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Elternfrage

Mein Kind will nicht in den Kindergarten gehen, was kann ich tun?

Autorin – Petra Engelsmann | Lesezeit: Etwa 15 Minuten

Schon morgens kurz nach dem Aufstehen beginnt dein Kind zu weinen, weil es nicht in den Kindergarten möchte? Du fragst dich, warum es so ist und wie du deinem Kind helfen kannst? Du machst dir Gedanken, weil dein Kind nicht in die Kita gehen will und du fragst dich, wie es euch gelingen kann, dass dein Kind wieder mehr Spaß in der Kita hat?

Was könnte dahinterstecken, wenn dein Kind bereits morgens weint, nicht in der Kita schlafen will oder wenn dein Kind sich schon morgens nicht anziehen möchte? Es ist dir ein wichtiges Anliegen, deinem Kind hier zu helfen, da es auch dir schwer fällt dein Kind in der Kita zu lassen, wenn dein Kind beim Abschied weint und nach dir ruft. Lese hier, was Ursachen für diese Kindergartenverweigerung sein können und was du als Mama oder Papa tun kannst, wenn dein Kind nicht in die Kita gehen möchte.

In der Kita. Kleiner Junge weint und hält sich die Hand vors Gesicht.

Mögliche Gründe, warum dein Kind nicht in die Kita gehen möchte

Die Gründe für ein nicht in die Kita gehen wollen, können sehr vielfältig sein und es gibt viele mögliche Ursachen, die es zu erforschen gilt, um dem Kind bestmöglich zu helfen!
Ist es nur eine vorübergehende Unlust oder geht es tiefer, da sich die morgendlichen Weinanfälle häufen und fast jeder Tag zu einem „Ich will nicht in die Kita“-Tag wird? Wenn dein Kind täglich oder sehr oft lieber zuhause bleiben möchte, solltest du nach der Ursache suchen. Vorübergehende Stimmungsschwankungen sind dagegen ganz normal.

Zu kurze oder holprige Eingewöhnung in die Kita

Ist dein Kind gerade ganz neu in der Kita, so kann es sein, dass es sich dort noch nicht richtig wohlfühlt, weil die Eingewöhnung vielleicht zu kurz oder einfach auch zu holprig war. Beobachte dein Kind! Fühlt es sich mit der Erzieherin wohl? Ist die Zeit in der Kita zu lang? Ob dein Kind sich mit der Fachkraft wohl fühlt kannst du daran erkennen, dass dein Kind auch von deinem Arm aus Kontakt zur Fachkraft aufnimmt. Es kann ein kurzer Blick sein, ein kleines Lächeln oder auch einfach die Beobachtung, was die Fachkraft tut. Es ist normal, wenn sich dein Kind danach auch wieder bei dir auf dem Arm einkuschelt, denn du bist die Bezugsperson Nr.1! Sprich mit der Erzieherin, ob die Zeit in der Kita vielleicht zu lang ist.

Wenn dies euer Eindruck ist, dann kann es helfen, die Zeitspanne zu kürzen (sofern es für dich machbar ist), um deinem Kind mehr Sicherheit zu geben. Dein Kind muss in den nächsten Wochen lernen, dass du zwar gehst, aber dass du auch wiederkommst und es dann mit nach Hause nimmst. Besonders für Kinder unter 3 Jahren ist dies ein Lernprozess, der Zeit und die Überzeugung der Eltern braucht. Da Kinder sehr feine Antennen haben, ist es wichtig, dass auch du davon überzeugt bist, dass dein Kind in der Kita gut aufgehoben ist. Lies auch unseren PREMIUM-Artikel Kompetente Kita-Eltern

Du hast selbst Zweifel, ob dein Kind schon in die Krippe soll

Wenn du dich bei dem Gedanken ertappst, dass auch du nicht in diese Kita gehen möchtest, kann die Ursache darin liegen, dass sich dein Zweifel an der Kita auf dein Kind überträgt. Gehe dem Gefühl auf den Grund:
Du bist dir nicht sicher, ob es die richtige Kita ist? Du machst dir Sorgen und Vorwürfe, weil du dein Kind abgibst? Du bist selbst im Zwiespalt, ob dein Kind jetzt schon in den Kindergarten oder in die Krippe gehen sollte? Auch dieser Zweifel gehört zu den Trennungen von dir und deinem Kind dazu. Er ist normal! Besonders dann, wenn dein Kind dir signalisiert, dass es nicht in die Kita gehen will.
Spür in dich hinein!

Was sind es für dich für Gründe? Woher kommt deine Unsicherheit? Es kann sein, dass sowohl du, als auch dein Kind, nicht so gut mit der Erzieherin auskommt, weil beispielsweise eine andere Erzieherin viel mehr mit euch spricht und einen intensiveren Kontakt zu euch aufgenommen hat. Sprich dies in der Kita an und frag, ob ihr die Fachkraft wechseln könnt. Dies kommt bei Eingewöhnungen immer wieder mal vor.
Machst du dir Sorgen, dass sich dein Kind nicht wohl fühlen könnte, so schau dein Kind genau an und beobachte, wo es sich wohl fühlt und wo nicht. Gib deinem Kind die Chance, neue Kontakte zu knüpfen. Du wirst immer seine Nr. 1 bleiben!

Wenn du nicht sicher bist, ob dein Kind ins Spiel findet, nach dem Verabschieden, so frag, ob du in der Kita anrufen kannst, um sicher zu sein, dass dein Kind, wieder fröhlich spielt. Und auch dann, wenn du gerne wieder arbeiten gehst, das ist völlig in Ordnung! Dadurch bist du ausgeglichener, weil du wieder in deinem Beruf gebraucht wirst. Es ist in Ordnung, auch berufstätig zu sein. Nutze im Anschluss die gemeinsame Zeit mit deinem Kind! Für die Beziehung zu deinem Kind ist es nicht die Masse an Zeit, sondern die Qualität der Zeit, die ihr miteinander verbringt!

Dein Kind fühlt sich in der Kita alleingelassen

Auch wenn viele Kinder um dein Kind herumspringen, so kann es doch sein, dass sich dein Kind alleingelassen fühlt. Haben andere Kinder andere Spielideen und wird die eigene Idee nicht von den anderen Kindern aufgegriffen, so kann es sein, dass sich dein Kind auch als Außenseiter fühlt. Oder haben sich beste Freunde gestritten, so kann dies auch ein „sich alleine fühlen“ erzeugen.

Hier gilt es mit deinem Kind ins Gespräch zu kommen. Es ist auch Aufgabe der Fachkraft, dies zu beobachten und es mit den Kindern zu besprechen. Dein Eindruck ist, die Fachkraft sieht es nicht? Sprich es an! So kannst du für dein Kind Sprachrohr sein und es unterstützen.

Geschwisterchen zu Hause

Ihr habt gerade erst ein weiteres Kind bekommen? Dann herzlichen Glückwunsch! Es ist für alle in eurer Familie eine Freude! Doch auch, wenn euer erstes Kind stolz darauf ist, ein Geschwisterchen zu haben, so ist es doch auch nicht so leicht zu verarbeiten, dass es selbst in die Kita gehen soll, während das Baby zu Hause bei Mama sein darf. Für die älteren Kinder fühlt sich dies oftmals ungerecht an. Sie fühlen sich weggeschubst und weniger beachtet, da das Baby aus ihrem Blickwinkel heraus mehr darf, als sie selbst. Zeige deinem Kind immer wieder, wie gern du es hast und suche nach Zeitfenstern, die du nur für dein älteres Kind reservierst. Wie kannst du Geschwistern gerecht werden?

Mobbing in der Kita

Leider kommt auch dies immer mal wieder in Kitas vor. Und es ist ein triftiger Grund für dein Kind, dann nicht in die Kita zu wollen. Sprich mit deinem Kind darüber, ob es von anderen Kindern geärgert oder ausgelacht wird. Wird dein Kind bewusst von anderen Kindern ausgeschlossen, so sollten dies die Fachkräfte sehen und handeln! Besonders dann, wenn dein Kind nicht in die Kita will und dir erklärt, dass es mit den Erzieherinnen nicht reden möchte, solltest du dringend das Gespräch mit den Fachkräften suchen. Es gilt dann dein Kind zu stärken, damit es aus der Rolle des Mobbing-Opfers herau kommen kann.
Hier gilt es überlegt und möglichst zeitnah zu handeln, um die Situation für dein Kind nicht zu verschlimmern.

Veränderungen der häuslichen Situation, wenn Eltern sich trennen

Du hast dich gerade von deinem Partner oder Partnerin getrennt? Mama und Papa wohnen nicht mehr zusammen? Auch das kann dazu führen, dass Kinder nicht mehr in die Kita gehen wollen. Hier spielt die Verlustangst eine entscheidende Rolle. Dein Kind braucht Zeit, um zu verarbeiten, dass ein Elternteil ausgezogen ist. Nun ist sich dein Kind nicht sicher, ob auch du wegbleibst, oder ob du wirklich wieder kommst. Hier helfen Gespräche und Zeit, um deinem  Kind die gesamte Situation liebevoll zu erklären.

Oder einfach nur: Ich vermiss dich Mama / Papa

Manchmal ist es auch einfach nur ein „ich find es doof, wenn du nicht da bist, Mama/ Papa!“. Das ist das normalste von der Welt! Auch wir Erwachsenen trennen uns nicht gern von den Menschen, die wir sehr gerne haben. Wir haben jedoch die Möglichkeit dies verbal zu äußern und wir verfügen über eine rationale Seite, die uns sagt, dass wir den anderen ja wiedersehen. Für Kinder, die noch im hier und jetzt leben, ist es täglich erneut traurig, dass Mama oder Papa zur Arbeit müssen und sie in den Kindergarten gehen sollen.

Daher auch ein „Ich will nicht in den Kindergarten!“ Hier hilft nur liebevolle Konsequenz und zugestehen, dass dein Kind traurig darüber ist, wenn es nicht rund um die Uhr bei dir sein darf. Es ist in Ordnung und wichtig, diese Trauer zuzulassen, denn Kinder lernen genau in diesem Moment, wie es ist, wenn man traurig ist, sich die Situation aber nicht ändern lässt. Emotionen zulassen und erspüren, ist leider nicht immer schön, doch es gehört zum Leben. Ist also euer Kind „nur“ traurig, so ist es ein wichtiger Entwicklungsschritt, den es zu lernen und liebevoll zu begleiten gilt. Seid da, gebt eurem Kind die Chance zu weinen und tröstet es. Nehmt es liebevoll in den Arm und redet über die schönen Dinge, die ihr später gemeinsam machen könnt. Dies bringt euch und eurem Kind einen schönen Ausblick auf den gemeinsamen Nachmittag.

Tipps und Lösungen

Was hilft, wenn das Kind nicht mehr in die Kita will? Ein Patentrezept gibt es leider nicht. Die Lösungen sind oftmals noch vielfältiger, als die Gründe. So kann es helfen, dass dein Kind ein Kuscheltier von zu Hause mitnehmen darf. Oder dass es sein Lieblingsbuch in der Kita vorgelesen bekommt. Egal, welche Gründe dein Kind dazu bewegen, dass es nicht mehr in die Kita gehen will, sprich mit deinem Kind! Frage nach, warum es nicht mehr in die Kita will? Frage nach, warum dein Kind weint und spüre hinein, ob es vielleicht Probleme mit der Erzieherin hat. Wichtig ist auch auf dich selbst zu schauen. Was fühlst du, wenn dein Kind in die Kita geht? Bist du zufrieden? Wenn nein, sprich die Erzieherin an, um die Sachlage zu klären. Für dich und dein Kind ist es wichtig, dass offene Gespräch mit der Erzieherin zu suchen.

Um zu Hause morgens trotz allem „Ich mag nicht in die Kita“ gut starten zu können, hilft es bereits am Vortag den nächsten Morgen vorzubereiten. Lege dir schon die Anziehsachen für dein Kind raus. Plane mehr Zeit ein, um nicht unter Zeitdruck zu geraten. Je besser du auf Widerstand und Tränen vorbereitet bist, um so ruhiger kannst du für dein Kind da sein, es trösten und ihm gut zureden. Auch ein morgendliches Kuscheln und frühstücken dürfen auf Mama´s Schoß, kann den Morgen ruhiger und fröhlicher werden lassen.

Für die Zeit nach dem Abholen darf es auch mal was Besonderes sein. Geht vielleicht zusammen auf den Lieblingsspielplatz, oder ihr könnt vielleicht ein Eis essen gehen. Es tut euch beiden gut, eine Aussicht auf einen schönen Nachmittag zu haben. Es hilft deinem Kind, in der Kita durchzuhalten, auch wenn es nicht gerne in die Kita gehen mag.

Und auch wenn dein Kind beim Abschied weint, ist es wichtig, dass du in der Verabschiedung klar bist und dich nicht mehrfach umdrehst und immer wieder „tschüss“ sagst. Sei klar und sicher beim Verabschieden, so kannst du den Trennungsschmerz, der völlig normal ist, kurz halten. Je kürzer und klarer eine Verabschiedung ist, umso eher kann sich dein Kind auf etwas Anderes einlassen und in der Kita ankommen. Für dich und dein Kind bedeutet es in den nächsten Wochen zuversichtlich jeden Tag neu anzugehen. Auch bei Tränen und nicht in die Kita wollen, ist es wichtig, dass ihr jeden Tag geht. Je öfter du dein Kind zu Hause lassen würdest, umso schwerer wird ihm dann die Trennung fallen. Bleib dran, auch wenn es schwerfällt, ein weinendes Kind in der Kita abzugeben. Sei liebevoll konsequent und besprich mit deinem Kind die Situation. Wenn du Gründe herausfindest, kannst du diese versuchen zu klären.

Schlussfolgerung / Zusammenfassung

Nicht in die Kita gehen wollen, gehört zum Leben eines Kindes dazu. Wichtig ist es, die Gründe zu erspüren und nachzuforschen. Besonders dann, wenn Kinder gemobbt werden, ist ein dringender Handlungsbedarf gegeben! Ist es nur ein „Ich will nicht in die Kita“, weil es zu Hause schöner ist, so gehört dies zum Lernprozess eines Kindes dazu, dass leider nicht immer alles rund um so sein kann, wie es das Kind gerne möchte.

Gespräche zwischen euch und eurem Kind sind in dieser Situation das A und O. Auch ein Gespräch mit der Erzieherin ist wichtig! Sucht euch Unterstützung von der Kita. Achtet auf schöne gemeinsame Zeiten zu Hause und seid bei der Trennung in der Kita liebevoll konsequent. Nur wenn ihr eurem Kind auch Trennungen zumutet, kann es an der neuen Aufgabe wachsen. Schließlich wollt ihr ja auch ein Kind, das langsam „groß“ wird. Je liebevoller und einfühlsamer ihr euer Kind begleitet, umso besser werdet ihr gemeinsam die „Ich will nicht in die Kita“- Zeit meistern. Ihr werdet gemeinsam Lösungen finden und euren individuellen Weg aus der „Ich will nicht in den Kindergarten“- Zeit hinausfinden. Habt Mut und vertraut auf euch und euer Kind!

Autorin – Petra Engelsmann

Dieser Artikel wurde von >>Petra Engelsmann verfasst.
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