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Elternfrage

Was mache ich, wenn mein Kind falsche Freunde hat?

Autorin – Melanie Schüer | Lesezeit: Etwa 4 Minuten

Häufig sortiert sich während der Pubertät der Freundeskreis nochmals ganz neu, da die Entwicklungsgeschwindigkeit – körperlich wie psychisch – bei den Jugendlichen sehr unterschiedlich sein kann. Manchmal läuft alles problemlos und man freut sich als Eltern, dass das Kind so gut in seinen Freundeskreis integriert ist. Das sollte man fördern und sich mit dem Kind freuen.

Zwei Mädchen in der Pubertät sehen in die Kamera. Wirken angriffslustig

Das kannst du tun, wenn dein Kind keine Freunde findet

Wenn dein Kind eher schüchtern oder ein Außenseiter ist, kann man auch in diesem Alter noch versuchen, als Eltern Unterstützung anzubieten: Rede behutsam mit deinem Kind darüber, wen es nett finden und vielleicht mal nach einem Treffen fragen könne. Überlegt gemeinsam, welche Aktivitäten sich anbieten könnten, ob vielleicht auch ein neues Hobby hilfreich sein könnte, um Freunde zu finden. Gerade Aktivitäten außerhalb der Schule, die dein Kind gerne macht und gut kann, stärken das Selbstbewusstsein.

Dieses hilft wiederum, auf andere Jugendliche zuzugehen und Kontakte zu knüpfen. Selbstbewusste Kinder sind auch weniger anfällig für „falsche Freunde“, die z.B. deren Schüchternheit ausnutzen oder versuchen, sie so zu beeinflussen, dass ihr eigener Einfluss in einer Clique wächst. Achte jetzt verstärkt auf die Signale deines Kindes und darauf, ob und in welcher Intensität es dich braucht. Zuhören kann in dieser Altersphase sehr viel hilfreicher sein als gutgemeinte Ratschläge oder gar moralische Belehrungen, die dein Kind noch stärker unter Druck setzen. Haltet eure Beziehung lebendig – das ist die beste Vorbeugung dafür, dass du dein Kind nicht an falsche Freunde verlierst.

Was tun, wenn dein Kind die „falschen“ Freunde hat

Manchmal machen sich Eltern aber auch Sorgen, weil sie sich fragen, ob ihr Kind an falsche Freunde geraten ist. Zum Beispiel, weil diese Freunde das eigene Kind auszunutzen scheinen, immer wieder schlecht behandeln oder zu schädlichem, riskanten Verhalten überreden. Das kann sich beispielsweise daran zeigen:

  • das Kind wirkt häufig bedrückt oder gereizt, vielleicht gerade vor oder nach Treffen mit den betreffenden Freunden.
  • das Kind schläft schlechter als sonst.
  • das Kind scheint etwas zu verheimlichen.
  • die Schulleistungen fallen plötzlich massiv ab.
  • das Kind wirkt in seinem Verhalten stark verändert, z.B. respektloser oder anders herum auffällig angepasst.
  • das Kind macht sich viele Sorgen darüber, wie es bei seinen Freunden „gut ankommt“.

    Grundsätzlich ganz wichtig: Nicht überreagieren! Wenn Eltern zu rigide reagieren und den Kontakt einfach verbieten, ruft das bei den Jugendlichen meist viel Trotz hervor und steigert nur ihr Interesse daran – der Reiz des Verbotenen lockt. Es gehört zu diesem Alter dazu, dass junge Menschen gegen ihre Eltern rebellieren, denn nur so können sie ihre eigenen Werte entwickeln.

Deshalb erreicht man meist das Gegenteil, wenn man als Eltern mit Strenge und Verboten agiert.Besser ist es:

  • deine Sorge in einer ruhigen Situation ehrlich, aber vorsichtig anzusprechen. Mache keine Vorwürfe, verurteile die Freunde deines Kindes auch nicht.
  • Schildere neutral, was dir aufgefallen ist und dich beunruhigt.
  • Erkläre, warum du dich unwohl fühlst, wenn dein Kind Zeit mit diesen Freunden verbringt und, wovor du dein Kind gern bewahren willst.
  • Erkläre also deine persönliche Sichtweise und frage dann auch dein Kind, wie es selbst darüber denkt.
  • Nimm die Meinung deines Kindes ernst und versuche zu verstehen, warum dein Kind gern mit diesen Leuten zusammen ist.
  • Tausche dich mit deinem Kind aus und bemühe dich, mit ihm einen Kompromiss zu finden.

Sollte das nicht gelingen, kann es hilfreich sein, dir erst einmal selbst Beratung in einer Erziehungsberatungsstelle zu suchen, denn ein neutraler Blick ist in solchen Situationen oft sehr hilfreich. Du kannst dich auch gerne an unsere Online-Beratung wenden.

Autorin – Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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