Elternfrage

Woche 19: Der 4. Wachstumsschub

Der vierte Schub ist der wohl intensivste und anstrengendste aller Wachstumsschübe. Das liegt auch daran, dass er im Vergleich zu anderen Sprüngen besonders lange dauert. Ganze 4-6 Wochen – und das nicht erst ab Woche 19, wie der Name "19 Wochen Schub" vermuten lässt, sondern schon bedeutend früher.

Aber wie erkennst du den 4. Schub beim Baby? Was lernt dein Kind in dieser Zeit? Und wann ist es vorbei? 

Um gut durch diese herausfordernde Phase zu kommen, findest du in diesem Artikel wertvolle Hinweise.

Lesezeit: Etwa 4 Minuten
19 Wochen Schub: Der 4. Entwicklungsschub beim Baby

19-Wochen-Schub: Beginn, Höhepunkt und Ende

Während viele andere Entwicklungssprünge nur wenige Tage bis hin zu einer Woche andauern, hat es der vierte Schub ziemlich in sich: Er dauert häufig 4-6 Wochen und ist damit der längste aller Entwicklungsschübe. Anders als der Name vermuten lässt, beginnt er oft schon in der 14. oder 15. Lebenswoche. Wenn die Symptome am heftigsten sind, ist gewissermaßen der Höhepunkt des Wachstumssprungs erreicht (oft um die 19. Woche herum) und danach wird es meist langsam wieder entspannter.

19-Wochen-Schub: Anzeichen für den 4. Sprung

Typische Anzeichen für den 19 Wochen Schub sind:

  • Schlafveränderungen (Schwierigkeiten, einzuschlafen oder auch vermehrte Müdigkeit)
  • Stimmung: Dein Baby ist in dieser Zeit vermutlich launisch, die Stimmung kann oft erstaunlich schnell wechseln und vermehrtes Weinen und Quengeln können auftreten
  • Anhänglichkeit und Nähebedürfnis werden oft wieder stärker
  • verstärkter oder verringerter Appetit

Während der 4. Sprung in der Dauer eine Ausnahme ist, sind die Symptome ähnlich wie die, die wir bereits aus anderen Schüben kennen.

All diese Veränderungen hängen damit zusammen, dass die neuen Entwicklungen das Kind herausfordern und das Gehirn sich umstrukturiert. Dadurch kommen Gewohnheiten und Rhythmen durcheinander und müssen sich neu finden.

Was lernt das Kind im 4. Schub?

Dein Baby versteht mehr und mehr Zusammenhänge zwischen Situationen und Verhaltensweisen. Es erkennt Abläufe und Reihenfolgen von Tätigkeiten, z.B. beim Essen oder Spielen.

Die sogenannte Objektpermanenz entwickelt sich: Das bedeutet, dass dein Baby beginnt, zu begreifen, dass ein Spielzeug weiter existieren kann, auch wenn es nicht mehr zu sehen ist. So kann es passieren, dass es gespannt wartet, bis du ein Spielzeug, das du versteckst, wieder hervor holst. Diese Fähigkeit kannst du fördern, indem du immer mal wieder Gegenstände auf verschiedene Weise und an verschiedenen Orten versteckst. Auch „Kuck-Kuck“ ist ein beliebtes Spiel in dieser Zeit: Du versteckst dein Gesicht hinter deinen Händen und ziehst die Hände dann weg, während du dein Baby anlächelst. Oder du versteckst dich (nur wenige Sekunden) hinter einer Tür, einem Schrank o.ä. Mach‘ das aber nur, wenn dein Baby Spaß daran hat – wenn es weint, bleibe lieber erst einmal beim Verstecken von Spielzeugen und Alltagsgegenständen.

Motorisch wird das Drehen trainiert – viele Babys lernen nun, sich im Rücken auf den Bauch und zurück zu drehen.

Auch das Greifen klappt nun noch besser und gezielter. Dass dein Baby daneben greift, kommt nur noch selten vor.

Auch die Sprache macht große Sprünge: Dein Baby beginnt, mehr und mehr Wörter zu verstehen und mehr auch selbst zu „plappern“.  Bestärke es darin, indem du auf sein „Sprechen“ freundlich und aufmerksam reagierst. Erzähle einfach auch, was du so siehst oder was dir einfällt oder, was du vermutest, was dein Baby dir sagen will. So entstehen sehr schöne und bindungsstärkende Dialoge.

Außerdem möchte dein Baby nun Dinge, die es greift, zum Mund führen, um sie auf diese Weise genauer zu untersuchen.

Pass‘ nun besonders gut auf, dass dein Kleines sich keine giftigen oder anderweitig gefährlichen Gegenstände in den Mund steckt.

Erfahrung von Eltern

Viele Eltern haben im 19. Schub das Gefühl: „Dieser Horror endet nie!“ Tatsächlich erleben viele diese Phase als „Horror“, weil das Baby so unruhig, angespannt und fordernd ist. Die Stimmung des Kindes scheint stündlich oder noch häufiger zu wechseln und man hat als Eltern kaum noch die Gelegenheit, mal durchzuatmen. Und weil ausgerechnet diese anstrengende Phase gleich mehrere Wochen dauert, kann es sich so anfühlen, als würde dieser Drahtseilakt zum Dauerzustand.

Daher, ganz wichtig: Immer wieder dran denken, dass auch dieser Schub vorübergeht. Helfen kann es dabei, ein wenig zu protokollieren: An welchen Tag zeigten sich welche Auffälligkeiten? Das hilft, einen Verlauf zu erkennen und manchmal sieht man auch Zusammenhänge, um einzuschätzen Was könnte helfen? Vor allem aber bewirkt das Protokollieren, dass wir Eltern sehen: Die Zeit vergeht! Die erste, zweite, dritte … Woche dieser schwierigen Phase ist schon vorbei!

Auch der Austausch mit anderen Eltern in Präsenz oder online kann unterstützend wirken, weil man merkt: Wir sind nicht die einzigen, die gerade kurz vor dem Durchdrehen sind. Es geht auch anderen so und es gibt Eltern, die mich auch wieder erinnern: Es geht vorbei!

Gerade weil der Schub so lange dauert, sind Auszeiten für die Eltern wichtig. Wechselt euch ab und wenn du allein bist oder das Abwechseln nicht reicht, schau‘, wer noch unterstützen kann: Verwandte, Freunde, Nachbarn? Auch geschulte Ehrenamtliche können eine super Option sein, z.B. bei wellcome (www.wellcome-online.de).

Nach dem 4. Schub das Gröbste überstanden?

Der vierte Schub ist heftig, sowohl in seiner Belastung als auch in seiner Dauer. Aber das Gute ist: Wenn ihr den überstanden habt, habt ihr den schlimmsten Schub hinter euch! Danach folgen um die 26. Woche der fünfte Schub und um die 37. Woche der sechste Schub, die beide in der Regel kürzer und milder ausfallen.

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