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Elternfrage

Milch abpumpen – wie viel und wie oft am Tag?

Autorin – Melanie Schüer | Lesezeit: Etwa 7 Minuten

Manchmal bietet sich das Abpumpen auch ergänzend an, weil z.B. eine wunde Brust geschont werden soll oder, weil gerade zu viel Milch da ist. Wie oft und wie viel Milch du abpumpst hängt davon ab, ob du das nur ergänzend machen möchtest oder ob du dein Baby voll damit ernähren möchtest. Für das gelegentliche Abpumpen reicht eine Handpumpe, die du kaufen kannst. Für das regelmäßige Abpumpen eignet sich eher eine elektrische Pumpe, die du kaufen oder im Sanitärgeschäft ausleihen kannst. Wir gehen hier davon aus, dass du regelmäßig Milch abpumpen möchtest, um dein Baby damit zu ernähren.

Die Trinkmenge deines Babys richtet sich nach Alter und Bedarf. Während „normal“ stillende Mütter ihr Baby einfach mal anlegen können, wenn sie nicht sicher sind, ob das Baby Hunger hat, musst du beim Abpumpen sehr diszipliniert sein und feste Zeiten dafür einplanen. Wichtig ist, gerade am Anfang oft und viel abzupumpen, damit die Milchproduktion angeregt wird. Leere deine Brüste möglichst vollständig und gönne dir dazwischen Ruhe, besonders nachts.

Innerhalb von 24 Stunden solltest du 6 bis 8 mal abpumpen. Da du dazwischen das Baby auch füttern musst, ist es wichtig, dass du nach und nach deinen eigenen Rhythmus entwickelst, damit die volle Brust auch rechtzeitig abgepumpt werden kann. Damit beugst du einem Milchstau vor. Denke daran, dass ein großer Vorteil des Abpumpens darin besteht, dass du nicht jedes Fläschchen selbst geben musst. Hol dir zwischendurch Entlastung und versuche genug Schlaf zu bekommen.

Milch abpumpen. Mutter trägt Baby.

Milch richtig abpumpen

Milch abzupumpen braucht Zeit. Beginne mit der niedrigsten Stärke, bis du weißt, was für dich passt, damit das Abpumpen schmerzfrei ist und deine Brustwarzen nicht zu sehr strapaziert werden. Steigere langsam, damit auch die Produktion gesteigert wird. Eine zu schwache Milchpumpe, die wenig „zieht“ kann hier negativ wirken. Richte dich also nach der empfohlenen Trinkmenge deines Babys, damit du danach genügend Milch zum Füttern hast. Zu viel Milch kannst du gar nicht produzieren, denn was dein Baby nicht trinkt, frierst du einfach ein. Das hilft dir später, wenn du z.B. einen Wachstumsschub überbrücken musst. Lese dazu unsere Tipps, wie man Muttermilch aufbewahren kann.

Wenn du Milch abpumpen möchtest, gehst du so vor: zunächst wird jede Brust ca. sieben Minuten entleert. Anfangs machst du das nacheinander, Seite für Seite. Wenn du Zeit sparen möchtest oder musst und es dir zutraust, kannst du auch beide Brüste gleichzeitig anlegen und abpumpen. Dann mache eine kurze Pause: massiere deine Brust, trinke etwas Tee oder Stilles Wasser, denke liebevoll an dein Baby und stelle dir vor, wie sehr es sich freuen wird, wenn du es mit deiner Milch fütterst (das kann auch zu Beginn des Vorgangs helfen, um den Milchspendereflex der Brust auszulösen). Danach setzt du das Abpumpen für weitere fünf Minuten fort. Dann mach’ noch eine kleine Pause und versuche nochmals drei Minuten zu pumpen. Mit der Zeit bekommst du Routine und spürst, wie schnell die Milch fließt, welche deiner Brüste evtl. länger abgepumpt werden muss, welche zwischendurch einmal Schonung braucht etc. Das Abpumpen der Milch ist dir anfangs vielleicht fremd und unnatürlich vorgekommen. Aber später gehört es dann genauso zu deinem Baby-Alltag wie das Wickeln oder Tragen.

So lange hält sich Muttermilch nach dem Abpumpen

Wenn du Milch übrig hast, weil der Bedarf deines Babys anfangs noch kleiner ist, kannst du diese Muttermilch aufbewahren. Bitte beachte dabei: bei Zimmertemperatur sollte die Milch innerhalb von maximal fünf bis sechs Stunden gefüttert werden. Gut gekühlt (ca. 4 Grad) verbrauchst du sie idealerweise innerhalb von drei, allerspätestens nach 5 Tagen. Du kannst Muttermilch aber auch gleich einfrieren. Dann hält sie sich zwischen sechs und neun MonatenAchte immer auf hygienisch einwandfreie Bedingungen, egal ob in der Küche, dem Kühlschrank oder der Gefriertruhe.

Die Milch solltest du unter fließendem Wasser/im Wasserbad auftauen. Von der Mikrowelle ist wegen der Verbrühungsgefahr (innerhalb der Flasche kann die Milch extrem heiß werden) abzuraten. Und bitte verwende sie schon bald nach dem Auftauen und schüttele das Fläschchen einmal gut durch, damit sich die Fettschicht, die sich evtl. abgesetzt hat, gut mit dem Rest der Milch mischt. Auf deinem Handrücken kannst du mit einem Tropfen Milch die Temperatur testen.

Wie viel Milch pro Tag soll man abpumpen?

Wie bereits beschrieben solltest du sechs bis 8 mal am Tag abpumpen und nachts eine Pause einlegen, damit sich dein Körper erholt und wieder genügend Milch produzieren kann. Solltest du dein Baby vollständig mit abgepumpter Milch füttern (also nicht zwischendurch anlegen), kann es phasenweise nötig sein, nachts eine kleine Menge abzupumpen, wenn die Brüste sehr voll werden – sonst kann ein Milchstau entstehen. Pumpe dann nur so viel ab, bis der Druck in der Brust nachlässt, damit der Körper sich darauf einstellt, nachts weniger Milch zu produzieren.

Die Milchmenge steigt kontinuierlich, denn dein Körper ist darauf eingestellt, genügend Milch zu geben. Selbst Zwillingsmütter haben die Möglichkeit, ihre Babys mit Abpumpen zu ernähren. Was die Trinkmenge betrifft, halte dich an die Empfehlungen, die auch „normal“ stillenden Müttern als Richtwert gelten: Am ersten Lebenstag füttert man nur bis zu etwa 30 ml pro Mahlzeit, am 2. Tag bis zu 40 ml, am 3. Tag bis zu 50 ml und steigert diese Menge bis zu etwa 80 ml am sechsten Tag und etwa 100 ml in der zweiten bis achten Lebenswoche. Im dritten Lebensmonat eignen sich etwa bis zu 130 ml pro Mahlzeit, im vierten bis zu 170 ml und ab dem fünften Monat bis zu 200 ml. Allerdings gilt: Babys sind, genau wie wir Erwachsenen, keine Maschinen. Manche trinken weniger, manche mehr als die übliche Menge – achte hier auf den Bedarf deines Babys.

Wenn du mit dem Abpumpen nicht klar kommst oder Unsicherheiten auftreten, z.B. bzgl. der Menge,, frage deine Hebamme oder wende dich an unsere Onlineberatung.
Der wichtigste Rat zum Schluss: nur regelmäßiges Abpumpen sorgt dafür, dass dein Körper auch genügend Milch produzieren kann. Das ist wichtig. Wichtig ist aber auch, was du wie jede stillende Mutter brauchst – Ruhe, viel Trinken, regelmäßig und gesund essen!

Autorin – Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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