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Kleine Sternstunden mit Kleinkindern

Zeit mit kleinen Kindern zu verbringen ist kostbar und anstrengend zugleich. Kinder und Erwachsene haben oft sehr unterschiedliche Bedürfnisse: während ihr vielleicht die Füße hochlegen und euch entspannen wollt, sprühen eure Kinder vor Energie und Erlebnishunger. Ihr seid für eure Kinder die Brücke in die Welt. Sie sehen sie mit euren Augen und erobern sie mit allen Sinnen.

Kleinkind im Wald mit Herbstlaub in den Händen

Was sind eure Sternstunden mit euren Kindern?

Schöne Erlebnisse, eben kleine Sternstunden, könnt ihr mit wenig Aufwand und geringen oder keinen Kosten selbst inszenieren – im Alltag, am Wochenende, zuhause oder draußen in der Natur. Wir haben für den Anfang 10 Ideen für euch zusammengestellt und freuen uns, wenn die Liste immer weiter wächst. Falls ihr Anregungen oder richtige Geheimtipps für tolle Momente mit kleinen Kindern habt, die ihr mit anderen Familien teilen möchtet, schickt uns eine Mail an redaktion@elternleben.de!

Wer ist kitzlig?

Kleine Kinder lachen gerne und viel – und sie lieben Kitzelspiele! Dazu brauchst du z.B. eine Feder, einen weichen Wattebausch oder einen großen Schmink-Pinsel. Beine Arme, Nase oder Fußsohle – kitzelnd geht ihr auf die Wanderung. Und natürlich kommt jeder dran, auch Mama oder Papa. Hoher Spaßfaktor und jederzeit wiederholungsfähig!

Und was ist das? Tastspiele selbstgemacht

Besonders an verregneten Nachmittagen könnt ihr gemeinsam einen einfachen Kasten bauen: Du nimmst einen stabilen Schuhkarton und schneidest in den Deckel zwei Löcher in der Größe, damit dein Kind seine Hände durchstecken kann. Je nach Alter deines Kindes sammelst du alleine oder mit ihm gemeinsam Gegenstände mit unterschiedlicher Oberfläche (z.B. eine kleine Bürste, ein Stück Seife, ein kleines Stofftier) und legst es in den Kasten. Sobald der Deckel geschlossen ist, beginnt der Tast-Spaß. Natürlich können die Gegenstände auch ausgetauscht werden oder, wenn mehrere Kinder gemeinsam spielen, auch mehrere Kästen befüllt werden. Ein Spiel, das die Wahrnehmungsfähigkeit fördert.

Hoppe, hoppe Reiter...

Der Klassiker, der auch das Zeug zum Ritual vor dem Zubettgehen hat: ein letztes mal toben, mit Mama oder Papa kuscheln, laut lachen – und so geht’s: Dein Kind sitzt mit dem Blick zu dir auf deinen Knien, während du wippend singst: Hoppe, hoppe, Reiter, wenn er fällt dann schreit er, fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben, fällt er in den Sumpf, macht der Reiter plums! Bei „Graben“ lässt du dein Kind ganz kurz sanft nach unten gleiten, ohne es los zu lassen, bei „plumps“ lässt du es ganz vorsichtig vom Schoß auf den Boden „plumpsen“. Und dann geht es von vorne los. Du kannst natürlich auch eigene Texte und Bewegungen erfinden. Ein Spiel, das auch Papas lieben!

Geräusche Raten

Bei eurem nächsten Ausflug sucht sich jeder von euch ein geheimes Objekt aus, das ihr noch öfter sehen werdet – zum Beispiel ein rotes Auto, einen Hund oder einen Briefkasten. Sobald das Objekt in Sicht ist, macht ihr ein Geräusch – denkt euch dafür etwas Lustiges aus, was nicht zum Objekt passt. Dann versuchen alle zu erraten, welche Objekte gesucht werden. Wer als erstes das Objekt des anderen oder die meisten Objekte errät, gewinnt. Gerade Kleinkinder, die erst lernen, Gegenstände mit Begriffen zu verbinden, lieben dieses Spiel. Du wirst rasch herausfinden, welche Geräusche dein Kind besonders liebt und welche Begriffe es gerne verwendet.

Natur erforschen – Bäume bewundern

Kinder sammeln und suchen gerne. Informiert euch vor eurem nächsten Spaziergang, welche Bäume und Pflanzen in eurer Region wachsen und wie diese aussehen. Beginnt mit einfachen Bäumen, z.B. Apfelbaum, Birnbaum, Kastanie. Je nach Jahreszeit könnt ihr mit eurem Kind auch die dazu gehörigen Blüten anschauen, Blätter oder Früchte sammeln. Bei einem Apfelbaum könnt ihr ein richtiges kleines „Lernprogramm“ entwickeln: einen Apfel in zwei Hälften schneiden, so dass die Kerne sichtbar sind. Erklären, dass aus dem Kern ein Baum wird. Bei einem Ausflug in einen Pflanzenmarkt könnt ihr kleine Apfelbäumchen bewundern – und bei einem Spaziergang in der freien Natur besonders alte Bäume suchen.

Zur Ruhe kommen

Nicht immer sprühen Kinder vor Energie, sondern manchmal ist auch ihnen schon die Welt zu laut und zu anstrengend. Besonders vor dem Schlafengehen ist Kuschelzeit. Kleine Gespräche helfen, den Tag zu verarbeiten: was habt ihr nach dem Aufstehen gemacht? Mit welchem Spielzeug gespielt? Was gegessen? Wen getroffen? Es sind oft ganz unerwartete Erinnerungen und Gefühle, die dir mitgeteilt werden. Ein schönes Ritual, das weit ins Kindergartenalter fortgesetzt werden kann.

Alles meins!

Besonders für größere Geschwister können Kleinkinder sehr strapaziös werden und für Ärger sorgen, da sie „mein“ und „dein“ nicht wirklich unterschieden können und „übergriffig“ werden. Schöne Momente gibt es dann, wenn das Kleinkind sein eigenes Terrain erobern kann – begrenzt und sehr klar zugleich. Das kann z.B. die untere Küchenschublade sein, aus der vorübergehend Töpfe entfernt werden und Lieblingsspielzeug oder einfache Küchengeräte (Kochlöffel, Schneebesen, alter Topf) Platz finden. Dein Kind wird sich gerne in deiner Nähe beschäftigen, ihr genießt das Zusammensein – und die Geschwister ihre Ruhe.

Fitness zu Zweit

Wie wär’s mit einer kleinen Turneinlage zuhause? Voraussetzung ist ein gemütlicher Teppich oder Teppichboden und los geht’s: Du liegst auf dem Rücken, Dein Kind krabbelt zu dir. Und dann erfindet ihr die tollsten Übungen: Hochheben und Flugzeugspielen, schaukelnd vom Liegen ins Sitzen und wieder zurück oder mit dem Kind auf den Knien wippen. Jede Muskelpartie wird gefordert und dein Kind wird es lieben! Direkt vor dem Schlafengehen ist die Turneinlage vielleicht zu aufregend, aber am späten Nachmittag, wenn aus Langeweile gequengelt wird, kehrt damit die gute Laune schnell zurück.

Tag und Nacht

Wenn dein Kind Angst vor der Dunkelheit hat, könnt ihr dieser ihre Bedrohlichkeit wegnehmen, indem ihr sie gemeinsam bewusst erlebt. In der dunklen Jahreszeit reicht es, die Vorhänge zuzuziehen, sonst müsst ihr vielleicht noch stärker abdunkeln. Dein Kind sitzt bei dir und gemeinsam geht ihr auf Entdeckungsreise: zunächst lauscht ihr nur, dann versucht ihr, vertraute Gegenstände zu erkennen oder macht euch vorsichtig auf den Weg und ertastet Möbel u.ä. Auch eine Taschenlampe kann zum Einsatz kommen: Gegenstände werden kurze Zeit gezielt angeleuchtet – und dann wieder der Dunkelheit überlassen. Eine Wahrnehmungsübung, die nicht nur ängstlichen Kindern Spaß macht.

Kinder-Kunst oder Erinnerungen einfangen

Kinder sind wunderbar kreativ. Sobald dein Kind in die Krippe oder KiTa geht, wird es zahlreiche Kunstwerke mit nach Hause bringen. Je nach Erzieherin kann das eine kleine Flutwelle werden. Diese Unikate sollen gebührend bewundert werden, ohne dass sich das Wohnzimmer dadurch in ein Kinderbastelzimmer verwandelt. Sucht gezielt Orte dafür aus: z.B. eine bestimmte Wand im Flur, eine Fensterbank oder anderes. Und überlegt mit Eurem Kind, welche der Kunstwerke auch ein schönes Geschenk für Oma oder Freunde sein könnte. Und die allerschönsten Werke könnt ihr euch einrahmen lassen oder in einem eigens dafür gebauten Kasten aufbewahren.