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Elternfrage

Baby pucken: wie funktioniert es?

Autorin – Melanie Schüer | Lesezeit: Etwa 4 Minuten

Pucken – ein Wort, das im normalen Alltag kaum vorkommt, aber vielen Eltern von Säuglingen begegnet. Ein Baby fest in eine Decke oder in ein Tuch einzuwickeln nennt man „Pucken“. Man kann dafür auch einen sogenannten Pucksack kaufen. Besonders Schreibabys und sehr unruhige Babys soll es helfen, sich schneller zu beruhigen. Sie sind warm und eng gewickelt, haben kaum noch Bewegungsfreiheit und können sich nicht „wachstrampeln“. Doch das Pucken ist umstritten: Kinderärzte raten davon ab, warnen vor gesundheitlichen Schäden, besonders, wenn zu eng gepuckt wird. Erfahrene Hebammen empfehlen das Pucken und viele Eltern haben gute Erfahrungen damit gemacht. Auch Studien über das Pucken zeigen, dass es besonders Schreibabys helfen kann, sich schneller zu beruhigen. Wir wollen euch hier die wichtigsten Fragen beantworten und Argumente Pro & Contra Pucken darstellen.

Säugling schläft im Bett mit Pucksack

Was Pucken ist und wie es gemacht wird

Das enge Umwickeln des Babys soll die Enge im Bauch der Mutter „imitieren“. Entweder verwendest du eine dünne Decke (ca. 80x80 cm groß) und wickelst diese so um dein Baby, dass es weder Arme noch Beine bewegen kann. Oder du verwendest einen Pucksack, der auf Höhe der Ärmchen mit einem Klettverschluss fest verschlossen wird. Dieser hat zusätzlich den Vorteil, dass dein Baby seine Beinchen bewegen kann, also nicht völlig durch das Pucken eingeschränkt wird. Viele Babys wehren sich gegen eine komplette Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit. Und selbstverständlich wird das Köpfchen nicht gepuckt, damit dein Baby frei atmen kann. Achte darauf, dass dein gepucktes Baby immer auf dem Rücken liegt. In jedem Fall werden vor allem sehr unruhige und kleine Babys gepuckt, also in den ersten Wochen. Sobald sich dein Baby mit ca. drei Monaten vom Rücken auf den Bauch drehen kann, sollte es nicht mehr gepuckt werden. Es sollte am Tag zwischendurch auch immer wieder ohne Pucksack im Bettchen oder auf einer Babydecke liegen dürfen, um sich bewegen zu können. Pucken ist also eher dann einen Versuch wert, wenn dein Baby sehr viel und sehr lange schreit und durch nichts zu beruhigen ist. Normal weinende Babys müssen nicht gepuckt werden. Auch vorsorglich kannst du das Pucken einsetzen, wenn du z.B. weißt, dass dein Baby immer abends unruhig wird.
Lasse dich von deiner Hebamme beraten, wie du dein Baby am besten pucken kannst, damit das Pucken für dein Baby eine Hilfe, aber kein gesundheitliches Risiko ist.

Vorteile und Nachteile vom Pucken

Babys, die auf das Pucken positiv reagieren, beruhigen sich schneller, schlafen länger und kommen leichter in den Tiefschlaf. Da dieser feste Schlaf die Grundlage für eine gute Entwicklung deines Babys ist, liegt der Vorteil des Puckens für besonders viel und lang schreiende Babys auf der Hand. Wenn dein Neugeborenes sich aber sehr eindeutig gegen das Pucken wehrt, solltest du darauf verzichten. Es wird sich dann nicht beruhigen lassen, sondern sich eher noch stärker ins Schreien flüchten. Ein Nachteil des Puckens ist, dass du weniger Kuschel- und Körperkontakt mit deinem Baby hast. Auch deshalb ist es gut, wenn du nur nachts puckst, denn dann bleibt noch reichlich Kuschelzeit, die dein Baby liebt und braucht.

Wann Pucken gefährlich sein kann

Viele Kinderärzte raten vom Pucken ab und warnen vor Hüftschäden als Spätfolge. Andere Kinderärzte beruhigen und sagen, dass diese nur dann zu befürchten sind, wenn zu stramm gewickelt und dauerhaft gepuckt wird. Ein Pucksack mit Bewegungsfreiheit für die Beinchen beugt dieser Gefahr vor. Das gilt auch für die befürchtete Überhitzung: an einem heißen Hochsommertag sollte man auf das Pucken verzichten und generell nicht zu stramm wickeln. Wenn dein Baby sehr stark schwitzt und die Gefahr des Dehydrierens besteht, solltest du entweder leichter wickeln oder das Pucken beenden.

Autorin – Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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