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Elterngespräch mit Lehrerin in der Schule.
Format: Artikel – Schreibfeder auf dem Tisch
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Elterngespräch in der Schule – so kannst du dich vorbereiten

Martina Rosenboom | Lesezeit: Etwa 8 Minuten

Manchmal ergibt sich die Notwendigkeit, dass Eltern und Lehrkräfte gemeinsam ein Gespräch führen, z.B. weil dein Kind etwas erzählt, was du jetzt mit der Lehrerin oder dem Lehrer klären möchtest. Genauso kann es sein, dass die Lehrkraft eine Frage hat oder ein Anliegen an dich richtet, das nicht „eben schnell“ erledigt werden kann.

Für Eltern hochbegabter Kinder kommt dazu, dass ihr z.B. spezielle Informationen von der Schule braucht oder von einem Psychologen oder Psychologin Hinweise bekommt, was in der Schule geändert werden sollte. Wie bringst du das jetzt gut an die Lehrkraft, damit ihr partnerschaftlich zusammenarbeiten könnt?
Lehrkräfte lernen in ihrer Ausbildung, wie man ein gutes Elterngespräch führt. Du kannst als Mutter oder Vater aber auch viel dazu beitragen, dass ein solches Gespräch für alle in positiver Erinnerung bleibt und ihr gemeinsam einen Schritt weiterkommt. Das Ziel sollte eine Kommunikation auf Augenhöhe sein, geprägt von Respekt und Wertschätzung.

Terminvereinbarung: Wer macht den ersten Schritt beim Elterngespräch?

Wenn die Schule dich ohne Anlass einlädt – nutze die Gelegenheit. Je besser man sich kennt, desto weniger Missverständnisse gibt es.
Wenn du selbst das Elterngespräch suchst: Je konkreter der Anlass, desto eiliger ist der Termin. Wenn es also nicht so sehr drängt, dann ist es besser, um Terminvorschläge zu bitten. Sonst schlage ein paar Termine vor, denn auch Lehrkräfte haben volle Terminkalender. Dabei gilt auch: „Der Ton macht die Musik“ und je positiver ihr in das Gespräch geht, desto besser sind die Bedingungen für ein gutes Ergebnis.

Wer nimmt am Elterngespräch teil?

Nicht immer ist es ein Vier-Augen-Gespräch zwischen dir und der Lehrkraft. Es lohnt sich zu fragen, wer dabei ist. Sind mehrere Lehrkräfte, evtl. auch die Schulleitung oder externe Fachleute dabei? Soll, kann oder muss dein Kind dabei sein?

Wenn du dir unsicher bist, dann gehe nicht allein – vier Ohren hören mehr als zwei. Du solltest dann eine Person deines Vertrauens mitnehmen. Das kann dein/e Partner/in sein, aber auch jemand anderes, der beteiligt ist. Vielleicht kann z.B. die Hausaufgaben-Betreuung eigene Beobachtungen beisteuern oder der Ergo-Therapeut? Gerade, wenn die Beteiligten nach einem ersten Gespräch nicht vorangekommen sind, kann die Einbindung von Externen neue Impulse bringen.

Was ist der Anlass für ein Gespräch?

Kennenlernen ist ein guter Anlass, aber falls es mehr ist, sollte das auch ehrlich benannt werden. Ist es konkret, also z.B. ein Vorfall auf dem Pausenhof oder Fragen zu einer Klassenarbeit, oder eher generell, also z.B. der Start von Fördermöglichkeiten? Dabei solltest du den Anlass positiv oder zumindest neutral formulieren, also nicht „Sie geben Niko unmögliche Hausaufgaben auf“, sondern besser „Ich brauche Tipps für Nikos Hausaufgaben“. Wenn es ein Folgegespräch ist, können die verabredeten ersten Schritte konkret aufgeführt werden, z.B. „Sie wollten sich erkundigen, welche Förderangebote Sie an der Schule machen können.“

Wie bereitest du dich auf ein Elterngespräch vor?

Überlege dir, was dein Ziel für das Gespräch ist. Was ist eine gute Lösung, was ein erster Schritt? Wenn es um konkrete Dinge wie Klassenarbeiten oder Einträge im Mitteilungsheft, so bringe sie mit. Mache dir Notizen und überlege, woher du das Wissen hast. Also nicht „Sie geben Niko etwas auf, was er nicht kann“, sondern besser „Niko sagt mir, dass er nicht kann, was Sie ihm aufgegeben haben“.

Wie schaffst du eine gute Atmosphäre?

Ein Gespräch ist ein guter Anfang! Jetzt kann es besser werden. Es lohnt sich, auch dieses erste Ergebnis festzuhalten. Ins Gespräch zu kommen ist oft wichtiger als die Erreichung eines Zieles. Sorge mit dafür, dass jede Person am Tisch sich äußern und zum Gelingen beitragen kann. Überlege dir vorher, was ein gutes Gespräch ist: andere ausreden lassen, interessiert zuhören und verstehen wollen.

Was klärst du sofort und was später?

Ein solches Gespräch ist oft ein Anfang. Es werden Beobachtungen ausgetauscht und vielleicht schon Verabredungen getroffen. Mehr als erste Schritte sind es selten. Dann sollte gleich ein nächster Termin abgemacht werden, z.B. „In zwei Wochen treffen wir uns noch einmal. Bis dahin notiere ich mir, wie lange Niko zu Hause an den Hausaufgaben gesessen hat.“ Erst einmal darüber nachdenken ist oft besser als schnelle Entscheidungen unter Druck.

Bei größeren Änderungen willst du bestimmt auch noch einmal drüber nachdenken: Eine Ergo-Therapie oder eine Hausaufgabenbetreuung suchen? Willst du das? Macht dein Kind das mit? Lehrkräften geht es genauso und je nach persönlichen Vorlieben kann diese Bedenkzeit länger oder kürzer sein. Wenn weitere Informationen eingeholt werden müssen, dann kann sich eine Änderung länger hinziehen. Hier lohnt es sich, realistisch zu bleiben. Dabei sind auch Kosten und Termin zu bedenken. Du wirst z.B. kaum innerhalb von zwei Wochen einen Termin beim Facharzt bekommen und die Schule braucht auch länger, um zum Beispiel eine Fachberatung einzuschalten.

Was hältst du schriftlich fest und wofür?

Es ist üblich, dass die Lehrkraft ein Protokoll schreibt, das sie dir dann auf Wunsch zukommen lässt. Mache dir in jedem Fall Notizen, z.B. wer anwesend war, welche Informationen ausgetauscht wurden und welche ersten Ergebnisse erzielt wurde. Schreibe auch dazu, was als nächster Schritt vereinbart wurde. Dazu kannst du dich gut mit der Person deines Vertrauens austauschen. Sollte es kein Protokoll der Lehrkraft geben, kannst du deine Gesprächsnotiz dann auch der Lehrkraft zuschicken. Kleine Missverständnisse lassen sich damit schneller klären, z.B. „Ich habe nicht gesagt, Niko kann in die Hausaufgabenbetreuung. Ich sagte: Ich werde fragen, ob das geht, und mich dann wieder melden.“ Damit habt ihr beide etwas in der Hand und eine Grundlage für die weiteren Gespräche. Das können – je nach Verabredung – auch Gespräche mit weiteren Fachleuten sein, z.B. Schulpsychologen. Die Notizen sollten also auch so geschrieben sein, dass sie später verwendet werden können. Vor einer Weitergabe müssen trotzdem alle Beteiligten dem zustimmen! Du möchtest bestimmt auch nicht, dass persönliche Daten ohne Rücksprache weiter verteilt werden.

Nach dem Gespräch ist (meistens) vor dem Gespräch!

Wenn du im Austausch mit der Schule bist und bleibst, haben alle Beteiligten etwas davon – vor allem dein Kind. Oft hast du über mehrere Jahre mit den gleichen Lehrkräften zu tun. Diese Beziehung entwickelt sich, so wie sich auch dein Kind entwickelt. Das Ziel ist eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft, wobei du mehr für die Erziehung und die Schule mehr für die Bildung zuständig sind. Mit dieser geteilten Verantwortung habt ihr ein gemeinsames Ziel.

Manchmal geht es trotzdem nicht mehr weiter, z.B. haben sich Konflikte festgefahren oder man ist zu größeren Lösungen nicht in der Lage. Dann kann es nötig sein, einen Schritt weiter zu gehen. Das kann die Einschaltung der Schulleitung, der Elternvertretung oder sogar der Schulaufsicht sein. Auch jetzt profitierst du noch von den Gesprächen, denn du kannst Zeitabläufe und Verabredungen durch ein Protokoll bzw. durch deine Notizen belegen. Auch wenn die Notizen nicht direkt weitergegeben werden dürfen, so kannst du doch deine Erinnerungen damit auffrischen.
Damit hat jedes Gespräch einen Nutzen – auch wenn es vielleicht nicht gleich sichtbar ist.

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Martina Rosenboom

Interview mit >>Martina Rosenboom.
Martina Rosenboom ist Teil des Redaktions-und Online-Beratung Teams bei elternleben.de
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