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Elternfrage

Mein Baby will nicht einschlafen, was kann ich tun?

Autorin – Melanie Schüer | Lesezeit: Etwa 7 Minuten

Viele Babyeltern kennen das: man hat alles probiert, hat das Baby herumgetragen, verschiedene Schlafpositionen ausprobiert, vor dem Einschlafen das Baby gestillt und gewickelt – doch dein Baby will einfach nicht einschlafen! Die Ursachen dafür, dass Babys schwer einschlafen, sind vielfältig, denn wie jeder Erwachsene haben auch schon Säuglinge ein individuelles Einschlafverhalten.
Doch einige Dinge kannst du beeinflussen. So spielt z.B. das Alter deines Babys eine Rolle, und eine gute Schlafumgebung ist wichtig. Was kannst du also konkret tun, damit dein Baby besser schläft?

Mutter hält lächelndes Baby auf dem Arm.

Babys müssen einschlafen lernen

Während dein Baby in den Tagen nach der Geburt meist erschöpft ist und gut schläft, ändert sich dieses Schlafverhalten während der nächsten Wochen und Monate immer wieder. Informiere dich, wie viel Schlaf dein Baby braucht. Das gibt dir einen ersten Anhaltspunkt dafür, ob euer Einschlafproblem mit der normalen Entwicklung zusammenhängen könnte, weil dein Baby immer wacher wird, oder weil es gerade einen Entwicklungsschub gemacht hat. Bitte mache dir immer wieder klar, dass ein Baby das Einschlafen lernen muss: vor der Geburt im Bauch der Mutter gibt es weder Tag noch Nacht – das erlebt es in den ersten drei Monaten. Neben vielen anderen Dingen, die es nach der Geburt lernen muss, ist alleine die Anpassung an diesen Rhythmus von Tag und Nacht eine wirklich tolle Leistung. Habe also Geduld mit deinem Baby, wenn es erst einmal lernen muss, gut einzuschlafen. Und habe auch Geduld mit dir selbst: wechsle dich mit deinem Partner ab, besonders nachts, damit du auch selbst Ruhepausen hast. Wenn du alleinerziehend bist, sind die Nächte besonders anstrengend. Suche nach Möglichkeiten der Entlastung wie Hilfe von Freunden, Verwandten oder Ehrenamtlichen-Angeboten wie wellcome www.wellcome-online.de

Babys zum Einschlafen bringen: Tipps und Methode

Es gibt viele Tipps, Bücher und Methoden dafür, wie man ein Baby zum Einschlafen bringt. In unserem Handbuch Babyschlaf haben wir viele davon zusammengestellt und bewertet. Hier also nur eine Auswahl von Tipps und Empfehlungen, wie dein Baby besser einschlafen lernt, geordnet nach dem Alter deines Babys.

  • Erste Wochen: genieße es, wenn dein Baby an der Brust nach dem Stillen einschläft. Und lege es ruhig tagsüber im Hellen in seinem Bettchen ab. So erlebt es langsam die Bedeutung von Tag und Nacht. Nur wenn es schwer einschläft, kannst du das Zimmer auch abdunkeln. Wenn dein Neugeborenes im Bettchen sehr unruhig ist, kann Pucken oder ein (möglichst atmungsaktives) Babynestchen das Einschlafen deines Babys unterstützen.

  • Zweiter und dritter Monat: jetzt ist es wichtig, dein Baby auch tagsüber zum Einschlafen zu bringen, damit es sich nicht überfordert. Informiere dich, wie viel Schlaf dein Baby braucht. damit du es nicht durch zu lange Wachphasen überforderst. Das Abdunkeln des Zimmers kann das Einschlafen fördern. Und wenn du zumindest ein Nickerchen am Tag gemeinsam kuschelnd mit deinem Baby machst, tut das euch beiden gut. Einschlafprobleme können auch mit der Verdauung zu tun haben. Dann helfen sanfte Massagen, damit dein Baby zur Ruhe kommt. In diesem Alter ist es auch noch völlig ok, wenn du dein Baby in den Schlaf stillst oder zum Einschlafen herumträgst. Aber achte darauf, auch mal nach Gelegenheiten zu suchen, bei denen dein Baby im Bettchen einschläft, denn beides, Einschlafstillen oder – tragen, kann auf die Dauer sehr anstrengend sein. Früher oder später lernt dein Baby mit deiner Hilfe in seinem eigenen Bettchen einzuschlafen.

  • 3 bis sieben Monate: Jetzt ist die Zeit des Übergangs, in der dein Baby das selbstständige Einschlafen nach und nach lernt. Warte nicht zu lange mit dieser Umstellung, denn mit jedem Monat nehmen die Trennungsängste deines Babys zu. Das ist ganz normal, doch hilf deshalb rechtzeitig deinem Baby besser einzuschlafen. Versuche es langsam daran zu gewöhnen, dass es nicht nur an der Brust, gemeinsam mit dir beim Kuscheln oder durch Herumtragen einschläft. Versuche erste Einschlafrituale zu etablieren, z.B. Hinlegen, Streicheln, Summen, sich verabschieden – im abgedunkelten Zimmer. Wenn du viel getragen hast oder dein Baby sehr unruhig ist, hilft vielleicht eine Kuscheleinheit im Sitzen, bei der du dein Baby wiegst oder am besten eine Weile einfach still sitzt, bis es schläfrig ist. Versuche dann, es in seinem Bettchen einschlafen zu lassen. Dein Baby kann besser einschlafen, wenn du selbst ruhig bist. Also versuche Zeit dafür einzuplanen, damit du dich nicht zu sehr unter Druck setzt. Und hole dir Unterstützung, falls auch ein Geschwisterkind deine Aufmerksamkeit und Energie braucht. Bei wellcome kannst du z.B. eine ehrenamtliche Mitarbeiterin bekommen, die praktische Hilfe leistet.

  • 8 bis 12 Monate: Dein Baby ist jetzt sehr unternehmungslustig und sträubt sich vielleicht gegen das Einschlafen, weil es viel lieber bei dir bleiben möchte. In dieser Phase solltest du besonders auf die Müdigkeitszeichen deines Babys achten, denn dann ist es eher bereit, einzuschlafen und zur Ruhe zu kommen. Wenn es sich z.B. die Augen reibt, den Kopf wegdreht und einen starren Blick hat, sind das oft Anzeichen, dass ein Schläfchen gut wäre. Versuche einen regelmäßigen Rhythmus zu halten, damit dein Baby wenigstens zweimal tagsüber für längere Zeit schläft. Erst gegen Ende des ersten Lebensjahres wird es sich an einen längeren Mittagsschlaf gewöhnen. Sei nicht irritiert, wenn dein Baby anfangs noch wach im Bettchen liegt und brabbelt – auch wir Erwachsenen schlafen nicht immer sofort ein.  Wenn du dein Baby abends ins Bettchen bringst, sind Rituale mit Kuscheln, Singen und Vorlesen beruhigend. Sie geben deinem Kind Sicherheit und helfen ihm, euren Tag- und Nachtrhythmus zu akzeptieren und das Einschlafen zu lernen.

Eine bewährte Methode, das Einschlafen von Babys zu unterstützen, ist die ANGEL-Schlaf- Methode, die du auf ElternLeben.de nachlesen kannst.

Autorin – Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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