Elternfrage

Woche 12: Der 3. Entwicklungsschub

Der 3. Entwicklungssprung ereignet sich um die 12. Lebenswoche des Babys herum. Diese auch 12-Wochen-Schub genannte Phase ist für die jungen Eltern oft ganz besonders anstrengend, weil das Baby oft besonders starke Symptome zeigt. Daher findest du im Folgenden einige Informationen und Tipps zum Umgang mit deinem Baby in dieser Zeit.

Lesezeit: Etwa 4 Minuten
12 Wochen Schub: Der 3. Entwicklungsschub beim Baby

Wann beginnt der dritte Entwicklungsschub?

Der dritte Entwicklungssprung beginnt etwa um die 12. Lebenswoche des Babys, weshalb er auch 12 Wochen Schub genannt wird. Der Zeitpunkt kann sich aber auch um 1-2 Wochen nach vorn oder hinten verschieben. Bei Frühgeborenen oder später geborenen Babys berücksichtigt man das veränderte Alter natürlich ebenfalls.

Wie lange dauert der 12-Wochen-Schub?

Der 12-Wochen-Schub ist oft in seiner Ausprägung heftig, aber zeitlich eher kurz. Er dauert meist nur einige Tage bis hin zu einer Woche. Also, liebe Eltern, tief durchatmen: Es ist nur eine Phase und in der Regel eine ziemlich kurze!

Woran zeigt sich der Schub?

Symptome des 3. Wachstumssprungs sind:

  • vermehrtes Weinen und Quengeln, auch Schreiattacken
  • starkes Nähebedürfnis, Anhänglichkeit
  • Veränderungen im Appetit und im Trinkverhalten (z.B. unruhiges Trinken, mehr oder weniger Hunger)
  • verstärkte Müdigkeit
  • Schlafprobleme

Was entwickelt sich im 3. Schub beim Kind?

Der 12-Wochen-Schub ist deswegen für die Eltern so belastend, weil er für das kindliche Gehirn so anstrengend ist. Es passiert so viel, dass das Kind oft emotional einige Tage ziemlich aus dem Gleichgewicht gerät. Folgende Bereiche der Entwicklung sind in diesem Wachstumssprung besonders relevant:

  • Soziale Interaktion und Kommunikation: Dein Baby lernt, noch aktiver und intensiver die Signale seines Gegenübers zu deuten und darauf zu reagieren
  • Rhythmen erkennen: Dein Baby erkennt Regelmäßigkeiten und Muster, z.B. Rituale im Tagesablauf und beim Schlafen, und stellt sich darauf ein. Jetzt ist also die Zeit, in der Gewohnheiten eine zunehmende Rolle spielen.
  • Fingermotorik und Greifen werden weiter trainiert und verbessert
  • Das Baby trainiert seine Stimme mit verschiedenen Lauten und Geräuschen
  • Der Kopf kann immer besser selbst gehalten werden (Bauchlage ist eine wichtige Position)

Was Eltern tun können

Da sich im kindlichen Gehirn während dieses Wachstumssprungs so viel verändert, sollten äußere Reize und Eindrücke möglichst reduziert werden. Das bedeutet: Eher wenige Termine, Verabredungen und aufregende Aktivitäten. Stattdessen empfiehlt es sich, mit dem Baby viel Zeit in vertrauten Räumen zu verbringen, aber auch Zeit draußen (eher in ruhigeren Gegenden) hilft, die vielen Veränderungen zu verarbeiten. Auch ruhige Musik und viel Körperkontakt wirken der verstärkten Unruhe und Anspannung oft wirksam entgegen.

Eltern können sich gegenseitig unterstützen, indem sie einander Freiräume ermöglichen (sich abwechseln mit der Betreuung des Babys, damit der/die andere mal durchatmen und neue Kraft tanken kann).

Bei der Ernährung ist eine besondere Gelassenheit ratsam: Halte nicht stur an bisher üblichen Abständen und Rhythmen fest, sondern orientiere dich am Appetit deines Babys. Bleibe locker, wenn es nur wenig trinkt, womöglich ist seine Verdauung gerade etwas durcheinander, denn Psyche und Darm hängen eng zusammen.

Lege dein Baby tagsüber immer mal wieder für einige Minuten in die Bauchlage, um seine Kopfhaltung und seine gesamte Motorik zu trainieren. Setze dich mit etwas Abstand vor ihren Kopf und zeige ihr ein Spielzeug, um sie zu motivieren, die Kopf zu heben.

Nutze verschiedene Alltagsgegenstände und Spielzeuge, um das Greifen deines Babys zu fördern.

Sonderthema beim 3. Schub: Schlafen

Im 12-Wochen-Sprung spielt das Erkennen von Ritualen eine besondere Rolle. Deshalb ist dies auch gewisse Zeit des Umschwungs, was Schlafrituale angeht. Viele Babys schlafen in den ersten Lebenswochen beim Trinken ein und das ist völlig natürlich. Ab dem 3. Sprung jedoch nehmen Babys diese Routinen zunehmend als feste und wichtige Muster wahr und das kann früher oder später zu Problemen führen: Wenn ein Baby nur beim Stillen oder an der Flasche einschlafen kann, fordert es diese Einschlafhilfe oft auch nachts häufig ein. Das kann dazu führen, dass es unnötig oft nachts vom Leichtschlaf heraus richtig wach wird und auch die Eltern weckt, weil es annimmt, nur mithilfe der Milch weiterschlummern zu können.

Aus diesem Grund ist die Zeit während oder kurz nach dem 3. Schub oft passend, um an diesem Punkt zu arbeiten: Suche immer wieder gezielt nach Gelegenheiten, dein Baby ohne Milch zum Schlafen zu bringen. Wecke es nicht absichtlich, aber schaue, wo sich Möglichkeiten ergeben, z.B., indem du es tagsüber auch mal bewusst im hellen, belebten Raum fütterst und vielleicht durch Interaktion etwas wach hältst (es reicht anfangs, das ein- bis zweimal pro Tag zu üben). Danach unterstütze dein Baby durch Kuscheln und Körpernähe, zur Ruhe zu kommen, gern auch im dunklen Raum. Sobald es entspannt und kurz vor dem Einschlafen ist, lege es in sein Bettchen und streichle es noch kurz.

Manchmal ist das Baby während des 12-Wochen-Schubs selbst zu angespannt für neue Rituale. Dann lohnt es sich, 1-2 Wochen zu warten und dann einen erneuten Anlauf zu wagen.

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