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Tipps für einen guten Schulstart

Wenn dein Kind anfängt, die Schule zu besuchen, bedeutet das für dich ebenso wie für deinen kleinen Schützling eine große Veränderung. Neue Menschen, eine neue Umgebung und ein völlig anderer Alltag …

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Fröhliches Kind beim Schulstart in der Schule

Gar nicht so einfach!

Plötzlich soll dein Kind nicht mehr nur spielen, sondern muss jeden Tag etwas lernen, aufpassen und dann noch Hausaufgaben machen. Gar nicht so einfach! Unsere Expertinnen Melanie Schüer und Melanie Böse haben hilfreiche und konkrete Tipps zusammengestellt, wie du dein Kind so gut wie möglich bei diesem großen Schritt begleiten kannst:

Tipps

  • Sprich schon vor dem Schulstart mit deinem Kind über den Ablauf eines Schultages. Lest gemeinsam Bücher wie „Conni kommt in die Schule“ von Liane Schneider oder „Ich komme in die Schule“ von Doris Rübel.
  • Nutze Angebote wie den Tag der offenen Tür und erkunde auch mal nachmittags den Schulhof und die Umgebung der Schule mit deinem Kind.
  • Für den Schulweg ist es oft hilfreich, diesen in kleinen Schritten einzuüben. Damit könnt ihr schon im Sommer vor der Einschulung beginnen. Wenn dann die Schule beginnt, kannst du dein Kind in der Anfangszeit noch begleiten. Zunehmend sollte dein Kind den Weg aber selbstständig bewältigen. Zum Beispiel so: Erst bringst du dein Kind bis zur Klasse, nach ein paar Tagen bis zum Schuleingang, nach einigen Wochen verabschiedet ihr euch schon ein paar hundert Meter vor der Schule usw. Richte dich aber auch nach dem Zeitplan deines Kindes – manchmal brauchen Kinder anfangs etwas länger und dann geht es plötzlich ganz schnell! Hinweis/link zum entsprechenden Artikel)
  • In der Schule wird von deinem Kind eine große Selbstständigkeit erwartet. Beobachte, wie selbstständig dein Kind im letzten Kindergartenjahr handelt und achte auch darauf, ihm nicht zu viel abzunehmen (Bonbonpapier wegschmeißen, Tasche tragen, Brot schmieren,...). In folgenden Bereichen könnt ihr das selbstständige und verantwortungsvolle Handeln üben: Anziehen (Schuhe binden, Jacke zumachen...); Einkaufen (Auftrag: Kind soll an Butter und Milch denken); Tisch decken (was kommt wo hin?); Spülmaschine ausräumen; Abwaschen/Abtrocknen; helfen das Essen zuzubereiten, z.B. Gemüse/Obst schneiden; helfen Wäsche aufzuhängen; Telefonieren.
  • In der Schule gibt es teilweise wenig Freiheiten bezgl. des Zeitpunktes der Ausführung von Tätigkeiten. Es wird von deinem Kind erwartet, dass es z. B. sein Heft unverzüglich auf den Tisch legt und eine bestimmte Seite aufschlägt. Daher ist es hilfreich, wenn dein Kind es auch von dir gewöhnt ist, dass es bestimmte Dinge sofort, und ohne Diskussionen ausführen soll. Das klappt natürlich oft erst nach kleinschrittigem, geduldigen Üben. Nicht aufgeben und Fortschritte loben!
  • Wenn dein Kind nicht viele Kinder aus der neuen Klasse kennt, versuche, seine Sozialkontakte zu fördern. Frage in der ersten Zeit, welche Kinder er/sie nett findet und schlage Verabredungen vor.
  • Vermeide Leistungsdruck – gerade anfangs ist es am wichtigsten, dass dein Kind sich in der Schule wohl fühlt und gerne lernt. Leistungen sollten nicht die oberste Priorität einnehmen.
  • Suche eine gute, rückenfreundliche Schultasche aus, damit dein Kind die Bücher und Hefte möglichst schonend tragen kann.
  • Achte auch bei der Pausenverpflegung auf Gesundheit: Verzichte bei Brotdosen und Flaschen lieber auf Plastik und bevorzuge Materialien wie Glas oder Edelstahl. Wähle Snacks mit wenig Zucker. Fertige Müslis, Riegel, Joghurts und Drinks enthalten oft versteckte Zucker wie Glukose, Maltodextrin, Fruktose, etc. Gesunde Snacks sind geschnittenes Obst, Gemüse und belegte Brote – am besten Vollkorn, da das besser für die Konzentration ist. Es gibt auch fein gemahlene Vollkornbrote, die Kinder meist gern mögen.
  • Zum Trinken sollten Säfte oder Limonade vermieden werden, da diese den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen lassen – das ist schlecht für die gesamte Gesundheit und auch für das Lernen. Bevorzuge Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Die ersten Hausaufgaben bekommt dein Kind meist innerhalb der ersten Monate auf. Traue deinem Kind möglichst viel Selbstständigkeit zu. Setze dich bei den Hausaufgaben nicht daneben – das wirkt eher ablenkend und störend. Unterstütze dein Kind, wenn es etwas nicht versteht, aber dann lass' es wieder für sich arbeiten. Lass dir die Hausaufgaben deines Kindes zeigen und schätze seine Arbeit wert, auch wenn du noch viele Fehler entdeckst.  Wenn dein Kind von sich aus wissen möchte, ob alles richtig ist, kannst du natürlich ein paar  Tipps geben. Der Umfang der Korrekturen sollte im ersten Schuljahr noch nicht zu groß sein, um die Lernmotivation des Kindes aufrecht zu erhalten. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind mit den Hausaufgaben sehr überfordert ist, solltest du das Gespräch mit der Lehrkraft suchen.
  • Schaffe Erholungspausen und Entspannung. Vielleicht kannst du abends vor dem Schlafengehen eine kleine Massageeinheit einbauen, in der du und dein Kind euch gegenseitig massiert.
  • Unterstütze dein Kind beim Lesenlernen. Lest abends gemeinsam und wechselt euch ab, sodass auch dein Kind (sobald es das kann) kleine Passagen vorliest.
  • Sorge für Bewegung, denn körperlicher Ausgleich ist ganz wichtig! Tobe mit deinem Kind, sucht nach Sportangeboten oder geht viel auf den Spielplatz.
  • Überlass' deinem Kind selbst die Entscheidung, ob es freiwillige Aufgaben machen will. Nur so kann es eigene Motivation entwickeln.
  • Wichtig für die Eigenmotivation deines Kindes ist auch der Unterschied zwischen Ermutigung und Lob: Häufiges Loben wie „Gut gemacht!“ oder „Toll!“ ist eher hinderlich. Es macht Kinder abhängig von der Meinung anderer und „süchtig“ nach Anerkennung von außen und schwächt die intrinsische (eigene) Motivation. Besser ist es, konkretes Interesse zu zeigen, indem man beschreibt, was man sieht, zum Beispiel: „Oh, heute hast du also das A gelernt!“ oder „Hier hast du ganz viel gerechnet, was?“ oder Fragen stellt: „Wie hast du das denn gemacht?“ oder „Was das schwierig?“ oder „Was hat dir am meisten Spaß gemacht?“ oder „Und, freust du dich, dass du nur einen Fehler hast?“ Also: Aufmerksam sein anstatt zu loben. Natürlich ist gelegentliche Anerkennung auch wichtig, aber diese sollte möglichst konkret sein und eher Anstrengung als Leistung betonen: „Wow, hier hast du dir aber viel Mühe gegeben!“ oder „Nur zwei Fehler! Du hast ja auch echt fleißig geübt!“
  • Vermeide Vergleiche mit anderen. Erkläre deinem Kind, dass jeder Mensch eigene Stärken und Schwächen hat und deshalb unterschiedliche Dinge schwierig oder einfach sein können.
  • Lass' deinem Kind Zeit zum Spielen und mache dir auch selbst keine Sorgen über anfängliche Probleme. Dein Kind hat vier Jahre Zeit, sich zu entwickeln – und selbst dann entscheiden die Eltern, nicht die Lehrer, auf welcher Schule es weitergeht!
  • Wenn sich dein Kind allerdings unwohl fühlt und nicht gerne zur Schule geht, versuche, herauszufinden, woran es liegt. Sprich in Ruhe mit deinem Kind und auch mit den Lehrern und suche nach einem Weg, ihm die Eingewöhnung zu erleichtern.
  • Noch mehr gute Tipps findest du in dem Buch „Planet Schule“ von Ingeborg Saval und in dem Heft FamilienErgo® - Schulvorbereitung im Familienalltag von Rupert Dernick.

Autorinnen

Dieser Artikel wurde von unseren Expertinnen Melanie Schüer und Malena Böse verfasst.