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Elternfrage

Mein Baby schläft nur an der Brust ein, was kann ich tun?

Autorin – Melanie Schüer | Lesezeit: Etwa 5 Minuten

Besonders stillende Mutter kennen das wohlige, langsame Einschlafen ihres Babys an der Brust: erst saugt es kräftig, dann lässt der Hunger nach, die Augen fallen zu und der Schlaf kommt. Ein Anblick zum Genießen und ein harmonisches Stillerlebnis! Doch wenn das Baby dauerhaft nur an der Brust einschlafen kann, empfinden die meisten Mütter das früher oder später als stressig.  Überhaupt wird das Baby wacher, schwerer, unruhiger. Natürlich, das Baby soll nach Bedarf an die Brust um gut ernährt zu werden – aber muss es immer an der Brust einschlafen? Kann es sich nicht anders beruhigen? Wie kann ich ihm zwischen den Stillmahlzeiten die Brust „abgewöhnen“?

Mutter stillt ihr Baby im Liegen im Bett

Warum Babys beim Einschlafen saugen wollen

Die Natur hat alles gut geregelt: der Saugreflex eines Neugeborenen hilft ihm, zu überleben. Es dockt mit seinem kleinen Mund an der Brust oder dem Flaschensauger an und trinkt. Ohne den Saugreflex würde ein Neugeborenes nicht überleben.

Dass Babys gerne saugen ist also ganz normal, denn es hilft ihnen nicht nur beim Sattwerden, sondern auch, sich zu beruhigen. Deshalb dient das Stillen und Füttern in den ersten Monaten beidem:
der Nahrungsaufnahme und dem Einschlafen. Doch während ein Neugeborenes alle zwei Stunden oder sogar noch häufiger an der Brust saugen kann und danach wieder einschläft, ändert sich dies nach etwas drei Monaten. Wichtig ist jetzt, dass dein Baby vor allem dann die Brust bekommt, wenn es Hunger hat.

Es ist an der Zeit, dass dein Baby nach und nach lernt, sich selbst zu regulieren. Der Schnuller, das eigene Händchen oder der Daumen helfen ihm, das Saugbedürfnis zu befriedigen und zur Ruhe zu kommen. Wenn ein Baby dann saugen möchte, muss es also nicht hungrig sein, sondern es ist vielleicht müde, langweilt sich, oder hat einfach Spaß am Saugen. Aber Vorsicht: ein Trinkfläschchen ist kein Schnullerersatz! Manche Eltern geben ihrem Baby die kleine Flasche mit süßen Säften, was doppelt schädlich ist: für die Zähne und für das Gewicht.

Schnuller oder Brust

Braucht ein gestilltes Baby überhaupt einen Schnuller? In der ersten Zeit wohl nicht. Stillberaterinnen raten dazu, auf einen Schnuller zu verzichten, bis sich das Stillen eingespielt hat. Die Brust, oder das Fläschchen sind also nicht zu ersetzen, wenn es um die Nahrungsaufnahme geht.

Aber zur Beruhigung kann ein Schnuller ausgesprochen hilfreich sein. Es ist eine Diskussion, die wohl schon viele Elterngenerationen geführt haben: ist ein Schnuller schädlich oder geht es auch ohne Schnuller? Hier kannst du die Argumente für oder gegen einen Schnuller nachlesen. Entscheide selbst, ob du deinem Baby einen Schnuller geben möchtest, oder findet andere Wege zur Beruhigung.

So kannst du deinem Baby abgewöhnen, nur an der Brust einzuschlafen

Wenn dein Baby etwa drei Monate alt ist, entwickelt es allmählich auch beim Schlafen einen Tag-Nacht-Rhythmus. Es kann bereits bis zu zwei Stunden wach sein, sollte danach aber einschlafen. Solange der Stillrhythmus dem Schlafrhythmus entspricht, kann das Einschlafen an der Brust für euch am besten funktionieren. Doch früher oder später ist das Einschlafstillen als einzige Beruhigungsmethode nicht mehr ausreichend. Du solltest dann anfangen, dein Baby bewusst abzulegen.

Probiere aus, was es besonders gut beruhigt: sanftes Schaukeln, summen, kuscheln, streicheln. Auch ein Tragetuch kann anfangs gute Dienste leisten. Nach und nach sollte dein Baby lernen, im eigenen Bettchen einzuschlafen. Deshalb ist es wichtig, nicht zu warten, bis es an der Brust schläft, um es dann abzulegen. Sondern dein Baby sollte bewusst erleben, dass es auch andere, sehr angenehme und beruhigende Vorgehensweisen gibt, um in den Schlaf zu finden.

Lege es also ab dem Alter von ca. 3-4 Monaten immer mal wieder in sein Bettchen, kurz bevor es einschläft. Es lernt, das eigene Bettchen anzunehmen und fühlt sich nicht „einfach so“ verlassen und abgelegt. Warte mit dieser Umstellung nicht zu lange, denn mit zunehmendem Alter nehmen auch die Trennungsängste von Babys zu und es wird schwerer, eine neue Methode wie z.B. die Angel-Schlaf-Methode einzuführen. Hilfreich ist es auch, die Müdigkeitszeichen wie Augenreiben, starrer Blick und wegdrehen des Köpfchens wahrzunehmen, um möglichst den passenden Zeitpunkt für ein Schläfchen zu erwischen.

Autorin – Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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