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Erstes Familienritual - Spielen mit dem Baby im Bauch

Forschungen zeigen, dass Ungeborene schon ab dem Ende des vierten Schwangerschaftsmonats auf Reize reagieren. Die ersten Laute, die dein Baby wahrnimmt, kommen von dir: es sind der Herzschlag und die Stimme der Mutter.

Vater und Mutter halten Babybauch

Die aufregende Reise ins Leben beginnt schon lange vor der Geburt!

Je älter das Baby wird, desto mehr entwickeln sich seine Sinne. Es kostet vom Fruchtwasser, übt schmecken, entdeckt seinen eigenen Daumen und fühlt Berührungen. Auf Geräusche kann es eindeutig reagieren. Ehrgeizige Eltern möchten ihren Nachwuchs gern besonders früh fordern; in den USA gibt es an der University of California sogar spezielle Lernprogramme für Ungeborene. Also her mit der "Chinesisch für Anfänger" CD und dem Babybauch Kopfhörer aufzusetzen? Oder dem Baby das Morsealphabet beizubringen? Nein, denn wie so oft ist weniger mehr.

Die erste Kuschel- und Spielzeit fängt im Bauch an

Kontakt zu dem Baby im Bauch ist wichtig: Merkst du, dass das Baby darauf reagiert, wenn du deine Hand lange auf deinen Bauch legst? Wenn du tief einatmest und bewusst an das Kind denkst? Passiert etwas, wenn du ein Lied singst?Besonders für Papas ist es aufregend, das Baby durch die Bauchdecke zu spüren. War das da eben einkleiner Fuß? Oder eher das Köpfchen? Macht es euch zu dritt - oder zu viert, wenn schon ein Geschwisterchen da ist - auf dem Sofa oder im Bett gemütlich. Wo ist der bequemste Platz? Wählt für eure gemeinsame Familienzeit einen Termin. Vielleicht nach Feierabend? Als Einschlafritual? Nehmt euch die Zeit zum ersten Kennenlernen! Schon jetzt!

Die schönsten Spielideen mit dem Ungeborenen für Mama und Papa:

Baby, wo bist du? Lege deine Hand auf den Bauch; meist reagiert das Baby sofort auf die Wärme.Kuschelt es sich an? Will es lieber verstecken spielen? Beobachte, was passiert, wenn die Hand langean der gleichen Stelle bleibt. Du kannst auch auf Bewegungen des Babys reagieren oder zart an denBauch klopfen.

Papa only: Hier können Mamas leider nicht so gut mitspielen. Der werdende Papa kann das Kind nämlich mit dem Gesicht spüren. Dazu legt er seine Wange an den Bauch und spricht mit dem Babyoder singt ihm ein Lied vor. Das Baby versucht oft, den Vater zu ertasten - oder es turnt eifrig herum. Das kann der Papa deutlich spüren - und auch hören. Auch Geschwister freuen sich, wenn sie demBaby schon etwas erzählen dürfen und dabei spüren, dass es auf sie reagieren kann.

"Hörbuch": Babys lieben Kinderbücher und Reime. Sie mögen es Bilder anzugucken und die elterlicheStimme zu hören. Schon jetzt könnt Ihr ein Familienritual einführen. Das Baby freut sich einfach, wenn es Aufmerksamkeit bekommt - und Mama oder Papa können so sich gegenseitig ihre Lieblingsbücher oder die Zeitung vorlesen. Ziemlich gemütlich...

Einschlafritual: Frühzeitig an die Zukunft denken. Und zwar mit dem Einführen eines richtig schönen Einschlafrituals. Was sind eure liebsten Wiegenlieder? Welche Lieder magst du gern singen? Kennst du überhaupt Schlaflieder? Vielleicht kaufst du auch schon eine Spieluhr. Die kann dann jeden Abend auf den runder werdenden Bauch gelegt werden. So lernt das Baby schon die Melodie kennen, die auch später signalisiert, dass nun eine Ruhephase angesagt ist. Die Spieluhr darf zunächst im elterlichen Bett liegen - dann duftet sie auch so herrlich nach Kuscheln, Geborgenheit, Mama und Papa.

Wie geht es dir? Gerade wenn der Alltag turbulent ist, haben Schwangere, erst recht beim zweiten oder dritten Kind, wenig Zeit für das Ungeborene. Nimm dir eine Babystunde. Versuche ganz intensiv dein Baby zu spüren und dir vorzustellen. Schicke ihm gute Gedanken in den Bauch und erzähle von deinem Tag. Wenn du den ganzen Tag auf den Beinen warst, hat das Kleine wahrscheinlich geschlafen- es hat ja so schön geschaukelt. Dann wird es jetzt munter sein. Und dir ein Ohr schenken und vielleicht ein paar kleine Tritte...

Das sind natürlich nur Ideen - probiert gemeinsam aus, was ihr als Eltern und vor allem euer Baby besonders gern spielt. Es ist ja nur der Anfang der wunderbaren Zeit als Familie.

Autorin-Silke Plagge

Dieser Artikel wurde von Silke Plagge verfasst.