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Mein Kind hört schlecht - Hörprobleme erkennen!

Hören und Sprechen – wie hängt das zusammen?
„Unser Paul hört gerade überhaupt nicht. Hört er etwa schlecht?" – ähnliche Aussagen treffen Eltern oft, wenn die Kinder „nicht hören“ wollen. Die wenigsten denken dabei tatsächlich an eine verringerte Hörfähigkeit. Oft können Kinder, die schlecht hören auch Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung haben. Es ist daher wichtig, das Hörvermögen der Kinder im Blick zu haben. Denn dies benötigt dein Kind unter anderem, damit sich die Sprache altersgerecht entwickeln kann. Aber warum ist das eigentlich so?

Das Ohr - Wie funktioniert es?

Unsere Ohrmuschel fängt bei allen Geräuschen den Schall auf und bringt das sensible Trommelfell in Schwingung. Über das Mittelohr und das Innenohr wird der Schall als komplexes Nervensignal zum Hörzentrum im Gehirn weitergeleitet. Das Gehirn interpretiert das Gehörte und es findet eine adäquate Reaktion statt. Beispielsweise sagt dein Kind, wenn es die Türklingel hört: „Oma kommt“, weil es das Klingeln als „da kommt jemand“ interpretiert.

Das Hören entwickelt sich

Schon in den ersten Monaten kannst du an deinem Kind Schritt für Schritt neue Reaktionen auf Gehörtes erkennen. Durch die Entwicklungsfortschritte wird es immer aufmerksamer: Es erschrickt schon bei lauten Geräuschen oder es reagiert entspannt auf deine sanfte Stimme. Und das deshalb, weil im Gehirn deines Kindes die Interpretation für die Stimme der Eltern ist: „Ich bin nicht allein, meine Eltern sind bei mir, ich kann mich entspannen“.

Das Ohr muss unterschiedliche Laute unterscheiden können

Wichtig ist, dass dein Kind im Laufe der Entwicklung lernt, die feinen Unterschiede der Laute zu unterscheiden. Hierfür benötigt es ein gesundes Gehör, um diese Laute korrekt imitieren und anwenden zu können. Ein Beispiel:

Es gibt Wörter, deren Laute am Wortanfang sehr ähnlich klingen, zum Beispiel das ‚T‘ im Wort Tuch und das ‚B‘ im Wort Buch. Wenn dein Kind auf Grund einer Hörproblematik Schwierigkeiten hat, die Ähnlichkeit zwischen dem Laut ‚T‘ und dem Laut ‚B‘ zu erkennen – dies nennt man auditive Differenzierung – wird es dir vermutlich freudestrahlend erzählen, dass es in der Stadtbücherei ein „Tuch“ ausgeliehen hat. Doch gemeint ist das „Buch“. Und wenn dein Kind Schwierigkeiten hat, das ‚K‘ und das ‚T‘ auditiv zu differenzieren, weil das Gehör diesen Unterschied bisher nicht kennt, bestellt dein Kind im Café ein „Stück Tuchen und einen Tatao“ (Ein Stück Kuchen und einen Kakao). Du merkst also, wie Hörschwierigkeiten die Sprache deines Kindes einschränken können.

Das Gehör muss beobachtet werden

In Deutschland gibt es das Neugeborenen Hörscreening, in dem der HNO-Arzt schon kurz nach der Geburt das Gehör deines Säuglings überprüft – denn schon ab der Geburt sind die Ohren vollständig entwickelt. Auch später, beispielsweise durch eine Mittelohrentzündung, kann eine (vorübergehende) Hörminderung stattfinden. Der HNO-Arzt stellt diese unter anderem durch eine Hörüberprüfung fest.

Wenn dein Kind schlecht hört – Hörprobleme erkennen und behandeln

Manchmal sind Hörminderungen bei Kindern nicht gleich zu vermuten. Daher sollten auch die Eltern die Hörfähigkeit ihrer Kinder beobachten. Auch du kannst Verhalten deines Kindes beobachten, welches Hinweise auf die Fähigkeit des Hörens geben kann. Achte auf folgende Punkte:

  • Reagiert dein Kind sofort, wenn du es beispielsweise zum Essen rufst? Oder reagiert es manchmal auch gar nicht auf dein Rufen und spielt weiter?
  • Verfolgt dein Kind deine Anweisungen korrekt? Oder fragt es häufig nach, wie etwa: „Was hast Du gesagt, Papa?
  • Ist die Sprachentwicklung deines Kindes verzögert? Spricht dein Kind vielleicht mit drei Jahren erst wenige Worte?
  • Ist die Artikulation deines Kindes manchmal schwer verständlich? Werden eventuell Laute wie das 'K' und das 'T' vertauscht?
  • Stellt dein Kind die Musik oder den Fernsehseher oft sehr laut ein?

Du siehst, damit die Sprache sich altersgerecht entwickeln kann, ist ein gesundes Gehör wichtig. Im Alltag kannst du die Hörfähigkeit deines Kindes beobachten und wertvolle Informationen geben. Denn Hörprobleme sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden. Bist du dir unsicher, ob dein Kind schlecht  hört, kontaktiere den HNO-Arzt oder deinen Kinderarzt. Ist die Sprache deines Kindes durch eine verringerte Hörleistung vermindert, kann Logopädie verordnet werden.
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Autorin – Helen Mensen

Dieser Artikel wurde von >>Helen Mensen verfasst. Klicke >>hier, um mehr über unser Redaktions-Team zu erfahren.