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Geldsorgen als Familie? So kommst du trotzdem über die Runden

Autorin - Melanie Schüer

Geldsorgen kennen wohl viele Familien – vor allem, wenn das Einkommen knapp ist und jeder Euro, der ausgegeben wird, gut durchdacht sein muss. Budgetplanung ist dabei ein wichtiges Thema, denn das Leben mit Kindern bringt viele Ausgaben mit sich. Besonders herausfordernd ist die finanzielle Planung und das Erreichen finanzieller Ziele für Familien mit geringem Einkommen. Denn dann gibt es wenig Spielraum und neben einem ohnehin vollen Familienalltag sollte auch das Geld gut im Blick bleiben. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du deine Budgetplanung optimierst und trotz Geldsorgen den Alltag entspannter gestaltest.

Lesezeit: Etwa 6 Minuten

Familienfinanzen im Griff: Die ersten Schritte zu einer sicheren Zukunft

Um Geldsorgen so gut es geht zu begegnen ist es wichtig, gewisse Spartipps und Basics zur Budgetplanung zu kennen. Daher ist es sinnvoll, genau zu erfassen, welche Einnahmen ihr als Familie habt und welche Ausgaben in etwa zu erwarten sind. Das geht am übersichtlichsten mit bestimmten Kategorien – Näheres dazu in unserem Artikel „Budgetplanung“. So findest du heraus, wie viel du wofür ausgeben und wo du vielleicht noch sparen kannst.

Ebenso sinnvoll ist ein „Notgroschen“ – das Bilden einer festen Rücklage für unvorhergesehene Anschaffungen, zum Beispiel, wenn plötzlich die Waschmaschine oder der Geschirrspüler kaputt geht.

Außerdem ist es gut, sich über Möglichkeiten finanzieller Unterstützung für Familien wie Wohngeld, Kinderzuschuss usw. und weitere Spartipps zu informieren und einige Strategien zum Verfolgen finanzieller Ziele zu finden. Vielleicht gibt es ja diesen einen Traum, den du hast oder den ihr als Familie habt – eine besondere Reise, ein Umzug in ein neues Zuhause oder ein eigenes Musikinstrument. Solche finanziellen Ziele können sehr motivierend sein und sind manchmal mit dem richtigen Vorgehen gar nicht so unerreichbar, wie es scheint.

Einkommenssicherung

Die wichtigste Grundlage für eine gute Budgetplanung ist ein ausreichendes Einkommen.

  • Wenn du dein Eindruck hast, dass das Geld nicht reicht, obwohl du schon sparsam bist, dann könnte es sein, dass du Anspruch auf staatliche Hilfe wie Kinderzuschuss und Wohngeld hast. Online findest du Rechner zu beiden Hilfen. Diese helfen dir einzuschätzen, ob sich ein Antrag lohnt.
  • Wenn das der Fall ist, haben deine Kinder zudem ebenso wie Kinder, deren Eltern Bürgergeld oder Sozialhilfe beziehen, die Möglichkeit, Leistungen für Bildung und Teilhabe zu nutzen. Das bedeutet, dass Ausgaben wie Klassenfahrten, Schulbeförderung, Lernförderung (Nachhilfe), Mittagessen in der Schule und Schulmaterialien sowie Freizeitaktivitäten staatlich bezuschusst oder sogar ganz übernommen werden. Weitere Infos findest du online oder bei der zuständigen Stadt/dem zuständigen Landkreis.
  • Vielleicht hast du auch schon eine lange Zeit keine Gehaltserhöhung mehr erhalten? Dann möchten wir dich ermutigen, ein Gespräch mit deinem Chef oder deiner Chefin zu führen. Überlege dir genau, welche Gehaltserhöhung du dir wünschst. Viele Arbeitgeber*innen kommen bedauerlicherweise nicht selbst auf die Idee, dein Gehalt zu erhöhen. Wenn du keine Gehaltserhöhung erhältst, kann das vielleicht auch ein Anreiz sein, einen Job zu finden, der besser bezahlt wird. Natürlich nur, wenn das möglich ist.

Prioritäten setzen, um Geldsorgen zu reduzieren

In Lebensphasen mit geringem Einkommen geht leider nicht alles auf einmal. Damit das Geld reicht, hilft es, gründlich Prioritäten zu setzen. Überlege, worauf ihr als Einzelpersonen und als Familie zumindest zeitweise verzichten könnt und, was auf der anderen Seite unbedingt drin sein sollte.

Prioritäten, die indiskutabel sind:

Manches ist auch individuell – so kann die eine Familie gut und gerne auf ein Auto verzichten, aber legt Wert auf Hobbys wie Musikinstrument lernen oder Sport, während die andere einen rollenden Untersatz braucht, aber kauft Kleidung meist gebraucht und fährt nicht jedes Jahr in einen gemeinsamen Urlaub. Oder du stellst fest, dass der tägliche Kaffee beim Bäcker auf dem Weg zur Arbeit einfach zu teuer ist und machst dir eigenen – aber gönnst dir dafür einmal im Monat einen Café-Besuch mit einer Freundin oder einem Freund.

Schaut nach Kompromissen – vielleicht stellt ihr fest, dass ein gemeinsamer Urlaub jedes Jahr zurzeit einfach nicht drin ist. Dann kann es eine Lösung sein, nur jedes zweite Jahr zu fahren und im anderen Jahr einige schöne Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten wie Zelten, eine Rad- oder Bootstour oder Film- und Spieleabende zuhause zu planen.

Kreative Alltags-Lösungen für Familien mit geringen Finanzen

Bei der Freizeitgestaltung gibt es manchmal Möglichkeiten, zu sparen und bewusst Unternehmungen zu planen, die nichts oder wenig kosten – zum Beispiel Wandern, Geocatching, Blätter oder Kastanien suchen, Steine suchen und bemalen, verschiedene Spielplätze und Parks erkunden, Büchereibesuche, kreatives Malen und Basteln mit Naturmaterialien.

Inzwischen gibt es an vielen Orten soziale Kaufhäuser mit wirklich guter Kleidungs- und Spielzeugauswahl und auch Flohmarktbesuche oder Onlineshopping bei Gebraucht-Portalen wie kleinanzeigen.de lohnen sich oft.

Auch Lebensmittel lassen sich manchmal günstig bekommen, zum Beispiel durch Apps wie „Togoodtogo“ oder „Karma“. In Supermärkten gibt es reduzierte Lebensmittel, die kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehen oder sogar kostenloses Gemüse o.ä., das nicht mehr perfekt aussieht, aber noch gut schmeckt. Günstiger wird es meist auch, wenn öfter mal für zwei Tage gekocht oder bewusst geschaut wird, was sich mit Resten vom Vortrag noch Leckeres zaubern lässt. Es lohnt sich, nach den Noname-Produkten zu schauen, die meist weiter unten im Regal stehen und mal einen Blick auf den Kilopreis zu werfen, weil verschiedene Packungsgrößen schnell täuschen können. In manchen Städten gibt es auch Cafés, Supermärkte oder Restaurants, die Essen nach Ladenschluss verschenken. Informiere dich gerne!

Familienzentren bzw. Jugendzentren, Mehrgenerationenhäuser, Kirchengemeinden sowie Sportvereine bieten oft günstige oder sogar kostenlose Freizeitangebote – teils regelmäßig, teils in Form besonderer Events.

Urlaub wird bezahlbarer durch frühzeitiges Kaufen von z. B. Bahntickets und das Nutzen von Jugendherbergen oder Wohnungstausch-Börsen. Manche Familien entdecken Camping für sich. Zudem gibt es gemeinnützige Familienferienstätten wie beispielsweise von der AWO oder Kolping, die an ganz verschiedenen, spannenden Orten Groß und Klein günstigen Urlaub ermöglichen.

Kleidung, Bücher und Spielzeug für Kinder könnt ihr auch auf Flohmärkten oder in second-hand-Läden kaufen. Es gibt inzwischen auch viele Apps, die Eltern dabei helfen, Kinderkleidung zu kaufen und zu verkaufen.

Netzwerke nutzen zum Sparen mit wenig Geld

Es kann inspirierend sein, sich Online-Gruppen zum Thema „Familienalltag mit geringem Einkommen“ anzuschließen. So erfährst du erprobte Spartipps von anderen Eltern, ihr könnt euch auch austauschen und gegenseitig ermutigen.

Es gibt außerdem Tauschbörsen im Internet und auch Pinnwände in Supermärkten oder Kitas können nützlich sein, um Gegenstände zu tauschen, zu suchen oder zu verkaufen und damit die Familienkasse aufzubessern.

Wenn es mal ganz knapp ist, dürfen wir Eltern uns auch ein Herz fassen und liebe Freunde oder Verwandte um Hilfe bitten. Die meisten freuen sich, einen lieben Menschen zu unterstützen – und du trägst mit deiner ehrlichen Frage dazu bei, dass solche Fragen selbstverständlicher werden.

Portale wie „Groupon“ helfen zudem, vergünstigte Tickets zu erhalten, wenn ihr euch doch mal etwas gönnen wollt.

Fazit

Geldsorgen können belastend sein, aber mit einer durchdachten Strategie und den richtigen Maßnahmen kannst du deine Familie sicher durch schwierige Zeiten bringen. Wichtig ist, dass du einen Überblick über eure Finanzen behältst, Einsparmöglichkeiten nutzt und Unterstützung in Anspruch nimmst, wenn sie nötig ist. Weitere hilfreiche Tipps und Strategien findest du in unserem Ratgeber Finanzen für Familien.