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Kleines Mädchen sitzt mit ihrer Mutter vorm Laptop.
Format: Artikel – Schreibfeder auf dem Tisch
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Mit digitalen Medien die Sprachentwicklung unterstützen

Autorin – Helen Mensen | Lesezeit: Etwa 6 Minuten

„Zum Alltagsleben von Familien gehören heute digitale Medien aller Art“, so die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Tablet, Smartphone, Computer und Co. faszinieren Kinder jeden Alters. Kennst du das auch von deinem Kind? Dieses kindliche Interesse an digitalen Medien und deren Inhalte kannst du hervorragend nutzen, um die Sprachentwicklung deines Kindes spielerisch zu fördern.

Viele Apps – vielfältige Möglichkeiten

Es gibt beispielsweise viele Apps, mit denen Kinder den Umgang mit Buchstaben, Silben und Reimen lernen. Auch neue Wörter oder die Mundmotorik können entdeckt werden. Die Ausführungen dieser Übungen sind immer kindgerecht aufbereitet und werden spielerisch ausgeführt. Besondere Themen, wie die Jahreszeiten, die Naturwissenschaften oder das Lieblingsbuch werden aufgegriffen und vertieft. Je nach Interesse und Alter deines Kindes kannst du aus einem großen Angebot an Themen und Möglichkeiten wählen.

Gemeinsame Interaktion zählt – miteinander sprechen

Besonders wichtig im Umgang mit den digitalen Möglichkeiten ist es jedoch, dein Kind diese nicht ausschließlich passiv nutzen zu lassen. Um die Sprachentwicklung zu unterstützen, verwende die Medien als Impuls zum thematischen Ergänzen von Interessen. Bleibe mit deinem Kind in Interaktion – also sprecht über das, was dein Kind auf dem Tablet sieht, hört und macht!

Denn: Um Sprache zu erwerben, benötigt dein Kind Input, also gesprochene Wörter von vertrauten Personen. Deine Mimik im Gesicht, deine Gestik und dein Augenkontakt spielen hierbei eine große Rolle. Erst durch die Interaktion mit Menschen fühlt sich dein Kind wahrgenommen und wird selbst sprachlich motiviert. Gefühlslagen in Gesprächen werden erkannt und Situationen passend eingeschätzt. Diese Aspekte können elektrische Geräte kaum ersetzen.

Finde Themen – Schaffe Anreize zur Sprachentwicklung

Ein Beispiel: Lasse dein Kind eine App auf dem Tablet nutzen, die zum Beispiel das Thema „Dinosaurier“ behandelt. Nach einigen Minuten hat dein Kind viele neue Dinge über Dinosaurier gehört, gesehen und erfahren. Lasse dein Kind danach aber nicht allein mit diesem Thema und lege das Tablet oder Smartphone beiseite. Sprich mit deinem Kind darüber: Was hat es soeben über Dinosaurier gelernt? Lasse dir berichten, welche Aspekte es am interessantesten fand und greife diese Aspekte in einem Gespräch weiter auf.

Deine Reaktion auf die Dinosaurier wird vermutlich sein, dass du „große Augen“ machen wirst, wenn dein Kind erzählt, wie riesengroß diese Tiere sind. Die „großen Augen“ sind ein wichtiger mimischer Ausdruck von dir, der ein Gefühl des Erstaunens oder sogar der Furcht transportiert. Daraus kann dein Kind von dir lernen, dass Dinosaurier erstaunlich riesige Wesen waren, die sogar Angst einflössen können. Des Weiteren könnt ihr auch schauen, ob ihr zu Hause ein Buch oder ein Poster mit Dinosauriern findet, welche ihr euch gemeinsam anschaut. So baust du zusätzlich Brücken zu alten Medien und schaffst weitere gute Sprachanlässe, um das Thema „Dinosaurier“ zu vertiefen.

Du merkst, Möglichkeiten gibt es viele, um digitale Medien zur Sprachunterstützung einzusetzen. Im Folgenden findest du hierzu noch zwei Spielideen, die ebenfalls genügend Interaktion und gute Sprachanlässe bzw. Anreize zur Sprachentwicklung versprechen.

1. Das Buchstaben-Fotobuch

Um bei deinem Kind das Gefühl für die Position von Lauten und Buchstaben zu schulen, könnt ihr gemeinsam mit Hilfe einer Fotokamera Buchstaben fotografisch entdecken. Fotografiert hierzu zu jedem Buchstaben des Alphabets einen Gegenstand. Beim Buchstaben „A“ könnt ihr beispielsweise einen Apfel aus eurer Obstschale fotografieren und beim „B“ fotografiert ihr ein Buch. So geht es Schritt für Schritt weiter. Wenn ihr das Fotobuch noch abwandeln möchtet, könnt ihr zu vielen fotografierten Gegenständen auch noch ein Reimwort suchen. Auf das fotografierte „Buch“ reimt sich das „Tuch“, das an der Garderobe hängt. Probiert es mal aus!

2. Die Audio-Aufnahme

Diese Audio-Aufnahme ist vor allem geeignet, um das freie Sprechen, den Satzbau und die sprachliche Kreativität deines Kindes zu fördern. Gehe dabei gemeinsam mit deinem Kind durch die Wohnung und beschreibt euch gegenseitig, wie eure Lieblingsorte im Raum aussehen. Was steht dort? Warum ist der Ort so schön? Beim Beschreiben könnt ihr auch mit der Stimme experimentieren. Verändert einmal die Tonlage. Oder erfahrt, wie schnelles und langsames Sprechen das Zuhören verändern kann. Hört euch die Aufnahme gemeinsam an und freut euch über ein kleines, selbstgemachtes Hörspiel.

Du merkst, der Einsatz digitaler Möglichkeiten in der Unterstützung und Förderung der Sprache deines Kindes ist groß. Vergiss dabei nie, dass der Lerneffekt gerade in der Phase der Sprachentwicklung verstärkt wird, wenn ein sprachliches Miteinander entsteht.
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Autorin – Helen Mensen

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