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Kleines Mädchen hält Finger an Nase. Gebärde.
Format: Artikel – Schreibfeder auf dem Tisch
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Mit Babys sprechen – Kommunikation mit Gebärden

Autorin – Helen Mensen | Lesezeit: Etwa 5 Minuten

Es gibt die Möglichkeit, mit deinem Baby schon bevor es erste verständliche Worte äußert, Gebärden zur Kommunikation zu üben. Hast du schon einmal davon gehört? Schon ab dem sechsten Lebensmonat können Babys einige dieser Gebärden nachahmen. Du kannst dir sicher vorstellen, dass es hilfreich ist, wenn dein Baby dir beispielsweise mit der Gebärde für „trinken“ (hierbei führst du deine Hand zum Mund, als würdest du aus einem Becher trinken), seine Bedürfnisse signalisiert.

Erste Worte ab dem 1. Lebensjahr

In der normalen Sprachentwicklung beginnt dein Baby um den ersten Geburtstag herum erste Worte nonverbal zu äußern, also zu sprechen. Kannst du dich an die ersten Worte deines Kindes erinnern? Die Freude darüber ist immer groß. Es sind zu Beginn jedoch nur wenige Worte, die dein Kind spricht und mit denen ihr kommunizieren könnt. Oft sind diese Worte aber gar nicht so hilfreich und zahlreich, um Bedürfnisse zu vermitteln. Im zweiten Lebensjahr beginnt dann die eigentliche Wortschatzexplosion, also das stetige zunehmen von Ein- und Mehrwortsätzen.

Gebärden kannst du vor dem 1. Lebensjahr üben

Möchtest du schon früh mit deinem Kind eine Kommunikationsbasis aufbauen, kannst du vor dem ersten Lebensjahr beginnen, Gebärden mit deinem Baby zu üben. Dies geschieht im einfachen Situationskontext. Ein Zielwort (z.B. Milch) wird im Satz immer wieder mit der entsprechenden Gebärde untermalt, z.B. „Hier ist deine MILCH!“. Automatisch ablaufende Handlungen werden also mit Sprache begleitet und mit der Gebärde unterstützt. Das Baby kann diese dann übernehmen.

Christian berichtet von einem Erlebnis mit seiner Tochter: „Mia war mit acht Monaten nachts sehr unruhig und oft wach. Ich war mir unsicher, ob sie Hunger hatte, getragen werden wollte oder ob ihr etwas anderes fehlte. Seit wir die Gebärden lernten, hat sie nachts die Gebärde für den „Schnuller“ genutzt. Diesen habe ich ihr gegeben, sie konnte sich beruhigen und schlief ein. Das war eine tolle Möglichkeit. Mia konnte mir ohne Worte, aber mit der entsprechenden Gebärde ihre Bedürfnisse nahebringen. Ohne diese Gebärden hätte ich in der Nacht lange Zeit herumprobiert, wie ich sie am besten hätte beruhigen können. So habe ich gleich verstanden, was sie braucht“

Vor- und Nachteile der Gebärden

Du merkst, Gebärden können den Alltag mit deinem Baby oder Kleinkind vereinfachen. Es kann seine Bedürfnisse und Gefühle mit Gebärden leichter ausdrücken und es entsteht in den entsprechenden Situationen seltener Frust. Durch das stetige Üben schenkst du wertschätzende Zuwendung und Resonanz. Dies ist wichtig für die Entwicklung. Und nebenbei unterstützt du die eigentliche Sprachentwicklung, weil wichtigen Begriffe betont und visualisiert werden.

Solltest du dich für das Erlernen der Gebärden entscheiden, denke aber auch immer an deine eigenen Ressourcen: Die Gebärden erlernst du in einem Kurs, zusammen mit deinem Baby. Allerdings bist du im Kurs und auch zu Hause konsequent gefordert, Alltagssituationen mit den entsprechenden Gebärden des Zielwortes zu begleiten. Das Warten darauf, dass dein Kind die Gebärden endlich übernimmt, kann auch stressig sein und Druck ausüben. Habe das immer im Blick!

Die Entscheidung, ob ihr als Familie auch mit Gebärden kommunizieren möchtet, ist ganz individuell abzuwägen. Vergiss nicht, dass Babys in ihrer gesunden Entwicklung ja sowieso mit dem Sprechen beginnen. Und jedes Baby und jeder Erwachsene hat in einer gesunden Beziehung zueinander genügend Mittel, um sich auszudrücken. Blicke, die Körpersprache und die Stimme ermöglichen dir und deinem Baby auch ohne Gebärden einen intensiven Austausch, der die Kommunikation zwischen euch ermöglicht und vorantreibt. Hast du weitere Fragen zum Thema, wende dich gerne an unser Expertenteam!

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Autorin – Helen Mensen

Dieser Artikel wurde von >>Helen Mensen verfasst. Klicke >>hier, um mehr über unser Redaktions-Team zu erfahren.