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Schwanger im Job - gut durch den Berufsalltag kommen

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit – aber diese Monate sind eine ganz besondere Zeit. Durch das Mutterschutzgesetz ist genau geregelt, was Schwangere im Job dürfen und was nicht. Akkordarbeit und Nachtschichten sind verboten. Auch schwere körperliche Tätigkeiten, langes Stehen oder Sitzen und Arbeit mit Chemikalien ist ausdrücklich untersagt. Aber auch, wenn der Arbeitsplatz „schwangerschaftsgerecht“ ist, so kann ein Arbeitstag mit rundem Bauch und geschwollenen Beinen doch ziemlich lang und anstrengend sein. Hier ein paar Tipps für einen entspannten Tag.

Schwangere im Büroalltag

Tipps für den Berufsalltag in der Schwangerschaft

 

Tipp 1: Einen Anker setzen

Es ist völlig in Ordnung, während der Schwangerschaft als leistungsfähige Mitarbeiterin wahrgenommen werden zu wollen. Es ist aber auch wichtig, dann an das Baby zu denken. In der alltäglichen Hektik von Besprechungen, fortwährendem Telefonklingeln und mit einem Chef, der am liebsten mehrere Projekte gleichzeitig abschließen möchte, denkst du vielleicht selbst nicht genug an dich und dein Baby. Wichtig ist hier ein kleiner Anker. Ein Symbol, das dich - und nur dich - wieder an die Schwangerschaft erinnert. Das kann ein Foto oder auch ein Gegenstand sein. Es sollte eher nicht so etwas Eindeutiges wie kleine Schuhe oder das letzte Ultraschallbild sein, denn es geht nicht darum, dass die Kollegen dich als "DIE Schwangere" wahrnehmen. Es geht um dich. Und um das Baby. Suche dir etwas aus, das für dich einen hohen Symbolwert hat, z.B. einen besonderen Stein vom ersten Spaziergang mit Babybauch. Wenn du deinen "Anker" siehst, halte einen Moment inne. Lege die Hand au den Bauch. Vielleicht kannst du auch die Augen kurz schließen? Atme ganz bewusst zum Baby und spüre in dich herein. Hallo Baby! Vielleicht tritt nach einiger Zeit ein "Gewöhnungseffekt" ein und du übersiehst den Stein auf dem Schreibtisch. Wenn du merkst, dass die kleine Auszeit nicht funktioniert, solltest du dir einen neues Symbol suchen.

 

Tipp 2: Für Bewegung sorgen

Der Gang zum Drucker ist nicht nur ein lästiges Übel sondern hilft, den Kreislauf in Schwung zu halten. Das Gleiche gilt für die Mittagspause. Ein Spaziergang an der frischen Luft mit einem kleinen Imbiss ist besser als den Bürostuhl nur gegen den Stuhl in der Kantine zu tauschen.

 

Tipp 3: Tricks gegen geschwollene und schmerzende Beine

Generell ist es wichtig, keine Kleidungsstücke zu wählen, die einengen. Das gilt auch für Schuhe! Bei einigen Schwangeren schwellen die Füße stark an, bei anderen wenig. Aber alles was zu eng oder zu hoch ist, sollte jetzt eher im Schuhschrank bleiben. Wenn es möglich ist, die Schuhe so oft wie möglich ausziehen - oder ein zweites eher gemütliches Paar anziehen. Die Füße möglichst hochlegen und immer wieder kreisen lassen. Das regt die Venentätigkeit an. Wichtig ist es, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken. Sitzt du wirklich sehr viel, solltest du Rücksprache mit deinem Arzt halten und dir spezielle Venenstützstrümpfe verschreiben lassen. Die sind heute gar nicht mehr so hässlich, verhindern aber gefährliche Thrombosen.

 

Tipp 4: Auf Warnsignale des Körpers achten

Dein Körper leistet gerade ein Wunder - und das ist Schwerstarbeit. Auch wenn am Anfang der Schwangerschaft noch nicht viel zu sehen ist, wächst die Gebärmutter stetig und auch das winzige Kind. Beschwerden sind durchaus normal - sie können aber auch ein Warnzeichen sein, dass du dich überlastet hast. In den ersten zwölf Wochen sind Übelkeit und Müdigkeit häufig. Bei starken Kopfschmerzen oder Verspannungen solltest du dich schonen. Auch immer wieder hart werdender Bauch ist ein Zeichen, dass mehr Schonung jetzt wichtig ist. Manchmal hilft es, kurz an die frische Luft zu gehen. Kleine Snacks wie Nüsse oder Obst und viel Flüssigkeit sind kleine Wundermittel bei Müdigkeit. Schmerzmittel solltest du vermeiden. Aber wenn es dir wirklich nicht gut geht - der Kopf unendlich schmerzt oder du das Gefühl hast, dass du einfach nicht mehr kannst, dann sprich mit dem Arzt. Augenflimmern oder Schwindel solltest du immer mit ihm oder ihr besprechen. In der Spätschwangerschaft ist es vielleicht wichtig, dass du ein paar Tage Auszeit nimmst, um dich zu schonen. Auch die Hebamme hat eventuell ein paar gute Tipps.

 

Tipp 5: Verwöhnungsprogramm nach Feierabend

Raus aus dem Büro - rein in ein gepacktes Freizeitprogramm? Keine gute Idee. Verabrede lieber mit dem werdenden Papa, dass er direkt nach Feierabend für Entspannung zuständig ist. Auch ein Saunabesuch ist ok, wenn du keine Probleme mit dem Kreislauf hast. Wichtig ist, dass du dir nicht zu viel vornimmst dir wirklich eine Auszeit gönnst und Erledigungen wie Einkaufen, Putzen oder Arzttermine so legst, dass du nach der Arbeit wirklich zur Ruhe kommst.

 

Tipp 6: Ein Tipp für werdende Väter

Sorge nach einem anstrengenden Bürotag dafür, dass sich deine Partnerin entspannen kann. Das beginnt mit dem Übernehmen alltäglicher Kleinigkeiten wie Einkaufen oder dem Gang zur Reinigung. Aber auch eine entspannende Fußmassage, ein liebevoll zubereitetes Essen oder ihren Lieblingstee ist bestimmt eine gute Idee. Denk daran: jede kleine Geste der Fürsorge und Aufmerksamkeit zählt jetzt doppelt!