Du hast gerade die wundervolle, aber auch herausfordernde Reise der Elternschaft begonnen und plötzlich hat sich alles schneller entwickelt als erwartet. Dein Baby ist ein Frühchen. Eine Frühgeburt kann viele Fragen und Sorgen mit sich bringen, aber wisse, dass du nicht allein bist. Dieser Artikel möchte dir Mut machen und dir wichtige Informationen, wertvolle Tipps und Unterstützung bieten, um diese besondere Zeit bestmöglich zu meistern.

Unsere Expert*innen klären auf

Unsere Frühchen-Expert*innen geben dir einen Überblick über die Ernährung und Entwicklung deines Frühchens, praktische Tipps für die Zeit zu Hause sowie wertvolle Unterstützung für die Zeit auf der Frühchenstation.

Mein Baby ist ein Frühchen - Häufige Fragen

Ab wann ist das Baby außerhalb des Mutterleibs lebensfähig?

Etwa ab der 24. Schwangerschaftswoche ist ein Baby auch außerhalb des Mutterleibs lebensfähig. Ab diesem Zeitpunkt wird für ein Frühchen alles medizinisch Mögliche getan, um es am Leben zu halten und in seiner Entwicklung zu unterstützen.

Wann spricht man von einer Frühgeburt?

Von einer Frühgeburt spricht man, sobald die Entbindung vor der 38. Schwangerschaftswoche stattfindet. Es werden übrigens mehr Kinder zu früh geboren, als du vielleicht denkst. Laut dem Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ trifft das auf rund 11 Prozent aller Babys in Deutschland in einem Geburtsjahrgang zu – also kommen über 60.000 Frühchen im Jahr auf die Welt. Es heißt, dass jede 10. Geburt in Deutschland eine Frühgeburt ist. Die Frühgeborenenrate in Deutschland zählt zu den höchsten in Europa. Wenn dein Kind ein Frühchen ist, bist du damit also nicht allein!

Welche Ursachen hat eine Frühgeburt?

Die Geburt deines Frühchens vor der 37. Schwangerschaftswoche kann verschiedene Gründe haben. Von Gesundheitsproblemen der Mutter bis hin zu Komplikationen während der Schwangerschaft. Wenn bei den Vorsorgeuntersuchungen festgestellt wird, dass dein Baby nicht gut wächst, oder etwas mit der Versorgung nicht stimmen könnte, wird das sehr engmaschig kontrolliert. Möglicherweise gibt es Probleme mit der Plazenta oder der Nabelschnur.

Es gibt auch Situationen, in denen die Gesundheit der Mutter gefährdet ist, etwa durch eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose). Typische Symptome sind Bluthochdruck, Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen. Eine Gestose im letzten Trimester kann für Mutter und Kind zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Wird ein „HELLP-Syndrom“ oder eine Präeklampsie diagnostiziert, drohen sogar Organschäden bei der Mutter. Dann muss das Kind schnell auf die Welt geholt werden.

Wenn sich Zwillinge oder Mehrlinge eine Plazenta teilen, kann es passieren, dass eines von beiden nicht ausreichend versorgt wird. Außerdem besteht das Risiko, dass sich die Nabelschnur des einen Fötus um den Hals des anderen wickelt.

Manchmal können auch die Tritte eines Ungeborenen im Mutterleib so stark sein, dass die Fruchtblase einen Riss bekommt und Fruchtwasser austritt. Im Zweifelsfall wird nach jeder Untersuchung überlegt, ob das Baby bessere Überlebenschancen im Mutterleib hat, oder in der Klinik besser versorgt werden kann. Dann lässt sich die vorzeitige Geburt nicht verhindern.

Gerade weil die Ursache oft nicht eindeutig ist, solltest du dir darüber bewusst sein, dass du keine Schuld an der Frühgeburt trägst. Mache dir keine Vorwürfe. Du brauchst nun all deine Kraft, um für dein Baby da zu sein.

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Wie kann man einer Frühgeburt vorbeugen?

Bestimmt wirst du versuchen, dich in der Schwangerschaft an alle Empfehlungen zu halten. Rauchen, Alkohol trinken und schwere körperliche Anstrengungen sind Risikofaktoren für vorzeitige Wehen. Auch Stress kann unter Umständen ein Auslöser sein, deshalb solltest du möglichst viele Pausen einlegen und es auch in der Arbeit etwas ruhiger angehen lassen. Falls du schon Kinder hast, ist es sicher hilfreich, wenn du dir in der Schwangerschaft Unterstützung suchst und ein entlastendes Netzwerk aufbaust.

Eine weitere medizinische Ursache für Frühgeburten sind Infektionen. Expert*innen gehen davon aus, dass eine Scheideninfektion (bakterielle Vaginose) sogar der häufigste Auslöser ist. Die Schwangerschaftshormone verändern das ursprünglich saure Scheidenmilieu, dadurch können sich Bakterien leichter vermehren. Hier ist eine schnelle Behandlung wichtig, damit die Infektion nicht auf die Gebärmutter übergreift und vorzeitige Wehen auslöst. Bei den gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen wird regelmäßig auf Infektionen getestet.

Welche Herausforderungen stehen Frühchen-Eltern bevor?

Die seelische und körperliche Belastung ist für Mütter und Väter, deren Kind besonders früh zur Welt kam, enorm hoch. Ängste und Schuldgefühle verdrängen die Freude, mit der dein Baby erwartet wurde. Die Ungewissheit kostet Kraft, ebenso der zerrissene Alltag zwischen Frühchen-Station und zu Hause. Vergiss nicht, dass du dir in den ersten Wochen nach der Geburt die Zeit im Wochenbett geben solltest, um zu heilen. Jede Pause ist wichtig, um die eigenen Ressourcen zu schützen.

Wenn ihr als Eltern zu zweit seid, liegt eine Herausforderung darin, diese Situation als Team durchzustehen. Auch du als Vater oder andere Bezugsperson, kannst dir das Baby auf den nackten Oberkörper legen lassen und ihm Körperkontakt geben. So hat deine Partnerin die Gelegenheit, sich etwas von der Geburt zu erholen. Es ist wünschenswert, wenn der Vater oder die andere Bezugsperson auch das Wickeln und das Füttern – sofern möglich – übernehmen kann. Dies unterstützt die Erholung der Mutter von der Geburt. Auch die erste Zeit zu Hause ist vermutlich sehr anstrengend. Daher solltet ihr euch rechtzeitig um die Beantragung der Elternzeit kümmern.

Welche Besonderheiten gibt es beim Mutterschutz und Elterngeld bei Frühgeburten?

Bei Frühchen wird der Mutterschutz auf zwölf statt acht Wochen nach der Geburt verlängert. Die Arbeitgeber*innen der Väter müssen ebenfalls flexibel auf den Elternzeitantrag eingehen, selbst wenn nicht alle Fristen eingehalten wurden.

Eine Unterstützung gibt es auch beim Elterngeld. Kommt das Kind sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin oder früher auf die Welt, erhalten Eltern zusätzliche Monate Elterngeld, um in dieser herausfordernden Situation mehr Zeit für Kind zu haben. Abhängig davon, wie viele Wochen das Baby zu früh kommt, gibt es bis zu vier zusätzliche Monate Basiselterngeld.

Wo finden Frühchen-Eltern Unterstützung?

Die erste Zeit mit deinem Frühchen ist sicher sehr belastend und verunsichernd.

1. Hier hilft es, wenn du dich mit anderen Frühchen-Eltern austauschen kannst. Manche Kliniken haben Selbsthilfe-Gruppen, in denen Familien ihre Erfahrungen teilen, Tipps weitergeben und sich gegenseitig Mut machen können.

2. Über die Website des Bundesverbands „Das frühgeborene Kind“ (fruehgeborene.de) findest du unter dem Stichwort „Selbsthilfe“ eine Regionalsuche für den Austausch mit anderen Eltern. Außerdem kannst du hier hilfreiche Broschüren und Anträge herunterladen.

3. Die Einrichtung „Der bunte Kreis“ (bv-bunter-kreis.de) unterstützt Eltern vor allem bei der Nachsorge und vermittelt erfahrene Kinderkrankenschwestern, die zu den Familien nach Hause kommen. Ein erster Kontakt wird oft schon in der Klinik hergestellt.

4. Auch unsere Expert*innen von elternleben.de möchten dich gerne begleiten. Du kannst dich auch gerne an unsere professionelle Online-Beratung und unsere beliebten Live-Sprechstunden auf elternleben.de wenden. Hier beraten wir dich kostenlos und individuell zu allen Themen rund ums Elternsein.

Vater trägt schlafenden Säugling auf dem Arm. Liegt auf der Schulter

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