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Der plötzliche Kindstod

Autorin – Dr. Nikola Klün | Lesezeit: Etwa 5 Minuten

Es sind wohl die schlimmsten Ängste von Eltern, die sofort hochkommen, wenn das Thema „plötzlicher Kindstod“ angesprochen wird. Vielleicht hast du dein Baby selbst auch schon einmal leicht geweckt oder berührt, als es besonders tief geschlafen hat und sich kaum bewegt hat?

Die Angst der Eltern

Der Schlaf der frischgebackenen Eltern wird nicht nur durch unruhige Phasen des Babys unterbrochen, sondern auch durch die besonders ruhigen Phasen. Denn kaum ist es im Babybettchen besonders still, sorgt die Angst vor dem plötzlichen Kindstod dafür, dass viele Eltern nächtelang am kindlichen Bettchen Wache halten. Nicht umsonst finden Sensormatten, die Atempausen aufzeichnen sollen, einen immer größeren Anklang. Aber was ist der plötzliche Kindstod eigentlich und kommt er wirklich so häufig vor? Kann man sich davor schützen? Wir wollen mit diesem Artikel darüber aufklären.

Der plötzliche Kindstod – Definition und Häufigkeit

Der plötzliche Kindstod ist definiert als der plötzliche Tod eines Säuglings, für den keine Ursache gefunden werden kann. Er ist eine Ausschlussdiagnose, das heißt, dass alle nachweisbaren denkbaren Todesursachen ausgeschlossen werden müssen, bevor man von ihm sprechen kann. Ob man wirklich von einer „Diagnose“ sprechen kann, ist auch unklar. Das heißt also, dass wir nicht genau wissen, ob den Fällen eine gemeinsame geheime Ursache zugrunde liegt. Die Gemeinsamkeit besteht vor allem darin, dass keine Ursache gefunden werden kann.

Die Babys versterben in der Regel im Schlaf. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. 80% der betroffenen Kinder sind jünger als 6 Monate, am häufigsten sind Kinder zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat betroffen.

Der plötzliche Kindstod ist – anders als von vielen Eltern angenommen – ein seltenes Ereignis. Bei fast 800.000 Geburten in Deutschland sind etwa 130 Säuglinge pro Jahr sind in Deutschland betroffen. Die Zahl der Fälle ist rückläufig. Und anders als oft behauptet, ist der plötzliche Kindstod nicht mehr häufigste Todesursache jenseits der Neugeborenenperiode.

Ursachen und Risikofaktoren

Bei den Kindern, die am plötzlichen Kindstod verstorben sind, konnte also keine körperliche Ursache gefunden werden. Es konnten aber Risikofaktoren gefunden werden, die das Auftreten des plötzlichen Kindstodes begünstigen sollen. Diese sind:

  • das Schlafen auf dem Bauch, Alkohol- oder Drogenkonsum der Mutter
  • Überwärmung
  • Zudecken des Kopfes
  • ein Geschwisterkind, das durch den plötzlichen Kindstod starb
  • Passivrauchen während der Schwangerschaft und nach der Geburt
  • eine Frühgeburt vor der 33. SSW oder ein sehr niedriges Geburtsgewicht.

Es ist nicht bewiesen, dass diese Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod verantwortlich sind. Die Risikofaktoren wurden deswegen identifiziert, weil die meisten Kinder, die am plötzlichen Kindstod verstorben sind, einen dieser Risikofaktoren aufwiesen. Hieraus hat man den Rückschluss gezogen, dass diese Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod eventuell verantwortlich sein könnten.

Was kann man tun, um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen?

Aus diesem Grund gelten in Deutschland die Empfehlungen für den sicheren Babyschlaf:

  • Das Baby sollte zum Schlafen in Rückenlage gelegt werden
  • Zum Schlafen zieht man dem Baby am besten einen Schlafsack an
  • Um Überhitzung zu vermeiden, sollten die Babys kein Mützchen im Bett anhaben
  • Die richtige Raumtemperatur zum Schlafen sollte bei 16° bis 18° Celsius liegen
  • Das Zimmer sollte rauchfrei und regelmäßig gelüftet sein

Wenn du auf diese Empfehlungen geachtet hast, solltest du dir nicht allzu große Sorgen machen, sondern die Zeit mit deinem Baby genießen, statt dich von Ängsten leiten zu lassen. Und wenn du unsicher bist, wende dich an deinen Kinderarzt oder an unsere Onlineberatung. Unser Expertenteam ist gerne für dich da.

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Autorin – Dr. Nikola Klün

Dieser Artikel wurde von >>Dr. Nikola Klün verfasst.
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