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Dein Kind im dritten Lebensjahr - ein Überblick

Was im zweiten Lebensjahr beginnt, geht fließend im dritten Lebensjahr deines Kindes weiter. Deshalb empfehlen wir dir, diesen ausführlichen Überblick nochmals anzuschauen. In diesem Artikel fassen wir für dich kurz zusammen, was dein Kind bis zum dritten Geburtstag in seiner Entwicklung erreicht haben sollte. Die beschriebenen Ergebnisse treffen auf die allermeisten Kinder zu. Dennoch entwickelt sich jedes Kind individuell. Sollte dein Kind in einem der Bereiche etwas länger brauchen, muss das kein Anlass zur Sorge sein. Wenn du jedoch das Gefühl hast, dass dein Kind eine der Fähigkeiten kaum oder nur sehr langsam entwickelt ist es gut, dies mit deinem Kinderarzt abzuklären. 

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Entwicklung im dritten Lebensjahr

Motorische Entwicklung

Die Bewegungen Deines Kindes werden immer sicherer und geschickter: bis zum dritten Geburtstag kann Dein Kind mit sicherem Gleichgewicht von einer der unteren Treppenstufen springen; es läuft mit schwingenden Armen durch die Gegend, umsteuert Hindernisse und kann plötzlich stoppen und stehen bleiben. Spielplatzbesuche machen Deinem Kind jetzt viel Spaß, denn es kann sich dort richtig austoben und neu entdeckte Bewegungen mit viel Ausdauer üben.
Aber auch mit den Händen wird Dein Kind immer geschickter: Aus „Scheren- und Pinzettengriff“ wird der „Dreifinger-Spitzgriff“ – Dein Kind blättert jetzt Buchseiten einzeln um und kann kleinere Gegenstände greifen, benutzen und mit ihnen spielen. Dein Kind liebt jetzt Puzzle- und Steckspiele, sortiert gerne nach Farben und Formen und kann Perlen auffädeln oder einfache Verschlüsse durch Drehen öffnen. Höchste Zeit, Vorräte oder Putzmittel, die scheinbar gut verschlossen sind, in Sicherheit zu bringen.

Wahrnehmung und kognitive Entwicklung

Besonders im kreativen und spielerischen Denken entwickelt sich dein Kind schnell weiter. Es wird viel gemalt und gekritzelt, zwar noch nicht gestaltend, aber dein Kind erzählt dir oft, wen oder was das Kunstwerk darstellen soll. Dreijährige sind nun in der Lage, Bilder und „reale“ Gegenstände voneinander zu unterscheiden.
Gespielt wird konzentriert und intensiv – vor allem „Als-ob-Spiele“ mit Puppen, Autos oder Bausteinen werden konsequent durchgehalten. Die Zeit der Rollenspiele hat begonnen. Wenn du wissen möchtest, was dein Kind erlebt und wie es ihm geht, dann schaue und höre ihm beim Spielen zu.

Sprachentwicklung

Auch die Sprachentwicklung explodiert. Die meisten Kinder sprechen in diesem Alter in Drei- bis Fünfwortsätzen und können sich damit gut verständigen. Sie wissen nun, dass sie eine eigene Person sind und zeigen das, indem sie gerne und häufig ihren eigenen Vornamen verwenden, wenn sie über sich selbst sprechen. „Anne jetzt müde“ oder „Max Hunger hat“ lassen keine Zweifel mehr offen. Dreijährige lernen gerne neue Wörter und fragen auch danach. Der Vorläufer der „Warum?“-Phase ist die „Was’n das?“-Phase. Bilderbücher anzuschauen wird immer mehr zum Dialog, da dein Kind dir gerne seine Geschichten zum Bild erzählen wird.

Soziale Entwicklung

Dein Kind baut seine sozialen Fähigkeiten beim Spielen weiter aus. Es spielt je nach Temperament gerne mit anderen Kindern auch für längere Zeit, unterhält sich angeregt mit ihnen, tauscht Spielzeug oder Gegenstände aus und teilt seine Apfelstückchen oder Kekse. Dein Kind ahmt jetzt oft Tätigkeiten Erwachsener im Rollenspiel nach. Beobachtungen werden spielerisch umgesetzt: Mütter, Verkäufer, Handwerker, Ärzte – sie alle erhalten Rollen, die Begegnungen im Alltag deines Kindes wiederspiegeln.

Emotionale Entwicklung

Das „Ich“ deines Kindes wird immer wichtiger. Die ganze Bandbreite von Gefühlen kannst du jetzt beobachten: Mitgefühl und Fürsorge, herzhaftes Lachen, Weinen und erste Wut- und Trotzanfälle. Die meisten Dreijährigen sind emotional so stabil und gebunden, dass sie  auch für einige Stunden bei einer vertrauten Person außerhalb des eigenen Zuhauses bleiben können und wollen. Und trotzdem sind die Eltern, das eigene Bett, die Wohnung der sichere Hafen, den dein Kind als Rückzugsort braucht.

Autorin

Dieser Artikel wurde von Rose Volz-Schmidt verfasst. 
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