soziale Schwierigkeiten.

Empfehlung:

  • regelmäßige Durchbrechung der Medienkonsum-Routine. Kinder in dieser Altersphase nehmen noch gern elterliche Spiel-Angebote an und ziehen diese einem Spiel auf dem Smartphone/Tablet vor z.B. Draußen Fußball kicken, Brettspiel o.ä. 
  • Als Eltern in den Dialog mit Erzieherinnen und Erziehern gehen. Sowohl über Mediennutzung zu Hause als auch Nutzung in der Kita sprechen. Hier kann besprochen werden, wie eine beidseitig begleitete Entwicklung der Medienkompetenz aussehen könnte.
  • Der Spielplatzbesuch ist der Beschäftigung mit den Medien unbedingt vorzuziehen (Bewegung, frische Luft, direkte soziale Begegnungen).
  • Nutzungszeit: wenn täglich, nicht länger als 15-30 Min. 

Autorin-Sabine Linz

Dieser Artikel wurde von Sabine Linz verfasst. 
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