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Elternfrage

Warum wacht mein Baby ständig auf?

Autorin – Melanie Schüer | Lesezeit: Etwa 9 Minuten

Auch wenn jedes Baby bereits seinen individuellen Schlafrhythmus hat, so haben die allermeisten Babys eines gemeinsam: sie wachen nachts oft auf. Bereits Neugeborene sind bis zu acht Stunden innerhalb von 24 Stunden wach. Da noch kein Tag-Nacht-Rhythmus existiert, bedeutet das, dass Babys eben auch nachts oft wach werden. Tagsüber, wenn wir selbst beschäftigt sind, fällt uns das weniger auf. Aber nachts, wenn wir selbst gerne schlafen würden, strengt es uns sehr an, wenn ein Baby oft wach wird und nur schlecht wieder einschläft. Was steckt also hinter dem Aufwachen und was kannst du tun?

Baby liegt auf dem Rücken und wird wach.

Mögliche Ursache, wenn dein Baby oft aufwacht

Das Aufwachen hat auch mit dem Alter deines Babys zu tun: Besonders Neugeborene haben Hunger und brauchen die Nähe von Mama oder Papa, was zum Aufwachen führt. Der Magen eines Neugeborenen ist nur so groß wie eine Murmel, kann also wenig Nahrung aufnehmen. Ein Säugling sollte je nach Bedarf gefüttert werden – also auch in der Nacht. Erst im Lauf der Monate entwickelt sich ein Fütterrhythmus, der dein Leben planbarer und die Schlafphasen länger macht. Informiere dich, wie viel Milch dein Baby braucht.
Babys schlafen zunächst nur ca. 45 Minuten am Stück, haben dazwischen längere oder kürzere Wachphasen – was sich erst mit den Monaten ändert. Die Schlafentwicklung deines Babys hängt mit seiner Gehirnentwicklung zusammen, sodass sich der Schlafbedarf und die Schlafdauer während des ersten Lebensjahres häufig ändern. Informiere dich, wie viel ein Baby durchschnittlich in seinem Alter schläft. Das hilft dir, das Aufwachen in der Nacht besser einzuordnen.
Es ist also normal, wenn Babys nachts aufwachen, gefüttert oder getröstet werden wollen. Trotzdem hilft es, den Ursachen auf den Grund zu gehen, auch damit du dein Baby wieder besser zurück in den Schlaf begleiten und beruhigen kannst.

Das Baby braucht Nähe

Neun Monate hat das Baby im Bauch der Mutter gelebt, ihren Herzschlag gehört und die Welt durch sie wahrgenommen. Es war geborgen. Mit dem Trennen der Nabelschnur endet diese Einheit, aber die Sehnsucht nach Nähe bleibt. Viele Mütter können ihr Baby nachts am besten beruhigen, wenn es bei ihnen im Bett schläft. Wenn ein Familienbett für euch nicht in Frage kommt, sollte ein Säugling in den ersten Wochen und Monaten sein Bettchen ganz in der Nähe der Eltern haben. Schon ein kleines Baby hört euren Atem, die bekannten Stimmen und nimmt den vertrauten Geruch wahr. Nähe hilft, wenn ein Baby wach wird: leise reden, streicheln, beruhigen. Achte darauf, dass helles Licht oder laute Geräusche dazu führen, dass dein Baby wacher wird statt einzuschlafen. Schenke ihm deine Nähe, denn dein Baby braucht sie, um sich zu entwickeln und in der ihm fremden Welt gut anzukommen.

Dein Baby hat Trennungsangst

Während dein Baby anfangs fast blind ist, nimmt es mit einem halben Jahr schon sehr viel mit allen fünf Sinne wahr. Der Tag- und Nacht-Rhythmus bildet sich heraus, die Schlafphasen werden länger und der Alltag aufregend. Dein Baby beobachtet dich, fängt an zu krabbeln, greift von sich aus nach Gegenständen in der Umgebung – kurz: es hat sehr aufregende Tage. Das spiegelt sich in der Nacht wieder, weil es zwischen der aktiven Schlafphase und der Tiefschlafphase wach wird. Wenn es dann feststellt, dass es im Bettchen alleine ist, sucht es deine Nähe, weint und will wieder beruhigt werden. Auch abends beim ins Bett bringen will es sich nicht trennen.

Wenn du weißt, dass dein Baby das nicht absichtlich macht, sondern dass dies zu seiner gesunden Entwicklung gehört, fällt es dir leichter, nachts kurz aufzustehen um dein Baby zu beruhigen, wenn es wach geworden ist. Wechsele dich, wenn möglich, mit deinem Partner ab, sodass du genügend Schlaf bekommst, um wieder fit für den Tag zu werden. Solltest du nachts keine Hilfe haben, dann versuche, zumindest am Tag Ruhepausen einzubauen.

Dein Baby hat Schnupfen oder bekommt Zähne

Unruhige Babynächte können zur Qual werden, wenn dein Baby nicht nur Nähe sucht oder gefüttert werden will, sondern wenn die ersten Zähne kommen oder wenn eine Erkältung das Atmen schwermacht.  Meist brauchen die Babys dann besonders viel Nähe und lassen sich schlechter beruhigen. Es gibt zwar Heilmittel, die helfen können wie z.B. Kochsalzlösung bei Schnupfen, aber rechne damit, dass dein Baby trotzdem oft wach wird. Sorge nach solchen – meist unvermeidlichen – Nächten dafür, dass du tagsüber ein wenig Schlaf nachholen kannst.

Wachstumsschub

Oft berichten übernächtige Eltern, dass das anfangs so pflegeleichte Baby plötzlich nachts wach wird und sich nur schwer beruhigen lässt. Das hat meist mit einem Wachstumsschub zu tun und damit, dass sich die Schlafphasen aufgrund der rasanten Gehirnentwicklung verändern. Die aktiven Schlafphasen, in denen dein Baby träumt und den Tag verarbeitet, werden kürzer, die Tiefschlafphasen nehmen zu. Diese Entwicklung beginnt im zweiten Lebenshalbjahr. Die Übergänge zwischen den Schlafphasen funktionieren anfangs nicht reibungslos, sondern viele Babys werden zwischendurch wach und brauchen dann deine Hilfe beim Einschlafen. Auch hier gilt: sanfte Reize setzen, kein helles Licht. Du kannst auch kurz abwarten, ob sich dein Baby von alleine beruhigt und zurück in die Tiefschlafphase findet.

Unruhige Tage bringen unruhige Nächte

Es ist bereits deutlich geworden, wie sensibel dein Baby auf alles reagiert, was es kennenlernt. Es reagiert auf fremde Geräusche, Gerüche oder Menschen. Vielleicht fällt dir das tagsüber gar nicht so auf, weil sich dein Baby in deiner Nähe sicher und geborgen fühlt. Aber nachts verarbeitet es diese neuen Eindrücke. Deshalb solltest du besonders darauf achten, dass ihr vor dem Schlafengehen eine ruhige Umgebung schafft: also kein lauter Fernseher neben der Wiege oder aufregende Filme, die dein Baby auf deinem Arm mitschaut. Beginne spätestens nach dem ersten halben Jahr mit festen Ritualen, denn von Monat zu Monat wird es sonst schwieriger für dein Baby, abends einzuschlafen und nachts durchzuschlafen. Wenn dein Baby also nachts oft wach wird, kann es auch daran liegen, dass euer tägliches „Programm“ zu voll ist.

Zu viel Schlaf am Tag stört den Nachtschlaf

Genauso wie zu viele Reize die Nächte unruhig machen und dein Baby wach werden lassen, sind Tage, an denen zu wenig passiert schwierig. Wenn dein Baby zu viel tagsüber schläft, ist es nachts weniger müde. Wenn du vermutest, dass dies die Ursache sein könnte, kann ein Schlafprotokoll hilfreich sein: du notierst, wie lange und wie oft dein Baby tagsüber schläft. Du versuchst herauszufinden, wie viel Schlaf es innerhalb von 24 Stunden normalerweise braucht. Und dann versuchst du den Rhythmus zu verändern: z.B. den Vormittagsschlaf hinauszögern, den Nachmittagsschlaf verkürzen. Wichtig ist, dass du dir klarmachst, dass jede Umstellung Zeit braucht. Und, dass du in kleinen Schritten von ca. 15 bis 20 Minuten vorgehst. Dein Baby gewöhnt sich erst nach einigen Tagen an den neuen Rhythmus. Du solltest also nicht jeden Tag etwas Neues ausprobieren, wenn dein Baby schlecht schläft, sondern erst einmal abwarten, ob die neue Methode zum Erfolg führt. Im Handbuch Babyschlaf bekommst du viele Anregungen zum Ausprobieren.

Deinem Baby helfen, wieder einzuschlafen

Wie kannst du also deinem Baby wieder helfen, besser einzuschlafen? Vermutlich kennst du die Antwort bereits: es gibt kein Patentrezept, da sich der Babyschlaf stetig mit der Entwicklung deines Babys verändert und das Wachwerden viele Ursachen haben kann. Während ein Neugeborenes nachts vor allem gefüttert werden muss, um wieder einschlafen zu können, hat ein zehnmonatiges Baby vermutlich eher ein Bedürfnis nach Nähe Allerdings haben viele Babys bis zum Alter von ca. 12 bis 18 Monaten auch durchaus noch einmal pro Nacht Hunger.

Und je älter und wacher dein Baby wird, kämpft es vielleicht mit dem Übergang von einer Schlafphase in die andere. Nähe hilft fast immer: viele Eltern wandern stundenlang mit dem Säugling auf dem Arm durch die Nacht, bis sie selbst kaum noch können. Das ist vielleicht in manchen Schnupfen-Nächten unvermeidlich, sollte aber kein Dauerzustand sein. Oft helfen deinem Baby bereits einfache Dinge wie streicheln, summen, sanftes Schaukeln. Auch wenn es manchmal mehrere Versuche braucht um herauszufinden, was deinem Baby wirklich hilft, solltest du immer zunächst mit einfachen Maßnahmen beginnen.

Die Angel-Schlaf-Methode gibt dir bewährte Anregungen, wie du deinem Baby beim Einschlafen helfen kannst. Und sorge dafür, dass du selbst genug Erholung bekommst. Wechselt euch in besonders unruhigen Nächten ab oder holt euch tagsüber Unterstützung, z.B. von wellcome. Denn eurem Baby geht es nur gut, wenn es euch selbst auch gutgeht.

Autorin – Melanie Schüer

Dieser Artikel wurde von Melanie Schüer verfasst.
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