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Gesunde Ernährung von Babys im ersten Lebensjahr

Die ersten 12 Monate im Leben deines Kindes sind prägend für den weiteren Lebensverlauf. In diesem Alter werden die Grundlagen für die körperliche, emotionale und kognitive Entwicklung gelegt. Eine gesunde Ernährung deines Babys ist wichtig, damit es sich gut entwickeln und wachsen kann. Es sollte mit allen Nährstoffen versorgt werden: mit Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten sowie mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Auch der Geschmack wird in dieser Zeit stark geformt: Wenn dein Baby an gesunde Lebensmittel gewöhnt wird, hilft es ihm, wenn es später am Familientisch mitisst.

3 Meilensteine der Babyernährung im ersten Lebensjahr

1. Muttermilch oder Pre-Milch

Am Anfang gibt es nur eine Form der Ernährung: Muttermilch oder, wenn nicht gestillt wird, eine Säuglingsanfangsnahrung – Pre-Nahrung ist dafür am besten geeignet. Dein Baby lernt das Trinken im Laufe der Zeit immer besser. (Saugen, Schlucken, Verdauen). Auch werden sich ein Rhythmus und eine Routine einspielen. Mehr Empfehlungen erhälst du in unserem Artikel Welche Milch für mein Baby im ersten Jahr.

2. Beikost & Essen vom Löffel

Zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat – genauer gesagt: mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats kommt Essen vom Löffel dazu – die sogenannte Beikost. Manche Mütter und Väter entscheiden sich auch für Baby Led Weaning, bei dem dein Kind das Essen in die Hand nimmt und sich selber füttert. Für den Start eignen sich z. B. geschälte und vorgegarte Birnen oder Äpfelstücke, vorgegarte Karotten, Kürbis oder Zucchinistücke sowie gekochte Kartoffelstücke. Achte gerne darauf, dass das Essen für dein Baby nicht scharf, salzig oder fettig ist. 

3. Familienessen

Gegen Ende des 1. Lebensjahres beginnen sich Babys für das Familienessen zu interessieren und beginnen, selbständig mit den Händen oder auch einem Löffel zu essen.

Stillen in den ersten Monaten

Wenn du dein Baby stillen möchtest, lasse dich nicht entmutigen, wenn nicht auf Anhieb alles klappt – es kann eine Zeit dauern, bis das Stillen schmerzfrei und unkompliziert verläuft. Informiere dich bei einer Hebamme nach Möglichkeiten der Pflege bei wunden Brustwarzen wie z. B. Lanolin, Heilwolle, etc. Wundere dich nicht, wenn sich erst nach vielen Wochen langsam so etwas wie ein Rhythmus bei den Stillabständen herausbildet – auch das ist völlig normal! Stillen nach Bedarf und ohne Druck durch einen Zeitplan, ermöglicht es deinem Körper und deinem Baby am besten, Angebot und Nachfrage aufeinander abzustimmen.

Hier erhälst du mehr Expertentipps rund ums Stillen in den ersten Monaten.

Pre-Nahrung am Anfang: Tipps für nicht stillende Eltern

Klar, Muttermilch ist das Beste für dein Kind – doch es gibt gute Gründe, weshalb Eltern sich gegen das Stillen entscheiden. Dann ist eine Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Nahrung) am besten geeignet und eine wunderbare Alternative. Sie ist auf die Bedürfnisse deines Babys abgestimmt und sichert ein gesundes Aufwachsen. Die Pre-Nahrung eignet sich als Milchnahrung im gesamten ersten Lebensjahr deines Babys.

Mit Beikost beginnen

Die meisten Babys werden zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat neugierig auf Beikost. Beginne, deinem Baby den ersten Brei anzubieten – ganz ohne Druck. Am Anfang sind es oft nur wenige Löffel und noch keine ganze Mahlzeit. Dein Baby, und meist auch die Mütter und die Väter, brauchen ein wenig Übung beim Füttern mit einem Löffel. 

Am Anfang eignen sich besonders gut Gemüsebreie aus z. B. Kürbis, Pastinake oder Karotte. Nach und nach kommen weitere Lebensmittel dazu. Wie bei einem Baukastensystem sind die Breie aus einzelnen Komponenten zusammengebaut.

Lies dich hier gerne weiter in das Thema ein: Beikost einführen.

Rezeptideen fürs die Babynahrung im ersten Lebensjahr

Brei kann gekauft, aber natürlich auch selbstgemacht werden. Hier einige Ideen für einfache Rezepte für Babynahrung:

  • Eine Karotte und eine Pastinake (insgesamt 100g, geputzt) für einen Gemüse-Anfangsbrei dünsten und pürieren.
  • Kürbis zusammen mit Brokkoli (100g) und einer Kartoffel (50g) dünsten und pürieren. Hier kommt die 2. Komponente, also Kartoffel dazu. Dieser Brei ist sättigender als ein reiner Gemüsebrei.
  • Süßkartoffel, Blumenkohl und 30g Hähnchenfleisch dünsten und pürieren. Dies ist eine komplette Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Mahlzeit und wird auch Mittagsbrei genannt.

Empfehlung: In alle selbstgekochten Breie zwei Teelöffel Rapsöl mischen und bei Bedarf die Konsistenz mit etwas heißem Wasser anpassen.

Wie Babys mit dem Löffel essen lernen

Auch bei diesem Thema gilt: Nur keinen Druck! Nutze ein großes Lätzchen, eine abwaschbare Tischdecke und entferne vielleicht sogar den Teppich unter dem Hochstuhl deines Kindes. Löffeln will gelernt werden. Lasse dein Kind ausprobieren, wie das mit dem Löffel funktioniert. Kinder erkunden die Welt mit allen Sinnen und dazu gehört auch das Experimentieren mit dem Essen. Bleibe einfach dabei und lasse dein Kind den Umgang mit einem Plastiklöffel üben. Du kannst auch zwischendurch sanft seine Hand führen und es dadurch unterstützen.

Weitere Tipps für kleine Löffel-Entdecker findest du in unserem Artikel Essen mit Löffeln will gelernt sein.

Wichtige Nährstoffe für dein Baby

Glücklicherweise enthalten Muttermilch und Pre-Milch alle wichtigen Nährstoffe für die Babyernährung. Sobald eine größere Menge davon durch Brei oder Baby Led Weaning ersetzt wird, ist es wichtig, die Nährstoffzusammensetzung ein wenig im Blick zu haben. Wichtig sind dabei besonders Nährstoffe wie:

  • Vitamin C (in Gemüse und Obst)
  • Eisen (in Fleisch, Hirse, Hafer – aus pflanzlichen Quellen jedoch etwas schwerer vom Körper aufzunehmen. Dies kann durch Zugabe von etwas Vitamin C wie Obst/Gemüse verbessert werden)
  • Omega 3-Fettsäuren (z. B. in Fisch, Rapsöl)

Wichtig: Wenn alle Breie selbstzubereitet sind, braucht dein Baby noch zusätzliches Jod. Bitte besprich dies mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.

Ist vegane Ernährung für Babys gesund?

Eine vegetarische Ernährung ist für dein Baby ganz gut umsetzbar. Statt Fleisch kommen in den Mittagsbrei noch 10g eisenreiche Getreideflocken wie z. B. Hirse oder Hafer. Eine vegane Ernährung hingegen ist in den ersten 12 Monaten sehr schwierig. Das Problem hierbei ist, dass bestimmte Nährstoffe wie z. B. Vitamin B12, Eiweiß oder Eisen in pflanzlichen Lebensmitteln nicht oder nicht genügend enthalten sind. Es braucht auf jeden Fall eine gute Beratung durch eine Ernährungsfachkraft. Aktuell raten die deutschen Fachgesellschaften von veganer Babyernährung ab, weil für das rasante Wachstum im ersten Lebensjahr so viele Nährstoffe gebraucht werden.

Tipps für Allergien und Unverträglichkeiten

Hinter exzessivem Weinen und Koliken, aber auch Gedeih- und Verdauungsstörungen können Unverträglichkeiten stecken. Dies sollte durch eine Ärztin oder einen Arzt abgeklärt werden. Der fachliche Check ist zuverlässiger, als selbst damit zu experimentieren Lebensmittel wegzulassen – also möglichst keine eigenen Auslassversuche.

Weitere Informationen rund um Allergene bei Babys findest du in unserem Artikel Was tun, wenn mein Baby eine Kuhmilchallergie hat?

Fazit

Eine gesunde Babyernährung im ersten Lebensjahr ist einfach: Am Anfang gibt es Muttermilch oder Pre-Milch, mit der dein Baby bestens versorgt ist. Wenn die Beikost dazu kommt, orientiere dich an dem Beikost-Baukastensystem. Stresse dich bitte nicht und bleibe geduldig, wenn es mit der Beikost mal nicht klappt.