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Den richtigen Babynamen finden

Niklas ist ein wunderschöner Name.  Johanna wusste schon als kleines Mädchen, dass sie ihren Sohn eines Tages so nennen wollte. „Nee, so hieß der doofe Nachbarsjunge – das geht gar nicht. 

Babybauch mit Namens-Zetteln beklebt

Geduld, gute Laune und viel Kompromissbereitschaft

Die größte Hürde bei der Namensfindung ist meist, dass sich beide Partner einigen müssen. Gar nicht so einfach. Denn jeder verbindet mit bestimmten Namen bestimmte Personen. Und Geschmäcker können da sehr verschieden sein.

Im Idealfall schafft ihr es, dass jeder fünf Namen findet. Zur Sicherheit wählt ihr Jungen- und Mädchennamen, denn oft genug täuschen die ersten Ultraschall-Bilder doch. Dann habt ihr immerhin eine Liste mit zehn Namen. Und nun? Es gibt Paare, die ihren Freunden die Namen zur Abstimmung geben. Andere werfen die Topnamen in ein kleines Kästchen und holen dies erst kurz vor der Geburt wieder heraus. Vielleicht hat auch jeder zwei Joker? So engt ihr den Kreis der möglichen Namen immer mehr ein. 

Was ist eigentlich erlaubt?

Bis zu fünf Vornamen sind in Deutschland erlaubt. Es gibt bei der Wahl des Vornamens jedoch viele rechtliche Einschränkungen. Der Name muss als Vorname erkennbar sein und das Geschlecht deutlich machen. „Fluss“ oder „Apfel“ sind z.B. in Deutschland nicht als Vornamen erlaubt, in den USA hören Kinder durchaus auf River oder Apple. Orts- und Familiennamen sind nur dann erlaubt, wenn die Eltern nachweisen können, dass es sich nachweisbar um Vornamen handelt. Brooklyn, Verona, Paris oder San Diego wurden z.B. registriert. Namen mit negativer Bedeutung oder solche, die das Kind lächerlich machen, genehmigt das Standesamt nicht. Waldmeister und Störenfrieda wurden ebenso abgelehnt wie Schröder oder Jürgenson. Ist das Geschlecht nicht durch den Namen zu erkennen, etwa bei Leo oder Kim, muss ein eindeutiger zweiter Vorname vergeben werden.

Worauf sollte beim Namen geachtet werden?

Besonders kurze Namen sind beliebt, bei den Mädchen Mia, Emma und Hanna(h), bei den Jungen Ben, Jonas und Leon.  Früher wurden Doppelnamen meist so gewählt, dass Zweit- und Drittnamen die Vornamen der Großmütter oder Paten waren, heute ist Eltern eher der Klang wichtig.

Bei der Namenswahl solltet ihr vor allem darauf achten, dass euer Kind diesen Vornamen sein Leben lang trägt. So niedlich Mats klingt, vielleicht ist Matthias als offizieller Name eine passendere Wahl und Mats ist in der Kinderzeit der Rufname? Lieber Helen als Leni? Natürlich ist das Eure Entscheidung. Bei besonders verspielten Namen solltet ihr aber an einen zweiten Vornamen denken.

Der Vorname sollte natürlich auch zum Nachnamen passen. Paul ist ein schöner Name. Aber Paul Pelz? Nicht so toll. Am besten den Namen ruhig mal laut sagen. Wie klingt er? Und dann solltet ihr den Namen rufen. Brüllen. Denn immerhin werdet Ihr diesen Namen durchaus mal in strengem Ton sagen müssen. Ist der Name spielplatztauglich? Wie klingt er, wenn er im lokalen Dialekt ausgesprochen wird? In Bremen wird aus Nils schnell „Niöhls“, aus Jaqueline in Stuttgart „Schaglien“.

Was hilft bei der Entscheidung?

Drei bis zehn Tage nach der Geburt sollten sich Eltern entschieden haben. Verheiratete Paare haben immerhin nicht mehr das Problem, dass sie auch noch einen Familiennamen wählen müssen, Paare ohne Trauschein müssen sich auch auf den Nachnamen einigen. Theoretisch könnt ihr beim totalen Patt das Familiengericht entscheiden lassen.  Erfahrene Eltern raten abzuwarten, bis das Baby da ist. Häufig kommt die Einigung dann von alleine - ganz so, als würde das Neugeborene selbst den letzten und entscheidenden Impuls geben.

Autorin-Silke Plagge

Dieser Artikel wurde von Silke Plagge verfasst.