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Die Vorweihnachtszeit – Nur Hektik und Stress?

Ihr kennt das wahrscheinlich: Schon im November beginnt das Termingerangel. Jeder vorweihnachtliche Termin erhebt Anspruch auf oberste Wichtigkeit. So manches Mal quetschen sie sich zu zweit oder gar zu dritt auf das plötzlich winzig gewordene Terminfeld in eurem Kalender. Besonders mit Kita- und / oder Schulkindern überschlagen sich oft die Dezember-Events. Muss das immer stressig sein oder geht’s auch anders?

Spielauto VW Bus transportiert Weihnachtsbaum auf dem Dach

Weihnachtstermine und kein Ende?

Wenn es ein bevorstehendes Ereignis in unseren Terminkalender geschafft hat, haben wir einen Termin und somit auch eine Verpflichtung. Mit Uhrzeit, Örtlichkeit und allen organisatorischen Abläufen, die meist irgendwie dazugehören. Grundsätzlich gibt es zwei Termin-Arten. Die, die wir wollen und frei gewählt haben und solche, die uns vorgegeben werden. Der besonders freie Freigeist unter euch empfindet vorgegebene Verpflichtungen meist als Einengung und sieht sich seiner eigenen Entscheidungsmöglichkeiten beraubt. Doch spätestens mit der Entscheidung, ein Kind oder Kinder zu bekommen, verwandeln sich vorgegebene Termine auf wundersame Weise in frei-gewählte Termine. Jedenfalls meistens. Jedenfalls in der Weihnachtszeit.

Es wird von „höherer Instanz“ festgelegt wann beispielsweise:

  • die Kita-Weihnachtsfeier ist
  • die Schulweihnachtsfeier stattfindet
  • die Kekse und Kuchen hierfür gebacken werden müssen
  • welche Schicht am Waffelstand übernommen wird
  • die Tombola mitorganisiert werden muss
  • die Weihnachts-Theateraufführung vorgeführt wird
  • das Weihnachts-Flöten-Klavier-Geige-Gitarre-Chor-Schlagzeug-Triangel-Konzert Gehör findet
  • der Advents-Bastel-Nachmittag geplant ist

…diese Liste ist natürlich ausbaufähig. Ihr kennt das.

Durch unsere Kinder ist der Kalender im Dezember gefüllt mit Verpflichtungen, die wir zwar nicht frei wählen konnten, deren Einhaltung und Teilnahme aber dennoch sehr wichtig ist und uns am Herzen liegt. Die meisten Eltern sind freudig gespannt darauf zu hören, ob ihr Kind dieses Jahr die richtigen Weihnachts-Töne auf der Geige findet. Sie wollen gern dabei sein, wenn der lang einstudierte Weihnachts-Text auf der Bühne seinen fließenden Höhepunkt findet.
Ja, wir möchten gern a l l e s mitnehmen. Dies führt uns zum nächsten Punkt…

Der eigene Anspruch an das perfekte Weihnachten

...der vorweihnachtlichen Verpflichtungen, die nicht unbedingt in direkter Verbindung zu unseren Kindern stehen. Termine, die wir wahrnehmen wollen, manchmal sollen und auch müssen. Die meisten Eltern sind in Voll- oder Teilzeit beschäftigt.

Neben der Arbeit finden sich problemlos weitere weihnachtliche Aktivitäten:

  • das afterwork-Glühwein-Treffen
  • die Weihnachtsfeier in der Firma (evtl. x 2)
  • ein kleines Weihnachts-Mitbringsel für besonders tolle Kolleginnen-und Kollegen
  • die Weihnachtsdeko in Haus oder Wohnung verteilen
  • die häuslichen Adventskalender befüllen (für wie viele Personen?)
  • wann wer wie für wen welche Weihnachtsgeschenke besorgt oder gar bastelt?
  • den Weihnachtsbaum kaufen und schmücken
  • verwandtschaftliche An- und Abreise Buchungen vornehmen
  • Unterbringung der Verwandtschaft organisieren

...auch diese Liste ist ausbaufähig.

Was ist das eigentlich: mein perfektes Weihnachten?

Natürlich wünschen wir uns als Familie eine schöne –im besten Fall gemeinsame- Vorweihnachtszeit. Wir wollen es friedlich, vorweihnachtlich besinnlich, glückliche Kinder mit aufgeregten roten Wängchen, Richtung Ende des Jahres als Eltern und Individuum insich kehren und zur Ruhe kommen.

Das ist sehr oft unser ‚hoher‘ Anspruch. Allerdings wissen wir manchmal gar nicht mehr genau, was unser eigener Anspruch tatsächlich ist? Beeinflussbar sind die Meisten von uns. Medien, Werbung und so manches Umfeld geben uns gern zu verstehen, dass wir noch nicht perfekt in unserer weihnachtlichen Planung und Ausführung sind. Das da immer noch was geht. Und ja, mag sein, dass nicht alles gülden funkeln kann und vielleicht ja auch gar nicht soll. Dies ist dann der Moment, indem ihr kurz einmal inne halten könnt, um euren eigenen Anspruch zu hinterfragen:

  • kann ich alle Termine / Verpflichtungen überhaupt einhalten?
  • was bedeutet es, wenn ich einiges nicht schaffe? Bricht dann gleich alles zusammen?
  • muss ich immer alles so handhaben, wie es von mir/uns erwartet wird?
  • kann ich meinen Anspruch an die Vorweihnachtszeit und ans Weihnachtsfest lockern, ohne das es sich unangenehm anfühlt, sondern Luft und Leichtigkeit bringt?

Es lohnt sich, wenn ihr hier den „Blick in den Spiegel“ wagt und ehrlich euch selbst gegenüber seid. Wir haben noch einige Tipps gesammelt die euch helfen können, den Stress zu vermindern und die Vorweihnachtsfreude zu erhöhen:

Kleine Tipps für weniger Stress

  • es ist völlig in Ordnung, wenn ihr als Eltern nicht immer zu zweit bei allen Kinder Veranstaltungen auftaucht.
  • erklärt euren Kindern, dass ihr euch vielleicht aufteilen müsst, um eure Kräfte besser einzuteilen. Kinder sind meistens schon sehr glücklich, wenn einer von euch kommt.
  • Wenn dann wirklich mal keiner von euch das Konzert oder die Theateraufführung sehen kann, gibt es vielleicht eine andere vertraute Person, die einspringen könnte? Patenonkel/Tante, Oma, Opa etc.
  • Sei wachsam und achtsam mit dir selbst. Wenn du merkst, dass alles nur noch ein einziges Gehetze und Gerenne ist, traue dich, dies in der Familie anzusprechen BEVOR du ausflippst, alle anschreist und fluchend von einer „grässlichen Zeit – diese Weihnachtszeit“ sprichst.
  • Finde heraus was DEIN/EUER Anspruch ist. Was gefällt DIR/EUCH?
  • Vielleicht habt ihr EINEN Adventskalender für ALLE? Einen Vorschlag hierzu hat Hannah Löwe in: „Adventszeit – Familienkalender: Einer für Alle“
  • auch wenn es möglicherweise abgedroschen klingen mag: Das Wichtigste ist doch, dass die Familie in dieser Zeit -besonders am Weihnachtsfest selbst- zusammen ist, auch Spaß haben kann, wenn nicht alles funkelt und glitzert. Okeeee zugegeben, Geschenke sind auch toll ;-)

Eine entspannte Adventszeit und Frohe Weihnachten!

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Autorin-Sabine Linz

Dieser Artikel wurde von Sabine Linz verfasst. 
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