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Elternfrage

Was ist Hochbegabung? – erkennen und Anzeichen

Martina Rosenboom | Lesezeit: Etwa 5 Minuten

Schon vor der Einschulung kann es Anzeichen für eine mögliche Hochbegabung bei Kita- oder Vorschulkindern geben. Zum einen haben sie oft schon ein erstaunliches Wissen, aber eher durch ihr schnelleres Lernen, genaueres Beobachten und tieferes Nachdenken. Das kann sich dann auch im Sozialverhalten oder in emotionalen Bereich zeigen. Unter Checkliste – Ist mein Kind hochbegabt? findest du eine Reihe von Hinweisen. Viele davon liegen in Bereichen, wo man sie nicht sofort vermuten würden, z.B. einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Wenn z.B. in der Kita alles glatt lief, dann gab es keinen Grund, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Noch immer gilt: Erst wenn es Probleme gibt, wird gehandelt. Mit der Einschulung ändert sich die Art zu lernen. Jetzt kommen Themen zu bestimmten Zeitpunkten und auch das Lerntempo kann vorgegeben werden.

Wichtig ist, dass manche der Anzeichen auch andere Ursachen als Hochbegabung haben können, z.B. Besonderheiten in der Familie (besondere Hobbys der Eltern oder älterer Geschwister). Jede Checkliste sollte deshalb mit Augenmaß eingesetzt werden. Zum einen ist eine Häufung von Merkmalen nur ein Hinweis auf eine mögliche Hochbegabung. Zum anderen sollte der erkannte Entwicklungsvorsprung über längere Zeit anhalten.

Junge sitzt in Bibliothek im Schneidersitz auf dem Fußboden und liest ein Buch.

Anzeichen auf Hochbegabung bei Kindern im Kita-Alter beobachten

In den meisten Fällen gibt die Beobachtung der Eltern und der ErzieherInnen Hinweise auf eine mögliche Hochbegabung. Eltern können dabei das Kind über den ganzen Tag und im normalen Leben wahrnehmen: zu Hause und unterwegs, im Umgang mit Geschwistern und anderen Erwachsenen, im Urlaub und über längere Zeiträume. ErzieherInnen haben eher den Blick auf das Verhalten in der Gruppe der Altersgleichen im Blick. In Kitas gibt es oft Entwicklungsbögen, in denen die verschiedenen Kompetenzen je nach Alter der Kinder notiert werden. Beim Auswerten der Bögen könnte es Hinweise auf eine Hochbegabung geben.

So können Eltern und Kita ihre Beobachtungen austauschen und bei einem Verdacht auf eine mögliche Hochbegabung auch genauer hinschauen. Dies gilt vor allem auch für Bereiche wie Sport, Musik oder Sozialverhalten. Im Artikel IQ bei Kindern ist nicht alles: Begabungen sind bunt! sind viele weitere Begabungsfelder aufgeführt.

Auch bei den kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen ergeben sich manchmal schon Hinweise auf eine Hochbegabung: ein Kind kann in seiner geistigen Entwicklung deutlich seinem Alter voraus sein und/oder kann schon früh oder erstaunlich gut sprechen. Genauso wie auffällige Schwächen sollten auch besondere Stärken besprochen werden!

Kinder im Grundschulalter – beobachten einer möglichen Hochbegabung

Auch hier sind es Eltern und Lehrkräfte, die auf eine mögliche Hochbegabung durch gute Beobachtung aufmerksam werden. Eltern bringen schon die Erfahrungen aus der Kita-Zeit mit. Lehrkräfte haben eher das Lern- und Sozialverhalten in der Klasse im Blick. Wichtig ist, dass Eltern und Schule sich austauschen und bei Hinweisen auf eine mögliche Hochbegabung genauer hinschauen – auch, wenn es keine Probleme gibt! Im Artikel Hochbegabtes Kind – Aktiver Umgang mit der Schule sind einige Hinweise, die zusätzlich wichtig für eine gute Kommunikation von Eltern mit Lehrkräften sind.

Im Grundschulalter wird dein Kind neu gefordert. Es muss zusätzlich beispielsweise Zeitplanung, Organisation und Kommunikation an die Erwartungen der Lehrkraft und der Klasse anpassen. Diese Anpassung kann zum einen das Lernen beflügeln, es kann aber auch schwierig werden. Oft gelingt sie dann für eine gewisse Zeit, doch danach ermüden alle Beteiligten, also nicht nur das Kind, sondern auch Lehrkräfte und Eltern. Ein häufiges Zeichen ist das Klagen der Kinder über Langeweile: „Wir müssen immer die gleichen Aufgaben üben, dabei kann ich die längst!“
Auch positive Auffälligkeiten geben Hinweise auf eine mögliche Hochbegabung: Das Kind löst gerne schwierigere Aufgaben, es braucht weniger Zeit für Hausaufgaben, es sucht sich immer mehr außerschulische Herausforderungen. Hier lohnt ein Blick, wie das Kind in der Schule so gefördert wird, dass es auch dort ausreichende Anforderungen bekommt.

Im Artikel IQ bei Kindern ist nicht alles: Begabungen sind bunt! sind viele weitere Begabungsfelder aufgeführt z.B. Sport, Musik oder Sozialverhalten.
Wichtig ist dabei auch, dass eine Hochbegabung ein Potential beschreibt, die Möglichkeit für besondere Leistungen. Ob daraus eine Hochleistung wird, liegt an den Beteiligten. So kann nur ein Kind, dem es gut geht, seine Leistungen freudig zeigen und gerne Besonderes erreichen.

Martina Rosenboom

Interview mit >>Martina Rosenboom.
Martina Rosenboom ist Teil des Redaktions-und Online-Beratung Teams bei elternleben.de
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