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Beikost und Baby-led-weaning – was ist das eigentlich?

Baby led weaning ist eine andere Methode, um ein Baby an feste Nahrung zu gewöhnen, als mit den klassischen Breien. Übersetzt bedeutet der Begriff etwa „vom Baby geführtes Abstillen“. Das Baby hat es bei dieser Methode in der Hand, was und wie viel es isst. „In der Hand“ ist dabei wörtlich gemeint. Denn im Gegensatz zur üblichen Beikostfütterung mit dem Löffel, den Mama oder Papa führen, füttert sich das Baby selber. Löffel oder Gabel werden in dieser Methode zunächst nicht benutzt.

Ab wann kann man Baby led weaning anwenden?

Voraussetzung dafür ist, dass das Baby Dinge in der Hand halten und an den Mund führen kann. Üblicherweise können das Babys im Alter von ca. 6 Monaten. Genauso wie sie eine Rassel mit der Hand greifen und zum Mund führen können, können sie das dann mit einem Stück Brot oder einem Gemüsestick machen. Wenn mit ca. 8 Monaten noch der „Pinzettengriff“ dazu kommt (also ein Greifen mit Daumen und Zeigerfinger), dann können auch kleinere Stücke aufgenommen werden. Parallel dazu wird das Baby weiter gestillt oder erhält Flaschennahrung.

Die Vorteile dieser Methode sind, dass das Baby von Anfang an auch die Lebensmittel bekommen kann, die bei euch auf den Tisch kommen. Man muss nicht extra kochen, nur etwas weicher muss es sein. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass die Selbständigkeit des Kindes gefördert wird, sowie die Mund- und Handmotorik.

Welche Lebensmittel sind für die Baby-led-weaning-Methode geeignet?

Gut geeignet sind weiche, aber nicht zu weich gekochte Gemüsestücke (Kartoffeln, Möhren, Pastinaken, Kohlrabi) oder Brokkoli- und Blumenkohlröschen. Außerdem reife Birnen oder leicht gedünstete Äpfel, reife Bananen oder weich gekochte Nudeln. Die Stücke dürfen nicht zu kurz sein, damit sie aus dem Fäustchen raus ragen. Empfehlenswert ist auch, den Tisch gut mit Plastiktischdecke abzudecken, ggfs. auch den Fußboden. Denn das Baby wird vieles zunächst mit den Händen und dem Mund „explorieren“, also erkunden, aber nicht sofort in den Mund stecken und essen. Das Kleckern gehört zum Lernprozess und sollte nicht verboten werden, da dies das Baby noch nicht vermeiden kann.

Die Mengen, die ein Baby auf diese Art essen kann, können sehr unterschiedlich ausfallen. Je motorisch geschickter ein Baby ist, desto besser wird es damit klarkommen. Jedoch hat man als Eltern weniger Kontrolle über die Essensmengen. Denn wieviel von einer Brezel tatsächlich gegessen und wie viel nur gelutscht wird oder wieder ausgespuckt wird, weiß man nicht. Das ist solange kein Problem, wie das Kind mit der zusätzlichen Flaschen- oder Stillnahrung satt wird und wächst und gedeiht.

Gibt es Bedenken gegen die Baby-led-weaning-Methode?

In Deutschland hat sich diese neue Methode bisher nicht durchgesetzt. Fachverbände und Kinderärzte sehen sie durchaus kritisch. Denn da das Baby nicht alle Lebensmittel aus der Hand essen kann, z.B. Fleisch oder Fisch, können einzelne Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe zu kurz kommen. Dies betrifft vor allem Eisen aus Fleisch. Und manche Kinder sind schlicht überfordert und nehmen deshalb zu wenig Essen zu sich.

Eine gute Idee ist es, die Vorteile von klassischer Beikost mit den Vorteilen des Baby-lead-weanings zu kombinieren, also Breie vom Löffel und parallel Finger Food zum Selberessen.

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Autorin - Renate Lieberknecht

Dieser Artikel wurde von >>Renate Lieberknecht verfasst. 
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