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Familie sitzt am Tisch und isst. In Nahaufnahme
Format: Artikel – Schreibfeder auf dem Tisch
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10 gute Gründe für gemeinsame Mahlzeiten

Autorin – Renate Lieberknecht | Lesezeit: Etwa 6 Minuten

Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig, auch wenn der Alltag von Familien heute völlig anders ist als früher, wo sich die ganze Familie bei jedem Essen am Tisch versammelt hat. Aber bestimmt lassen sich eine oder vielleicht sogar zwei gemeinsame Mahlzeiten am Tag einrichten. Ein gemeinsames Frühstück am Morgen als guten Start in den Tag bzw. ein gemeinsames Abendessen als Ausklang.

Gemeinsames Essen auch am Wochenende!

Wie man das macht? Es braucht den Entschluss, dass es uns als Familie wichtig ist. Und: Planung, Organisation und gemeinsames Helfen. Für alle Unentschlossenen hier 10 wichtige Argumente, die auch den Partner/die Partnerin oder ältere Geschwisterkinder überzeugen können, warum gemeinsame Mahlzeiten wichtig sind und dass es sich lohnt, dafür zu „kämpfen“.

10 wichtige Gründe für gemeinsame Mahlzeiten

GEMEINSAMES ESSEN ZUSAMMEN GENIESSEN

  • Ganz einfach: der Mensch ist ein soziales Wesen. Er is(s)t nicht gern allein. Das trifft besonders auf Kinder zu. In Gemeinschaft essen sie lieber und auch besser. Aber auch für die Eltern ist es schön, sich während des Essens austauschen zu können und es nicht als reine ‚Nahrungsaufnahme‘ zu sehen.

  • Gemeinsames Essen ist mehr als die Aufnahme von Kalorien und Nährstoffen. Mehr als Hunger stillen, Durst löschen oder satt werden. Beim gemeinsamen Essen kommen andere wichtige „Nährstoffe“ auf den Tisch: Zuwendung, Freude, Gespräche, Genuss, Gemeinsamkeit, Geborgenheit, Sicherheit, Zusammenhalt. Und diese „Nährstoffe“ stärken die Familie insgesamt in ihrem Zusammenhalt und ihrer Bindung auch abseits vom Esstisch.

  • Gemeinsame Mahlzeiten sind „Inseln“ für Kommunikation: im Tagesverlauf geht jedes Familienmitglied seinen Aktivitäten nach, am Tisch kommen alle zusammen. Dann ist Zeit und Gelegenheit miteinander zu reden, die Erlebnisse des Tages zu erzählen, Pläne zu schmieden…. Jeder hört, was die anderen erzählen, jeder kann zu Wort kommen. Auf Weise erfährt man Dinge von einander, die man ohne diese Möglichkeit, womöglich gar nicht hören würde; entweder, weil man sie sonst nur einzelnen Familienmitgliedern, oder anderenfalls auch gar nicht erzählen würde.

STRUKTUR IM TAGESABLAUF DURCH FESTE MAHLZEITEN

  • Kleine Kinder kennen noch keine Uhr. Spiel, Schlaf und Essen wechseln sich ab. Gemeinsame Mahlzeiten mit einem oder beiden Eltern helfen, den Tag zu strukturieren, den Ablauf zu verstehen und auch ohne die Uhrzeit zu kennen, schon ein eigenes Gefühl dafür zu entwickeln.

  • Der Rhythmus von gemeinsamen Mahlzeiten hilft Kindern auch ein gutes Gefühl für Hunger und Satt aufzubauen und zu regulieren. Denn so verstehen sie, dass es eben nicht immer Essen gibt wenn sie gerade hungrig werden, sondern zu bestimmten Zeiten, auf die sie sich mit der Zeit einstellen können. Esspausen entlasten auch den Magen und fördern Konzentration und Ausdauer.

BEIM GEMEINSAMEN ESSEN VONEINANDER LERNEN

  • Eltern und größere Geschwister sind Vorbilder für die Kleineren. Beim gemeinsamen Essen lernen sie ein neues Gericht zu probieren, so wie Papa das macht. Oder etwas mit der Gabel auf zu spießen, so wie es der große Bruder macht. So erlernt ein Kind ganz nebenbei z.B. auch, welche 'Tischregeln' es gibt, die es sich sich von seiner Mutter, Vater oder Geschwistern, abgucken kann.

  • Gemeinsame Mahlzeiten sind auch ein wichtiger Lernort über die Kultur und die Wertvorstellungen, die Eltern haben: was zu welcher Mahlzeit auf den Tisch kommt, wie das Essen geteilt und wie gegessen wird, dass man nicht immer als erster bedient wird, dass das eigene Lieblingsessen nicht allen schmeckt oder dass man Rücksicht aufeinander nehmen muss.

  • Wenn das Familienessen in einer angenehmen Atmosphäre verläuft, bekommen Kinder positive Esserlebnisse, erleben Spaß und Genuss und lernen so ein gesundes und stabiles Essverhalten aufzubauen.

GEMEINSAMEN ESSEN – BEDEUTUNG FÜR DIE GESUNDHEIT VON KINDERN

  • Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Kinder, die regelmäßig gemeinsam mit den Eltern essen, mehr Obst und Gemüse zu sich nehmen und insgesamt ein gesünderes Essverhalten haben. Auch für schulische Leistungen, eine gute seelische und körperliche Verfassung wurden Zusammenhänge mit regelmäßigen gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie nachgewiesen.

  • Kinder, die gemeinsam mit den Eltern essen, haben ein geringeres Risiko für Übergewicht. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass beim gemeinsamen Essen mehr gesunde Lebensmittel gegessen werden und dass weniger Ungesundes zwischendurch gesnackt wird. Gemeinsames Essen unterstützt auch die 'Probierfreude', bisher unbekannte Lebensmittel auszuprobieren.

Gemeinsames Essen in Einrichtungen

Übrigens: Wenn Kinder bei der Tagesmutter, in der Kita oder in der Schule essen, essen sie ja dort nicht allein, sondern mit Freunden und anderen Erwachsenen. Gemeinsame Mahlzeiten in Einrichtungen haben deshalb einen „familienähnlichen Charakter“. Und erfüllen alle oben genannten „guten Gründe“!

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Autorin – Renate Lieberknecht

Dieser Artikel wurde von >>Renate Lieberknecht verfasst. 
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