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Elternfrage

Kann es sein, dass mein Kind hochbegabt ist? – Kita- und Vorschulalter

Martina Rosenboom | Lesezeit: Etwa 6 Minuten

Schon vor der Einschulung kann es Anzeichen für eine mögliche Hochbegabung bei Kita- oder Vorschulkindern geben. Zum einen haben sie oft schon ein erstaunliches Wissen, aber eher durch ihr schnelleres Lernen, genaueres Beobachten und tieferes Nachdenken. Das kann sich dann auch im Sozialverhalten oder in emotionalen Bereich zeigen. Unter Checkliste – Ist mein Kind hochbegabt? findest du eine Reihe von Hinweisen. Viele davon liegen in Bereichen, wo man sie nicht sofort vermuten würden, z.B. einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit.

Wichtig ist dabei, dass manche der Anzeichen auch andere Ursachen als Hochbegabung haben können, z.B. Besonderheiten in der Familie (besondere Hobbys der Eltern oder älterer Geschwister). Jede Checkliste sollte deshalb mit Augenmaß eingesetzt werden. Zum einen ist eine Häufung von Merkmalen nur ein Hinweis auf eine mögliche Hochbegabung. Zum anderen sollte der erkannte Entwicklungsvorsprung über längere Zeit anhalten.

Mutter liest Tochter, Kita-Kind, aus Buch vor.

Wie man Hinweise auf Hochbegabung bei Kindern beobachten kann

 In den meisten Fällen gibt die Beobachtung der Eltern und der ErzieherInnen Hinweise auf eine mögliche Hochbegabung. Eltern können dabei das Kind über den ganzen Tag und im normalen Leben wahrnehmen: zu Hause und unterwegs, im Umgang mit Geschwistern und anderen Erwachsenen, im Urlaub und über längere Zeiträume. ErzieherInnen haben eher den Blick auf das Verhalten in der Gruppe der Altersgleichen im Blick. In Kitas gibt es oft Entwicklungsbögen, in denen die verschiedenen Kompetenzen je nach Alter der Kinder notiert werden. Beim Auswerten der Bögen könnte es Hinweise auf eine Hochbegabung geben.

So können Eltern und Kita ihre Beobachtungen austauschen und bei einem Verdacht auf eine mögliche Hochbegabung auch genauer hinschauen. Dies gilt vor allem auch für Bereiche wie Sport, Musik oder Sozialverhalten. Im Artikel IQ bei Kindern ist nicht alles: Begabungen sind bunt! sind viele weitere Begabungsfelder aufgeführt.
Auch bei den kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen ergeben sich manchmal schon Hinweise auf eine Hochbegabung: ein Kind kann in seiner geistigen Entwicklung deutlich seinem Alter voraus sein und/oder kann schon früh oder erstaunlich gut sprechen. Genauso wie auffällige Schwächen sollten auch besondere Stärken besprochen werden!

Nachweis einer Hochbegabung durch einen Intelligenztest

Nur sehr selten ist ein Intelligenztest im Vorschulalter notwendig. Ein solcher Fall ist zum Beispiel bei Kita-Kindern manchmal die Entscheidung, ob ein Kind vor dem „Stichtag“ eingeschult werden soll. Manchmal haben Eltern und Kita unterschiedliche Beobachtungen gemacht und sind sich nicht einig, ob die Kompetenzen für eine Einschulung ausreichen. Im Artikel Soll man die Hochbegabung des Kindes testen lassen? findest du einige Punkte, die Eltern sich vor einem Intelligenztest überlegen sollten. Zu bedenken ist dabei auch, dass die Kosten für den Test bei speziellen Testpsychologen in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Kontakt zu Fachleuten für Intelligenztests

Wenn du dein Kind auf Hochbegabung testen lassen möchtest, hast du die Qual der Wahl, denn es gibt eine große Anzahl an zuverlässigen und allgemein anerkannten Tests. Im Fachportal der >>Karg-Stiftung sind diese ausführlich und kompetent beschrieben. Je nach Ausgangslage und ausgewähltem Test kann das Ergebnis Hinweise auf besondere Fördermaßnahmen oder auch die Empfehlung für eine Einschulung sein.

Auch wenn im Prinzip jede Psychologin und jeder Psychologe lernt, wie ein Intelligenztest durchgeführt wird, so gibt es doch auch hier Spezialisten. >>Im Expertenkreis Hochbegabung und Potenziale im Bund deutscher Psychologen sind einige aufgeführt.

Zu regionalen Fachleuten kannst du auch gut bei der >>Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind anfragen. Deren Beraterinnen und Berater haben Zugriff auf ein großes Netzwerk und können auf gute Anlaufstellen für Eltern hochbegabter Kinder in ganz Deutschland hinweisen.

Förderung von Familien mit hochbegabten Kindern

Manche Eltern befürchten, dass das Leben mit einem hochbegabten Kind besonders anstrengend wird, weil der Förderbedarf hoch ist. Im Artikel Tipps für Eltern hochbegabter Kinder sind ein paar Hinweise, was Eltern tun können. Häufig brauchen besonders begabte Kinder aber keine „Spezialförderung“, sondern brauchen das, was die meisten Kinder an Entwicklungsförderung benötigen. Eltern sollten Lernanreize schaffen, selbstbestimmtes Lernen fördern, Medien mit Bedacht einsetzen, Kontakte zu Gleichgesinnten suchen und die Altersangaben bei Spielzeug und Büchern nicht zu eng sehen.

Bei all dem ist aber auch wichtig, dass Erwachsene das hochbegabte Kind zuerst einmal als Kind zu sehen: Nicht jedes Potential muss sofort optimal und zielgerichtet gefördert werden! Viel wichtiger ist, dass es der ganzen Familie dabei gut geht – vor allem den Eltern! Deshalb suchen Eltern oft Kontakt zu Gleichgesinnten. Auch dafür bietet zum Beispiel die >>Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind Veranstaltungen für Kinder, Eltern und ganze Familien. Gerade Eltern genießen dort die Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Regional kann es noch weitere Elterngruppen geben, die verschiedene Angebote machen und zum großen Teil keinen Nachweis der Hochbegabung durch einen Intelligenztest benötigen.

Martina Rosenboom

Interview mit >>Martina Rosenboom.
Martina Rosenboom ist Teil des Redaktions-und Online-Beratung Teams bei elternleben.de
Klicke >>hier, um mehr über das Redaktions-Team zu erfahren.

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